Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 4 (25.1.1929)
- Date
- 1929-01-25
- Page
- Seite 59 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 59 eingeleitet. Er behauptet in zwei von ihm selbst unterschriebenen Aufsätzen, das naive französiche Volk werde von den Juden ausgeplündert. Er warnt das „gutmütige französische Volk“ vor den jüdischen Einwanderern in Frankreich und nennt Professor Victor Basch, den Präsidenten der Liga für Menschenrechte, einen „Agenten Jerusalems und Budapests“. — Die antisemitische „Action Frangaise“ unterstützt Coty in seiner antisemitischen Kampagne, indem sie ebenfalls auf die jüdische Abkunft einiger in die Skandalaffaire der „Gazette de France“ verwickelter Personen hinweist. Lord Balfour genesen London, 21. Januar. (JTA.) Lord Balfour, der seit langer Zeit in seinem Landhaus zu Whittinghame in Schottland krank darniederlag, ist nun völlig genesen und konnte sich in diesen rFagen nach London begeben. Das polnische Agencykomitee Warschau, 19. Januar. (JTA.) In Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Zionistischen Aktionskomitees in Berlin wurde von der Zionistischen Exekutive in London eine fünfzehngliedrige Kommission zur Schaffung einer Repräsentanz der nichtzionistischen Elemente in Polen zwecks Verbreitung der Jewish Agency eingesetzt. Der Kommission gehören u. a. an: Abg. Grünbaum, Levite, Abg. Rosenblatt, Abg. Dr. Tben, Abg. Dr. Reich, Abg. Farbstein, Levin-Epstein, Frau Dr. Melzer, Dr. Tartakower, Stadrat Hindes, Dr. Federbusch und Dr. Wahrhaftig. . Ein Sowjetgeneral, ehemaliger Pogromheld, von einem Juden getötet Moskau, 17. Januar. (JTA.) General Slastschow, ein früherer Unterführer der Generale Denikin und Wrangel, der zuletzt einen hohen technischen Posten in der Sowjetarmee bekleidet hat, ist am vergangenen Sonnabend in seinem Zimmer erschossen aufgefunden worden. Nach einigen Tagen wurde ein Jude namens Kolenberg als der mutmaßliche Mörder verhaftet, der auch gleich die Tat eingestand und angab, er habe Slastschow ermordet, weil er als General der Denikinarmee im Jahre 1920 mehrere Pogrome veranstaltet hat und zahlreiche jüdische junge Leute in der Ukraine und in der Krim hinrichten ließ. Unter den Hingerichteten befand sich sein (Kotenbergs) Bruder, für den, sowie für die zahlreichen anderen Opfer des Henkers Slastschow, er nun Rache genommen hat. Felix M. Warburg spendet 50 000 Dollar für das Palästinawerk Neuyork, 14. Januar. (JTA.) Herr Felix M. Warburg, der Präsident des Joint Distribution Committee und Vorsitzender der Siebener Kommission für die Ernennung des nichtzionistischen Teiles der Jewish Agency, hat für den soeben eröffneten United Palestine Appeal einen Betrag von 50 000 Dollar gespendet. Im April 1928 hat Herr Felix Warburg Herrn Dr. Weizmann bei dessen Eintreffen in Neuyork einen Scheck über 50 000 Dollar überreicht, als Beitrag zur 50 000-Pfund-Quote, die für die Behebung der Ursachen der Arbeitslosigkeit in Palästina bestimmt war. Amerikanisch-jüdische Arbeiterorganisation leistet 300 000 Dollar für das Palästinawerk Neuyork, 5. Januar. (JTA.) Die amerikanischjüdische Arbeiteralliance (National Jewish Workers Alliance), die soeben bei Anwesenheit von 586 Delegierten aus 34 Staaten und 6 kanadischen Provinzen ihre vierte Jahresversammlung abgehalten hat, hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, im Jahre 1929 300 000 Dollar für das Palästinawerk der Arbeiterschaft aufzubringen und diese Leistung als Mindestleistung alljährlich zu wiederholen. In einer im Manhattan Opera House stattgefundenen Massenkundgebung wurden bereits 75 000 Dollar für das Palästinawerk gezeichnet. Der Alliance sind 1000 Ortsgruppen angeschlossen. Sie brachte in den letzten sieben Jahren 435 000 Dollar für das Palästina-Arbeiterwerk auf. Nunmehr geht sie daran, eine ständige Organisation von 30 000 Spendern zu schaffen, um einen festen jährlichen Betrag für das Palästina-Arbeiterwerk aufbringen zu können. Die jetzige Kampagne wird von dem früheren Bürgermeister von Tel-Awiw, David Bloch, und dem palästinensischen Arbeiterführer Meriminsky unterstützt. Meriminsky teilte mit, daß die palästinensisch-jüdische Arbeiterorganisation 32 000 Mitglieder zählt. Sühne für den Beduinenüberfall auf Chederafelder Jerusalem, 21. Januar. (JTA.) Vier Beduinen, die sich an der Vertreibung der jüdischen Kolonisten von Chedere beteiligt haben, wurden vom Haifaer Gericht zu je einer Woche Gefängnis und zur Zahlung von je 9 Pfund als Schadenersatz verurteilt. Die Beduinen, denen die jüdischen Kolonisten aus Entgegenkommen das Weiden ihres Viehs auf den noch unbebauten Feldern der Kolonie gestattet hatten, erhoben später — von Waad'ie Bustani aufgehetzt — Anspruch auf den Besitz der Felder. Die Keren-Hajessod-Eingänge im Dezember 1928 Jerusalem, 16. Januar. (JTA.) Im Dezember 1928 sind beim Haupbüro des Keren Hajessod in Jerusalem 34 100 Pfund eingegangen. — Im November betrugen die Keren-Hajessod-Eingänge 27 682, im Oktober 21 661, im September 31 239, im August 16 372 Pfund. In den vorangegangenen Monaten des Jahres 1928 betrug der Monatsdurchschnitt der Eingänge rund 40 000 Pfund. Felix M. Warburg für das Haifaer Technikum Jerusalem, 16. Januar. (JTA.) Herr Felix M. Warburg, Präsident des Joint Distribution Committee und der amerikanischen Jewish-Agency- Kommission, hat 10 000 Dollar für das Haifaer Technikum gespendet. Die neue Chaluz-Alijah Jerusalem, 17. Januar. (JTA.) Im Verlauf der Monate Januar und Februar 1929 sollen 500 Chaluzim aus Rußland, Polen, Rumänien, Litauen, Bulgarien, Österreich, Tschechoslowakei und Deutschland in Palästina eintreffen, um zunächst in den Orangen-Plantagen von Judäa und Samaria untergebracht zu werden. Ein großer Teil dieser Chaluzim, namentlich aus Polen und Rumänien* weilt bereits in Palästina. Heuschrecken in Palästina Jerusalem, 21. Januar. (JTA.) Der Heuschreckenschwarm, der in den letzten Tagen Transjordanien heimgesucht hat und dort großen Schaden auf den Feldern und Gärten angerichtet hat, hat nun das Jericho-Gebiet in Palästina erreicht. Alle Vorkehrungen zur Abwehr der Plage sind getroffen worden.