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Das jüdische Echo · 1929-01-04 · 1 (4.1.1929) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
Seite 10 (sequence 14)
Language
German
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10 Das Jüdische Echo Nr. 1 ,geheim4 getroffenen Abmachungen zwischen Ohel Jacob und den genannten Vereinen, von denen der Gesamtausschuß berichtet. Eine vollkommene Überraschung bildete es aber für Ohel Jacob, daß genannter Ausschuß, ohne mit Ohel Jacob nur irgendwie Fühlung genommen zu haben, in öffentlicher Versammlung auch für den freigegebenen orthodoxen Sitz einen Kandidaten nominierte und ad hoc eine Abstimmung herbeiführen wollte. Die Mißhelligkeiten, die sich hieraus ergaben, wurden nun wider besseres Wissen Ohel Jacob zur Last gelegt, trotzdem von der Leitung des Ohel Jacob unablässig in geradezu beispielloser Weise auf eine Einigung der beiden ostjüdischen Gruppen hingearbeitet und immer wieder betont wurde, Ohel Jacob hielte es für das allein Richtige, wenn der zur Verfügung gestellte Sitz von einem Ostjuden eingenommen würde, auf den sich alle orthodoxen Ost j u d e n einigten. Nur der innere Zwist unter den Ostjuden führte dazu, daß ein Vorschlag des Herrn Oberlandesgerichtsrates Dr. Neumeyer, die Wahrung der orthodoxen Interessen einem Mitglied von Ohel Jacob anzuvertrauen von beiden ostjüdischen Lagern mit Dank angenommen wurde und nach nochmaligen von Ohel Jacob betriebenen Einigungsverhandlungen schließlich in die Tat umgesetzt werden mußte. Den Dank votierte man Ohel Jacob in Form einer Protestversammlung, in der von den Rednern des Gesamtausschusses erklärt wurde, man werde Ohel Jacob in zwei Jahren mit dem Wahlzettel in1 der Hand für sein Vorgehen die Antwort geben, Ohel Jacob, das lange bevor überhaupt eine zionistische Fraktion und bevor ein Gesamtansschuß der Ostjuden in München existierte, für die Rechte der Ostjuden in brüderlicher Weise gekämpft hat. Wenn der Gesamtausschuß die Kampfansage an Ohel Jacob nun nicht mehr gelten lassen will, so ist dies nur zu begrüßen, noch mehr, wenn er seine ostjüdischen Brüder dazu erziehen will, dem Gebote der heiligen rnin zu folgen, und es kann daran nur der Wunsch geknüpft werden, daß sich dies löbliche Tun nicht nur auf das eine Gebot beschränkt ' D^n "pHN mpö das in das in seiner mißbräuchlichen Anwendung hier doch recht eigentümlich berührt. Oder sollte ns&'D das Wort "pnx wirklich nur auf Ostjuden bezogen und unter nsJ die Westjuden verstanden haben.“ H. R. MAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge, Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 338 23—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung — Spezial s Reparaturwerkstatt Günstige Ratenzahlungen Aus der jüdischen Welt Berliner Tagung der Exekutive der Konlerenz für den Schutz der jüdischen Minderheitenrechte ‘ Berlin, 28. Dezember. (JTA.) Unter dem Vorsitz von Professor S. Dubnow trat die von der Züricher Konferenz für den Schutz der jüdischen Minoritäten Osteuropas gewählte Exekutive gestern zu einer mehrstündigen Sitzung hier zusammen. An der Sitzung nahmen teil: der Vorsitzende und der geschäftsführende Vorsitzende der Exekutive, die Herren N. Sekolow und Leo Motzkin, weiter der Sejmabgeordnete J. Grünbaum' (Warschau), der Redakteur von „The Day‘\ Herr Coralnik (Neuyork), der im Begriff ist nach Rumänien zu reisen, Herr Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee (Berlin) und der Abgeordnete des lettländischen Sejm Rabbiner Nurek (Riga). Her Motzkin erstattete einen Bericht über die Aktionen des Pariser Büros, es wurden Propaganda- und Finanzfragen und eine Reihe von Fragen, die einzelne Länder betreffen, behandelt, u. a. eine Enquete über das Schulwesen durchgesprochen, sowie Fragen erörtert, die sich auf die Beteiligung an der Minderheitenkommission der Union der Völkerbundsligen, des Nationalitätenkongresses und1 das Staatenlosenproblem beziehen. Außerdem gelangten eine Anzahl innerer, zumeist organisatorischer und literarischer Fragen zur Behandlung, so auch Zeit und Ort für die Einberufung des Rates im kommenden Sommer. Die Zuwahl der Herren Kreinin, Lobry und Gurewitsch in das Pariser Konsulativkomitee wurde ratifiziert. Anschläge gegen den Züricher jüdischen Friedhof Zürich, 30. Dezember. (JTA.) In den letzten Tagen wurde die Umfassungsmauer des Züricher jüdischen Friedhofs „Friesenberg“ in zwei Nächten hintereinander von unbekannten Tätern beschädigt, so daß kein, Zweifel besteht, daß es sich um beabsichtigte Devastierungen handelt. Die Züricher Israelitische Kultusgemeinde hat eine Belohnung von 500 Schweizer Francs für die Eruierung der Täter ausgesetzt und die Bewachung des Friedhofs angeordnet. Konstituierung eines Pro-Palästina-Komitees in Belgien Brüssel, 27. Dezember. (JTA.) In diesen Tagen hat sich ein belgisches Pro-Palästina-Komitee (Committeo Belgique-Palestine) gebildet, dem bjs- •her folgende Persönlichkeiten angehören. Senatspräsident Charles Magnetto (Präsident), Universitätsprofessor de Donder (Sekretär), Universitätsprofessor Brächet, Bankier Leon Cassel, Senator Louis de Brouckere (früherer Vertreter Belgiens beim Völkerbund), der Führer der liberalen Partei und Deputierte Albert Devoze, Universitätsprofessor Jacques Errara, der Präsident der belgischen zionistischen Föderation Jean Fischer, Universitätsprofessor Leon Leclaire, der Staatssekretär und Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes Pierre Orts, der Richter am Kassations-Hof Henri Rolin, Gräfin Helena Goblet d’Alvia, Deputierter Louis Pierrard, Mme. Orts, Frl. Alice Pols, Staatsminister Emile Vandervelde u. a. m. Das belgische Pro-Palästina-Komitee hat sofort nach der Konstituierung eine Kundgebung an die Öffentlichkeit erlassen, in welcher zur Unterstützung des Aufbaus des jüdischen Nationalheims in Palästina aufgerufen wird. Bei Gelegenheit des Besuches Dr. Weizmanns in Antwerpen wurde eine Keren-Hajessod-Aktion

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