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Das jüdische Echo · 1929-01-11 · 2 (11.1.1929) · p. Seite 28

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
Seite 28 (sequence 12)
Language
German
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28 Das Jüdische Echo Nr. 2 richtsperiode 820 164 Pfund verwendet worden sind. Laut einer im September in der „Official Gazette“ erschienenen Mitteilung der Palästinaregierung betrug das Defizit im Staatshaushalt im ersten Halbjahr (Januar—Juni) 1928 1 146 619 Pfund (Einnahmen: 167 070 Pfund, Ausgaben: 1 313 609 Pfund). Schutzzolltarife in Palästina Jerusalem, 3. Januar. (JTA.) Die Palästinaregierung hat soeben eine Verordnung herausgegeben, laut welcher die Einfuhrzölle auf Zement, Schokolade, Seife und andere Gebrauchsartikel, die in Palästina produziert werden, eingeführt werden. Bekanntlich ist die Forderung nach Einführung von Schutzzoll-Tarifen mit dem Zwecke der Förderung der jungen palästinensischen Industrie eines der Postulate der Zionistischen Organisation, das auch in den Berichten der Sachverständigen der Joint Palestine Survey Commission seinen Ausdruck findet. Deutsche ^enwäsch**pei in. b. H. FELIX BRA\I>\RR * MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr-2370b Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden »rnd Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tapr Araber vertreiben Chedera-Kolonisten aus ihren Feldern — Wadie Bustani wieder an der Arbeit Jerusalem, 4. Januar. (JTA.) Am Mittwoch, dem 2. Januar, erschien ein Trupp arabischer Beduinen auf den Feldern der jüdischen Bauern der Kolonie Chedera und vertrieb die Kolonisten, die gerade mit Pflugarbeit beschäftigt waren. Alsdann zerstörten die Beduinen die um die Felder gezogenen Zäune. Sie erklärten den Kolonisten, der Boden gehöre ihnen. Die herbeigerufene Polizei verhaftete die angreifenden Beduinen, ließ sie aber gegen Kaution wieder frei. Es handelt sich um einen Beduinenstamm, der seit vielen Jahren auf den Böden der Kolonie Chedera sein Vieh weidete, ohne hierfür ein Entgelt zu leisten oder sonst irgendwie Rechte auf den Boden zu haben. Die Kolonisten haben ihnen auch weiterhin das Weiden des Viehs auf den Böden der Kolonie, soweit diese nicht angebaut worden waren, freiwillig gestattet. Als dann diese Böden in Anbau genommen wurden, fanden sich die Beduinen, denen andere Weideflächen zur Verfügung stehen, mit dieser Tatsache ab. In der vorigen Woche aber besuchte sie der berüchtigte arabische Hetzer Wadie Bustani, der schon öfter arabische Beduinen gegen jüdische Kolonien gehetzt hat, und forderte sie auf, ihr vermeintliches Recht an dem Boden der Kolonie Chedera durch gewaltsame Besitzergreifung geltend zu machen. Feuilleton Der Beth-Hamfdrasch brennt! Eine Erzählung aus Sowjetrußland von M. Herz Und also beschlossen die jüdischen Arbeiter, den alten Beth-Hamidrasch zu konfiszieren und in einen Klub umzuwandeln. Die Nachricht traf die Juden des Städtchens wie ein Blitzschlag. „Was heißt das, den alten Beth-Hamidrasch, der seit Generationen in Heiligkeit geläutert ist, der Gotteslästerung anheimzugeben?; Der alte Beth-Hamidrasch, dem Feuer und Schwert nichts anhaben konnten, der den schwersten Prüfungen ausgesetzt war, der alte Beth-Hamidrasch, der wie ein lebendiger Zeuge von Großvätern und Enkeln bis zum jüngsten Sproß zu erzählen weiß, soll durch die Hände der Eigenen vertilgt werden?“ So suchten Juden Erleuchtung, Gottes Zelt vom Untergang zu retten. Juden wehklagten und brachten wehklagend den Fall vor die höhere Instanz — es half nichts. Die jüdischen Arbeiter zeigten auf, daß es ein Verbrechen sei, ein Gebäude leer stehen zu lassen, also ohne jeden Nutzen. Kaum daß man zur Not zehn Juden zu einem Minjam zusammenbringt, indes der „Komjung“ (kommunistische Jugendorganisation) wegen Mangel an Lokalitäten darniederliegt, das jüdische Proletariat keine Räume hat zur Durchführung seiner sozialen Arbeit. Es sei also Sünde, das Projekt zu stören, ihnen nütze es, den anderen bringe es keinen Schaden. Der endgültige Bescheid war kurz: Beth-Hamidrasch ist zu konfiszieren, da er keine Existenzberechtigung hat, und der jüdischen Arbeiterschaft zu übergeben. Juden taten ihr Letztes, fasteten, sagten Tillim, aber vergeblich. Jomim norojim rückten heran, Tage, da selbst Fische im Wasser zittern, und da werden die Juden nicht einmal ein Plätzchen haben, um ihr Herz vor dem Herrn der Welten auszuschütten. Nun versammelten sie sich beim Row im Hause, hielten Besprechungen ab, suchten Rat, erwogen hin und erwogen her, aber sie konnten nichts finden ... So warteten Juden auf ein Wunder, irgend etwas wird geschehen — der alte Beth Hamidrasch, der Zeuge war jüdischer Not, von Austreibungen und Abschlachtungen, der alles gesehen und mitgemacht hatte, wird auch diese Heimsuchung überdauern. Juden warteten auf ein Wunder, hatten Vertrauen. Auf dem Hof des Beth-Hamidrasch wurden Gruppen von Arbeitern sichtbar, maßen, zählten, rechneten, um die Umwandlung in einen Klub tadellos durchzuführen. Für alle stand es bereits fest, daß ein Wunder diesmal nicht geschehen werde. Ein Tag noch — und Hammer und Eisen werden sich in den alten Leib des Beth-Hamidrasch, in sein Fleisch und Blut hineinbohren, aus ihm Stücke herausbrechen, und sein Seufzen und Stöhnen wird niemand hören. Gesperrt sind die Tore des Himmels... Jede Minute ist kostbar, in jeder Sekunde kann es geschehen, es wird zu spät sein. Und da wurde der schreckliche Gedanke geboren. Beim alten ehrwürdigen Oberhaupt taten sich Juden zum letztenmal zusammen, wußten sehr wohl, daß alle Wege und Stege versperrt seien, aber wie ein Ertrinkender sogar nach der Schärfe

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