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Das jüdische Echo · 1929-01-11 · 2 (11.1.1929) · p. Seite 23

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
2 (11.1.1929)
Date
1929-01-11
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 23 Zu den Münchener Gemeinde* wählen Mit dieser Äußerung schließen wir nunmehr endgültig die Diskussion: Der Wortführer des „Ohel Jakob“ bewegt sich mit seinen Argumenten im Kreise und ist eigentlich im Grunde der gleichen Auffassung wie ich selbst und mit mir der Gesamtausschuß der Ostjuden: Wenn nämlich der „Ohel Jakob“ auf dem Standpunkt steht, daß seine Anhängerschaft sich auf die Vereine „Schomre Schabos“ und „Machsike Hadaß“ begrenzt, dann — und nur unter dieser Voraussetzung — muß ich notwendigerweise die außerhalb dieser beiden Vereine stehenden Ostjuden auffordern, bei geeigneter Gelegenheit dem „Ohel Jakob“ ihre Gefolgschaft zu verweigern. Die von den Herren des „Ohel Jakob“ konstruierte Scheidung in Orthodoxie und...? (Liberale wird wohl nicht behauptet werden) ist für die jüdische Gemeinschaft nicht am Platze. Sämtliche bestehenden Vereine haben strenggläubige und andere Mitglieder. Als Vertreter der Gesamtheit der Ostjuden wurde der Gesamtausschuß gebildet und seit seiner Gründung ist der Verein „Schomre Schabos“ durch seinen Vorsitzenden, der auch gegenwärtig an den Beratungen des Gesamtausschusses teilnimmt, meist sogar noch durch ein zweites Vorstandsmitglied vertreten. Diesen Tatsachen gegenüber ist offenbar der Wortführer des „Ohel Jakob“ schlecht unterrichtet. Es ist von dieser Seite ein außerordentlich bedauerlicher Fehler, daß man nicht einsehen will, wie falsch es von vornherein war, am Gesamtausschuß der Ostjuden, mit welchem gemeinsam „Ohel Jakob“ den letzten Wahlkampf geführt hat, vorüberzugehen und daß man in einer völlig irrigen Auffassung der Verhältnisse versucht, sich eine orthodoxe Gemeinde innerhalb der Ostjuden zu konstruieren. Der Gesamtausschuß hat die Pflicht, im Interesse der ganzen ostjüdischen Gemeinschaft seine Wirksamkeit intakt zu halten und darf deshalb nicht zulassen, daß deren Geschlossenheit unter Ausnützung verhältnismäßig geringfügiger Differenzen gefährdet wird. Die Bemühungen der Herren des „Ohel Jakob“ zu einer Lösung der Kandidatenfrage werden durchaus nicht verkannt; sie waren aber zur Erfolglosigkeit verurteilt, nachdem der „Ohel Jakob“ eine Außenseiterkandidatur aufgestellt hatte, die zweifellos von der großen Mehrzahl der orthodoxen Ostjuden nicht getragen wurde. Die Herren vom „Ohel Jakob“ hatten zweifelsfrei die Pflicht, sich daran zu erinnern, mit welcher ostjüdischen Organisation sie vordem gemeinsam zusammengewirkt hatten und zunächst sich ebenso an diese zu wenden, wie es anderseits die Zionistische Organisation getan hat. Statt dessen hat der Verein „Ohel Jakob“ die Verbindung mit dem „Schomre Schabbos“ aufgenommen. In diesem Schritt liegt der Beginn des Konfliktes und es wäre wahrhaftig angemessener und den Interessen der positiv gerichteten Teile der Gemeinde dienlicher, wenn dieser Fehler eingesehen würde. Sollten aber die Herren vom „Ohel Jakob“ auch weiterhin ihre Gefolgschaft auf die Vereine „Schomre Schabbos“ und „Machsike Hadaß“ beschränken wollen, so bleibt ihnen dies natürlich unbenommen. Jakob Reich. Wissenschaftlicher Lehrerfortbildungskurs Dank der Initiative des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden und des Israelitischen Lehrervereins in Bayern haben mehr als 120 jüdische Lehrer aus den süddeutschen Ländern zwischen dem 24. und 27. Dezember Tage seltener geistiger Anregung in Würzburg verbringen können. Der Präsident des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, eröffnete persönlich den Fortbildungskurs, der außerdem von dem Vorsitzenden des Israelitischen Lehrervereins in Bayern, Herrn Hauptlehrer Ro s e n f e 1 d, von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Hanover und dem Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Würzburg, Herrn Kommerzienrat Dr. Braunschweiger, begrüßt wurde. Universitätsprofessor Geheimrat Dr. Hehn (Würzburg) hielt eine vierstündige Vorlesung: „Der G’ ttesbegriff der Bibel und die Welt des alten Orient s.“ In meisterhafter Klarheit, unter Anführung einer Fülle von Einzelbeispielen verstand der bekannte Gelehrte den G’ttesglauben der alten Babylonier, Assyrer und Ägypter in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen darzustellen. Insbesondere wies er nach, daß entgegen vielfacher Behauptung, sich aus dem Polytheismus des alten Orients n i e und nirgends ein wirklicher Monotheismus entwickelt hat, während der G’ttesbegriff der Bibel von Anfang an ein rein monotheistischer, frei von allen mythologischen Beimengungen, gewesen ist. Seminardirektor S t o 11 (Würzburg) referierte über „Lehrplanfragen des jüdischen Religionsunterrichtes“ und ferner über den hebräischen Unterricht auf der Fibelstufe. Sinnvoll in der Konstruktion. — Werden in eigenen Fabriken hergesteht. — Sind formvollendet, dauerhaft und preiswert. — Wir treten für unsere Erzeugnisse ein. — Besichtigung u. Auskunft bereitwilligst. nur Theatinerstraße 10 Kataloge gratis! Telephon 93772.

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