Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 2 (11.1.1929)
- Date
- 1929-01-11
- Page
- Seite 25 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9103083-9158553--09080-9081987- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 2 Das Jüdische Echo 25 Unter den 4019 ausländischen Studenten, enthalten in den obigen Zahlen, befinden sich 787 jüdischen Glaubens. Sie machen 22 Prozent der Juden überhaupt aus, 19 Prozent der Ausländer. Es studieren 2733 jüdische Männer, 1838 jüdische Frauen. Unter den jüdischen Studierenden befinden sich also etwa zwei Fünftel Frauen, während die Gesamtzahl der Studentinnen in Deutschland 11 883 beträgt, so daß von sämtlichen studierenden Frauen 15 Prozent Jüdinnen sind. 32 Prozent der jüdischen Hochschüler studieren Rechtswissenschaft, davon 1013 Männer, 109 Frauen, 114 Ausländer und 16 Ausländerinnen. 27 Prozent der jüdischen Hochschüler studieren allgemeine Medizin, davon 661 Männer und 295 Frauen. Bei diesem Studium betragen die jüdischen Ausländer 25 Prozent. Die meisten jüdischen Hochschüler studieren in Berlin, und zwar 1100 (287 Ausländer) unter 10 691 Studierenden (994 Ausländer). Es folgen Frankfurt mit 369 Juden unter 3657 Studierenden, Freiburg mit 285, Heidelberg 251, Münster 247, Breslau 224 jüdischen Studierenden. In Aachen, München, Braunschweig usw. studieren zur Zeit nur wenige Juden. Von den Technischen Hochschulen hat Berlin-Charlottenburg weitaus die meisten jüdischen Studenten. Soziale Woche des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände Seesen, 1. Januar. (JTA.) Die soziale Woche des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände in dem vom Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände unterhaltenen Jacobsheim zu Seesen vom 23. bis 31. Dezember 1928 vereinigte etwa 40 junge Menschen aller jüdischen Richtungen im eigenen Heim der jüdischen Jugend zu gemeinsamer Arbeit und Erholung. Dr. Ollendorff und Dr. Kreuzberger behandelten in Referat und Korreferat die Frage der Erneuerungsbestrebungen in der allgemeinen und jüdischen Wohlfahrtspflege. Die Fragen der jüdischen geschlossenen Fürsorge (Waisenhäuser), Lehrlingsheime, Fürsorgeerziehungsanstalten, Psychopathenheime) wurden von Dr. Hanna Eisfelder und Dr. Paula Kronheimer behandelt. An Hand langjähriger praktischer Erfahrungen berichtete Hilde Hochwald über Erneuerungsbestrebungen in der jüdischen halboffenen Fürsorge. Das verhältnismäßig junge Gebiet der Jugendpflegearbeit an der bisher unorganisierten Jugend fand in einem Referat von Dr. Georg Lubiuski seine Behandlung. Im Anschluß hieran wurde über Ansatzpunkte der ehrenamtlichen Mitarbeit von Jugendlichen in Wohlfahrtskommissionen gesprochen. Diese Mitarbeit soll von der Möglichkeit der tatsächlichen Mitbestimmung und Einflußnahme abhängig gemacht werden, wie auch von der Mitgliedschaft der Jugendlichen in den leitenden Gremien. Abschließend sprach Martin Sobotker über Tatsachen aus dem Leben der jüdischen Großstadtjugend. Er wies auf die schwierigen Probleme der Berufsumschichtung und Berufsberatung hin. Während der Tagung fand eine Sonderarbeitsgemeinschaft über die Zusammenhänge von Wohlfahrtspflege und Sozialismus statt, ferner wurden Berichte über die Arbeit der neu errichteten Pflegeämter und des jüdischen Kinderhauses in Kowno gegeben, außerdem besprach man Ausbildungs- und Berufsfragen der jüdischen Sozialarbeiter. Konstituierung des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde — Präsident Professor Pick Wien, 6. Januar. (JTA.) Der vor kurzem gewählte Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde hielt seine konstituierende Sitzung ab und wählte zum Präsidenten der Gemeinde Oberstabsarzt Professor Pick, zum 1. Vizepräsidenten Dr. Jacob Ornstein, zum 2. Vizepräsidenten Dr. Ticho. Der Präsident und die beiden Vizepräsidenten sind führende Mitglieder der Union österreichischer Juden. Die Zionisten sind diesmal im Präsidium nicht vertreten, sie gehen somit zur absoluten Opposition über. Die Unionisten zählen im neuen Vorstand 17 Vertreter gegen 18 Vertreter der Zionisten, Misrachisten, Werktätigen und Unparteiischen. Der 8. tschechoslowakische Zionistentag — Eine bedeutungsvolle Rede Brodetskys Brünn, 1. Januar. (JTA.) Der 8. tschechoslowakische Zionistentag wurde in diesen Tagen in Brünn im Beisein des Mitglieds der Zionisti- Friedrich Hahn Feinkost und Lebensmittel München, Theatinerstraße 48, Telephonruf Nr. 24421 Freie Zusendung ins Haus PELZMOBEN ■BfRNHARD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KAU FING ERSTRASSE 25 BRIEIN NERSTRASSE 8