Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 4 (25.1.1929)
- Date
- 1929-01-25
- Page
- Seite 61 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 61 Herr Rabbiner Dr. Baerwald beigegeben hat und die deshalb anstatt jeder Würdigung hierhergesetzt seien: Dies ist ein Buch der Erinnerung. Es ist geweiht denen, die keine Gegenwart, keine Zukunft mehr haben, deren Leben, in der Vergangenheit beschlossen, Gegenstand unserer Erinnerung ist. Solche Erinnerung ist ein Heiligtum. So mancher, dessen Gebeine, wir wissen nicht wo, in fremder Erde ruhen — hier wird sein Bild festgehalten, hier wird von seinem Leben und Sterben erzählt. Und auch wenn alle, die ihn gekannt und geliebt, einst den gleichen Weg der Vergänglichkeit gegangen sein werden, hier wird zu ewiger Erinnerung aufgezeichnet bleiben, wie Treue und Pflicht in todesmutigem Heldentum sich bewährt haben. Dies ist ein Buch des Dankes. Nicht die Toten bedürfen des Dankes; ihn darzubringen, haben die Überlebenden die Verpflichtung gefühlt, die als Freunde und Kameraden den Gefallenen zur Seite gingen „in gleichem Schritt und Tritt“, bis sie zu Boden gerissen wurden, „als wär’s ein Stück von mir“. — Liebe des Schenkenden will keinen Dank erhalten, Liebe des Empfangenden aber will Dank haben. Dank muß hier um so mehr gesagt werden, als vielfach der geschuldete Dank sich in bitteren Undank gekehrt hat. Der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ spricht mit diesem Buche des Dankes nicht nur für sich, nicht nur für die Gemeinde München, er spricht für das Vaterland, wenn er den Toten die Ehre zollt, die ihnen gebührt. Dies ist ein Buch der Mahnung. Das Große in der Welt — und was wäre größer als der Opfertod? — scheint manchmal sinnlos. Sinnlos aber ist es nur, wenn es vergeblich ist. An den Überlebenden ist es, den Tod der Gefallenen nicht vergeblich sein zu lassen. Wir können heute und in Zukunft nichts besseres tun, als Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München # Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1 Rgb. Mittwoch, den 13. Februar 1929 2015 Uhr Dr. Willy Meyer, Nürnberg Spinoza 5. Abend; Willenslehre, Staatsphiloso phie Eintritt frei diesen Blättern zu entnehmen, wie schlichte Lebensführung, treue Pflichterfüllung die Menschen zu einer heiligen Gemeinschaft einen kann. Was die Gefallenen an menschlichen Schwächen gehabt, verschwindet vor der großen Linie ihres Schicksals, dem sie sich in Freiheit unterworfen haben. Dies ist ein Buch des Trostes. Zehn Jahre nach dem Ende des großen Krieges — nach außen mögen die Wunden vernarbt sein, im tiefsten Innern wird manches Herz den Verlust nicht verwinden, solange das selber schlägt. Es mag und es soll ein Trost sein, daß ihr Andenken uns lehrt, wie das Leben des einzelnen einen höheren Wert erlangt, wenn es einer Idee geopfert wird, ein Trost, daß auch aus den Zeilen dieses Buches dem gläubigen Gemüt die Wahrheit des Bibelwortes sich offenbart; „Deine Toten leben.“ Gemeind en-u. Vereins-Echo Hebräischer Theater-Abend. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Samstag, den 16. Februar, abends 8 Uhr, im Steinickesaal ein sehr interessanter hebräischer Theater-Abend stattfindet. Der Vorverkauf hat bereits so stark eingesetzt, daß es sich empfiehlt, sich möglichst bald Karten zu sichern. Karten zu RM. 3.30, 2,20, 1.60, 1.10 im Vorverkauf bei Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2, Telephon 52 4 07; D. Goldberg, Schwanthalerstraße 24, Telephon 5 96 7 19; A. Gidalewitsch, Müllerstraße 42, Telephon 22 9 74; S. Orljansky, Neuhauser Straße 29, Telephon 90 5 61; Zionistische Ortsgruppe, Herzog-Rudolf- Straße 1, Telephon 2 97 4 49. Kategoriekarten zu RM. —.60 nur an der Abendkasse. Jahrmarkt in Tel-Awiw Unter diesem Motto veranstaltet der Münchener Bar-Kochba am Sonntag, dem 3. Februar, seinen diesjährigen einzigen Maskenball, der das Ereignis des Faschings für die jüdische Bevölkerung Münchens zu werden verspricht. Wer bei dem Feste war, das der Bar-Kochba vor einigen Jahren unter demselben Motto veranstaltet hat, wird auch bei diesem Feste nicht fehlen. War es schon damals mit Begeisterung aufgenommen worden, so glauben wir doch, daß das heurige Fest noch eine bedeutende Steigerung bringen wird. Das Motto läßt neben der orientalischen Kleidung auch sämtliche andere Masken zu, die auf einem Jahrmarkt nur vertreten sein können und wird dadurch ein besonders farbenprächtiges und bewegtes Bild zeigen. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Büfett, Tombola, Sektzelt usw., ein Karussell, vielleicht eine Rutschbahn und noch viele andere lustige Überraschungen werden dem Fest bestimmt zu einem ganz großen Erfolg verhelfen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Näheres darüber in der besonderen Anzeige in dieser Nummer. Bar-Kochba, Sportabteilung. Nachdem wir unsere erste Handballmannschaft zu den Spielen um den süddeutschen Handballpokal gemeldet hatten, erhielt unser Vertreter bei der Auslosung der gemeldeten Mannschaften Freilos. Unsere Mannschaft kommt also kampflos in die Zwischenrunde und hat am Sonntag, dem 3. Februar 1929, gegen den Sieger aus dem Spiel 1860 I : Jahn I anzutreten. Um am 3. Februar besser gerüstet zu sein, tragen wir am morgigen Sonntag ein Privatspiel gegen