Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 4 (25.1.1929)
- Date
- 1929-01-25
- Page
- Seite 57 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9103083-9158556--09122-9082029- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 4 Das Jüdische Echo 57 Jahrmarkt in TeUAwiw ist das Motto des heurigen Maskenballs des Bar*Kochba Sonntag, 3. Februar, abends 8 Uhr, in den oberen Sälen des Hotels „Bayer. Hof" Bela Beltes und Oeza Velisch mit ihrer stimmungsvollen Kapelle spielen zum Tanz Büfett, Tombola, Sektzelt usw., Karussel, Rutschbahn u. noch v. a. Überraschungen Karten an der Abendkasse Reichsmark 4.—, im Vorverkauf Reichsmark 3.— bei Orljansky, Neuhauser Strafte 29; Goldberg, Schwanthalerstrafje, Ecke Schillerstraf^e; Goldfarb, Weinstrafje 4; Gidalewifsch, Müllerstrafje 42; Kornhäuser, Isartorpfatz 8 und in der Ewer-Buchhandlung, Ottostr. Mitglieder und Studenten erhalten nur am Turnboden ermäßigte Karten zu Reichsmark 2.— heit ausgewählte Akte ihrer drei bekannten Repertoirstücke „Per Golem“, „Der Dybuk“ und „Der ewige Jude“ auf und erntete reichen Applaus. Indem Herr Ussischkin ausführte, welche große Tat es gewesen ist, trotz der Schwierigkeiten in Rußland ein hebräisches Theater zu gründen und aufrechtzuerhalten, wies er auf die zukünftige Rolle der „Habimah“ hin, als Träger einer neuen Botschaft vom Boden des Heimatlandes zu fungieren, in dem sie jetzt ihre bleibende Stätte aufgeschlagen hat. Sir John Chancellor blieb bis zum Schluß, obgleich der Abend sich fast bis Mitternacht hinzog, und gab seiner Freude Ausdruck, das hebräische Drama kennengelernt zu haben. Ohne statistische Daten zur Grundlage zu nehmen, kann man sagen, daß sich die wirtschaftliche Lage in Jerusalem erheblich verbessert zu haben scheint. Ich schließe das aus der großen Zahl neuer Läden, die in den letzten 12 bis 18 Monaten eröffnet worden sind. Zahlreiche Grundstücke an der Jaffastraße sind bebaut worden, meistens mit zwei- bis dreistöckigen Häusern, die im Erdgeschoß Läden und oben Wohnungen oder Büros haben. Ebenso schnell, wie die. Gebäude errichtet werden, sind sie auch vermietet. Z. B. hat man unweit von unserem Büro in der letzten Woche vier neue Läden aufgemacht. Es sind ein Laden mit Chinawaren, ein Geschäft für handgemalte Lampenschirme, ein Blumenladen und Cafe. Die ersten beiden sind die ersten ihrer Art in der Stadt; das Blumengeschäft ist schon das vierte oder fünfte, das wir haben, die Zahl der Restaurants beläuft sich gewiß auf mehr als Hundert. Alle scheinen ganz gut zu gehen. Selten wird ein Laden geschlossen. Ein weiteres Zeichen ist das enorme Anwachsen der Autos, sowohl der privaten wie der Mietautos. Es ist klar, daß das Geld vorhanden sein muß, um all die neuen Häuser und neuen Autos zu bezahlen, sonst könnte die fortschreitende Bewegung nicht anhalten. Jerusalem hat keine Hausse gehabt, sondern entwickelt sich ruhig und wird bald, abgesehen von seiner geschäftlichen Entwicklung, auch eine Reihe großer öffentlicher Gebäude sein eigen nennen — Regierungsbüros, Residenz des High Commissioner, Zionistisches Amtsgebäude, Hotels und nicht an letzter Stelle das Rockefeller-Museum. * * * Man wird oft gefragt, wo die jungen Leute in Palästina ihre freie Zeit verbringen. Der Hunger nach Belehrung aller Art ist so groß, daß Vorträge, so zahlreich und verschieden sie veranstaltet werden, stets besucht sind. Doch abgesehen von solch intellektueller Erholung haben wir eine bedeutende Sportbewegung, die vom „Makkabi“ und neuerdings auch vom „Ffapoel“, dem Arbeitersportklub, gefördert wird. Diese Bewegungstätigkeit im Freien wird in einem der neuen Lichtbildervorträge, die das Hauptbüro des Keren Kajemeth herausgibt, beschrieben, und wer einen Blick in diese Seite des palästinensischen Lebens tun will, sollte sich den Vortrag bestellen. Ferner erschien in dieser Serie ein Vortrag „50 Jahre jüdische Kolonisation“, der einen Überblick über die landwirtschaftliche Bewegung von ihren Anfängen bis zum heutigen Tage gibt. E. M. Epstein. Aus der jüdischen Welt Der neuerrichtete Gladbecker jüdische Friedhof zerstört Gladbeck, 21. Januar. (JTA.) In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die fünf Grabdenkmäler, die bisher auf dem Friedhof der jungen Gladbecker Synagogengemeinde errichtet waren, sämtlich umgestürzt. Außerdem waren die die Grabeinfassungen und die Umfriedungen aus der Erde gerissen. Bei dieser Tat haben offensichtlich mehrere Täter zusammengewirkt. Die Aufklärungsarbeit der Gladbecker Kriminalpolizei wird dadurch erschwert, daß in der Nacht Regen niedergegangen ist. Die Synagogengemeinde hat für die Namhaftmachung der Täter eine Belohnung von 300 RM. ausgesetzt. Der Sächsische israelitische Gemeindeverband soll eine Körperschaft öffentlichen Rechtes werden Dresden, 21. Januar. (JTA.) Dem Landtag ist ein Gesetzentwurf über die öffentlich-rechtlichen Religiionsgesellschaften zugegangen. Darnach sind