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Das jüdische Echo · 1929-01-18 · 3 (18.1.1929) · p. Seite 40

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
3 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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40 Das Jüdische Echo Nr. 3 Aus der jüdischen Welt Tagung der Reichsarbeitsgemeinschaft der Landesverbände jüdischer Gemeinden in Leipzig Leipzig, 14. Januar. (JTA.) Die Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände des Deutschen Reiches ist am Sonntag, dem 13. Januar, in Leipzig zu einer Tagung zusammengetreten. Die Tagung war von den Verbänden Preußen, Bayern, Sachsen, Baden, Württemberg, dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund und von einer Anzahl kleinerer Landesverbände, sowie von den Gemeinden Hamburg und Lübeck besucht. Es liegt in der Konstruktion der Arbeitsgemeinschaft, daß verbindliche Beschlüsse nicht gefaßt werden können, daß vielmehr nur auf einstimmiges Votum hin den angeschlossenen Verbänden Empfehlungen gegeben werden können. Von der reichen Tagesordnung sind durch positive Beschlußfassung in diesem Sinne folgende Punkte erledigt worden: Der D. I. G.-B. richtet ein neues Fürsorgeerziehungsheim in Wolzow ein, zu dem das Deutsche Reich neben dem Preußischen Landesverband bereits Zuschüsse gewährt hat. Es ist auch den anderen Landesverbänden empfohlen worden, Beiträge hierzu zu leisten. Das finanziell bedrohte Gesamtarchiv der deutschen Juden soll durch Unterstützungen seitens der Landesverbände erhalten werden. Die vom Preußischen Landesverbände einberufene Konferenz über die Bekämpfung der Mischehen zu beschicken, wird auch den übrigen Landesverbänden empfohlen. Hinsichtlich der Frage, ob die in der Entstehung begriffene Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland eine Unterstützung seitens aller Verbände erhalten soll, hat sich bei dem Widerspruch einiger Verbände eine Beschlußfassung nicht ermöglichen lassen. Der Widerspruch ist darauf zurückzuführen, daß durch die Beteiligung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens die Unparteilichkeit der Zeitschrift den widersprechenden Verbänden nicht unbedingt gewährleistet erschien. Ebenso konnte ein Antrag auf Unterstützung des Pro-Falascha-Komitees keine einstimmige Annahme finden. In der Frage der Erhaltung jüdischer Kunstdenkmäler ist eine Vertagung erfolgt; in der Zwischenzeit soll eine ausführliche Denkschrift des bayrischen Verbandes den Teilnehmern der Arbeitsgemeinschaft zugestellt werden. Über die Fragen der Sonntagsruhe, der Reichssteuergesetze, des Schulwesens, des Schächtschutzes und der neuen Regelung des Reichsstrafgesetzbuches haben ausführliche Besprechungen stattgefunden, die aber zu einer Beschlußfassung nicht geführt haben. Am 3. März Tagung des Deutschen Keren Hajessod Berlin, 8. Januar. (JTA.) Am 22. Dezember 1928, nachmittags 5 Uhr, fand eine Präsidiumssitzung des Deutschen Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) statt, bei der der Präsident des Deutschen Keren Hajessod, Herr Oskar Wassermann, den Vorsitz führte. An der Sitzung nahmen folgende Präsidiumsmitglieder teil: Rabbiner Dr. Baeck, Dr. Aron Barth, Alfred Berger, Kurt Blumenfeld, Willy Dreyfus, Dr. Bernhard Kahn, Prof. Karl Lewin, Alfred Lisser (Hamburg), Fritz Sondheimer (Frankfurt) und Dr. Martin Rosenblüth Deutsche Neuwäscherei G.m.b.H, FELIX BRANDNER » MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8 Tage Entschuldigt fehlten Generalkonsul Eugen Landau, Dr. Alfred Apfel, Kommerzienrat Albert Moos (Stuttgart) und Alfred Leonhard Tietz (Köln). Als Gast war bei einem Teil der Sitzung der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann zugegen, der auf Wunsch des Vorsitzenden einen eingehenden Bericht über den gegenwärtigen Stand der Jewish-Agency-Angelegenheit erstattete. Nach einer Aussprache, an der sich fast alle Mitglieder des Präsidiums beteiligten, wurde die Einberufung einer Landesversammlung (Generalversammlung) des Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) für Sonntag, den 3. März, nach Berlin beschlossen. In das Präsidium wurden die Herren Fritz Naphtali (Berlin) und Julius Schindler (Hamburg) kooptiert. Tagung der württembergischen israelitischen Landesversammlung Stuttgart, 11. Januar. (JTA.) In Anwesenheit der Mitglieder des Israelitischen Oberrats und aller Landesvertreter eröffnete deren Präsident, Herr Julius Rothschild, die diesjährige Landesversammlung, deren Hauptaufgabe die Verabschiedung des Haushaltsplanes bildete. Dieser weist an Ausgaben den Betrag von 419 723 Reichsmark, an Einnahmen 204 262 Reichsmark auf, so daß der Abmangel 215 461 Reichsmark beträgt. Zur Deckung dieses Mangels ist eine Landesumlage von 4 Prozent der Reichseinkommensteuer 1927 und der dreifachen Vermögenssteuer 1927 zu erheben. Der Prozentsatz der Landesumlage konnte also gegenüber dem Vorjahre um 0,5 Prozent gesenkt werden. Die Landesversammlung beschäftigte sich ferner mit verschiedenen Besoldungs- und Anstellungsfragen; sie beschloß gegen die Stimmen der gesetzestreuen Richtung den Beitritt zur Reichsorganisation. Der Antrag, das passive Frauenstimmrecht einzuführen, wurde abgelehnt. Der Verband russischer Juden appelliert an die deutschen Juden Berlin, 10. Januar. (JTA.) Der Verband russischer Juden in Deutschland, der demnächst in das 10. Jahr seines Bestehens eintritt und der mit einem Jahresetat von rund 200 000 RM. bei weitem die größte soziale Flüchtlingsorganisation ist, deren Hilfswerk im wesentlichen auf Selbsthilfe beruht, hat für Mittwoch, den 9. Januar, 5 Uhr nachmittags, zu einem Presse-Tee in das Hotel Kaiserhof geladen. Der Einladung leisteten die Vertreter fast der gesamten deutschen Presse, der jüdischen Presse und der Presse des Auslandes Folge. Das Auswärtige Amt ließ sich durch Konsul von Saucken, der Völkerbund durch Generalkonsul Graap und Herrn Schöne vertreten. Neben verschiedenen Angehörigen des Verbandes, die die deutschen Juden zur Hilfe aufriefen, ergriff auch Arnold Zweig das Wort; er stellte mit eindringlichen Worten das Los der Geflüchteten dar und verlangte die Fürsorge für sie durch Unterstützung ihrer Selbsthilfeorganisation. Antisemitische Diktatur im Alpenverein Be r 1 i n , 9. Januar. (JTA.) Von einem Mitglied des Deutsch-Östereichischen Alpenvereins wird dem „Berliner Tageblatt“ über die Zustände in diesem Verein u. a. mitgeteilt: Unter der Führung des Kommerzienrates Dr. Hauptner ist die Sektion Berlin des Alpenvereins zum Gegenstand fortgesetzter unliebsamer Erörterungen geworden. Zu-

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