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Das jüdische Echo · 1929-01-18 · 3 (18.1.1929) · p. Seite 39

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
3 (18.1.1929)
Date
1929-01-18
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 39 Jewish Agency in die Praxis umzuselzen. Eine Verwässerung des Zionismus braucht die Beteiligung der Nichtzionisten am Paläslinaaufhau durchaus nicht mit sich zu bringen, denn Palästinas Eigenleben ist demgegenüber viel zu stark. Auch die Zionistische Organisation verliert nicht ihre Aufgabe, denn sie hat zwar nicht mehr die Mittel, wohl aber die Menschen zu stellen. Wenn aber der Kreis der gesamtjüdischen Aufgaben im Galuth überhaupt einen Sinn erhalten soll, so ist dies nur möglich, wenn man dabei den Palästina-Aufbau berücksichtigt. Nur er kann dem Golus einen Sinn geben, die gesamtjüdischen Aufgaben sinnvoll machen. Herr Waldmann erntete für seine überaus lebhaften und materialreichen Ausführungen den herzlichen Beifall der Anwesenden, der ihm nach einer außerordentlich geschickten und treffenden Antwort auf Bedenken eines Anhängers der „jiddischen Kultur“ von neuem zuteil wurde. K. N. Ein Zionist Vorsitzender der Berliner Jüdischen Gemeinde Wahl Georg Kareskis Berlin, 9. Januar. (JTA.) Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin hat in seiner am Dienstag, dem 8. Januar, abends, stattgefundenen. Sitzung den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Direktor Georg Kareski, zum Vorsitzenden des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde gewählt. Direktor Kareski gehört der Jüdischen Volkspartei an. Der bisherige Vorsitzende, Kommerzienrat Gerson Simon, der weiter im Gemeindevorstand verbleibt, wurde zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Cher die Persönlichkeit des neuen Präsidenten der Berliner Jüdischen Gemeinde ist zu sagen: Herr Georg Kareski wurde am 21. Oktober vorigen Jahres fünfzig Jahre alt. Zu Posen geboren, gelangte Georg Kareski schon in früher Jugend zu politischer Bedeutung. Er wurde der Führer der deutschen Handelsgehilfen und entwickelte eine umfangreiche sozialpolitische und rednerische Tätigkeit, die ihn durch alle Teile Deutschlands führte und ihn mit den Führern der politischen Parteien in engsten Zusammenhang brachte. Nachdem er eine geachtete politische Stellung errungen hatte, begann er seine Kräfte der jüdischen Gemeinschaft zu widmen; Im Jahre 1920 entsandte ihn die Jüdische Volkspartei in den Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde, wo er sich als Verwaltungsfachmann von großem Format erwies. Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeindevorslandes und sodann zum Finanzdezernenten gewählt, hat Kareski in beiden Ämtern ungewöhnliche Erfolge erzielen können. Er hat den Steuersatz von 15 Prozent auf 10 Prozent gesenkt und damit den Austritten aus der Gemeinde, die aus materiellen Motiven erfolgten, den Boden entzogen. Trotzdem konnten dank dem Verwaltungstalent Kareskis aus den Steuereingängen das Defizit der früheren Jahre gedeckt und die immer steigenden Bedürfnisse der Gemeinde in gottesdienstlicher, kultureller und sozialer Beziehung (die Berliner Jüdische Gemeinde steht mit ihrem Jahresbudget von rund zehn Millionen Mark an der Spitze aller jüdischen Gemeinden Europas) befriedigt werden. — Im Preußischen Landesverband ist Kareski Mitglied des engeren Rates, und auch dort bat man ihn zur Leitung der Finanzen berufen. Als Persönlichkeit von schärfster Prägung spielt Georg. Kareski auch im wirtschaftlichen Leben Berlins eine Rolle. Kareski hat sich um die Gründung der beiden Berliner jüdischen Genossenschaftsbanken, insbesondere der „Iwria“, Verdienste erworben. Erster stellvertretender Vorsitzender der Gemeinde bleibt wie bisher Herr Kammergerichtsrat Leo Wolff, der vor Gerson Simon Vorsitzender des Vorstandes der Gemeinde war. Neue wichtige Husgrabungen in Palästina Königsgrab entdeckt Jerusalem, 1. Januar. (JTA.) Der Palestine Exploration Fund hat unter Leitung des Direktors der britischen Archäologenschule in Jerusalem, J. W. Growfoot, und des Dozenten an der Hebräischen Universität Jersalem, Dr. E. L. Sukenik, neue Ausgrabungen am Ophel durchgeführt, deren Resultate ein neues Licht auf die Topographie des alten Jerusalem werfen. Die Expedition hat den steilen Abhang an der Westseite des Ophel-Kammes zum Teil fi eigelegt. Die alte Stadtmauer und die Türme, die man schon 1927 aufgefunden batte, standen auf einem breiten Unterbau unterhalb der jetzt freigelegten Stelle. Ein kleiner Teil der alten Stadtmauer ist weiter südlich gefunden worden. Bei diesem Teil sind die Steine in einer Art geschichtet, wie man sie analog anderen Beispielen als charakteristisch für die Periode der hebräischen Könige ansieht. Es dürfte daher keinem Zweifel unterliegen, daß dieser Stadtwall auf die Zeit eines der in der Bibel genannten Könige zurückgeht. Aufgefundene Scherbenhaufen weisen auf die gleiche Periode hin. Etwas nördlich von dem erwähnten Teil der Stadtmauer sieht man eine schöne sechs Meter tiefe Zisterne, die zwischen dem künstlich abgeböschten Vorsprung und der Stadtmauer gebaut worden war. Wahrscheinlich ist diese Zisterne zu Zeiten Nehemias gebaut worden. Unter der Felsoberfläche sind einige unterirdische Zimmer entdeckt worden. Die meisten sind wohl zum Zwecke von Zisternen ausgehauen worden. Besonders interessant ist eine Reihe zusammenhängender Räume, die zu einem anderen Zweck angeiget worden waren. Fünf Räume dieses Komplexes sind bereits durchgeprüft worden. Man nimmt an, daß diese Räume ursprünglich als eine Flucht von Grabgemächern angelegt wurden. Jerusalem, 6. Januar. (JTA.) Wie heute mitgeteilt wird, wurde von John Crowfoot und Prof. Sukenik ein antikes Gewölbe entdeckt, das wahrscheinlich als Grabstätte jüdischer Könige benutzt wurde. Verschiedene aufgefundene Gegenstände weisen auf diesen Zweck hin. berpollinger Das Münchener Kaufhaus Neuhauser Straße 44 am Karlstor Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung

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