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Das jüdische Echo · 1928-05-04 · 18 (4.5.1928) · p. Seite 282

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
18 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
Seite 282 (sequence 10)
Language
German
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282 Das Jüdische Echo Nr. 18 rung des Aufbauwerkes durch die Mandatarmacht und die nicht genug energische Vertretung der jüdischen Forderungen durch die zionistische Leitung. Wise erklärt zum Schlüsse, daß er keineswegs gedenke, sich von der zionistischen Arbeit zurückzuziehen. Auch den Ehrenvorsitz im United Palestine Appeal hat Wise nicht niedergelegt. Der Nationale Ausschuß der Hadassah in Amerika hat der Präsidentin Irma Lindheim das Vertrauen ausgesprochen und erklärt, der Leitung der amerikanischen Zionistischen Organisation, als deren integrierender Bestandteil die Hadassah sich weiter betrachte, durch Louis Lipsky kein Vertrauen entgegenzubringen. (Ziko.) Felix M. Warburg spendet eine Million Dollar für den Julius-Rosenwald-Fonds für Rußland Neuyork, 27. April. (JTA.) Herr Felix M. Warburg, Präsident des American Joint Distribution Committee, hat für den Zehn-Millionen- Dollar-Fonds, den der Chicagoer Philanthrop Julius Rosenwald zu Zwecken einer neuen jüdischen Aufbauarbeit in Rußland inauguriert hat, den Betrag von einer Million Dollar gezeichnet. Herr Rosenwald hat bekanntlich seinerseits fünf Millionen Dollar gezeichnet unter der Voraussetzung, daß weitere fünf Millionen Dollar von einzelnen jüdischen Persönlichkeiten. gespendet werden. Der neue Zehn-Millionen-Dollar-Fonds für jüdische Aufbauzwecke in Rußland soll ebenfalls vom Joint verwaltet werden, fällt aber nicht in den Rahmen des 25-Millionen-Dollar-Fonds, der durch den United Jewish Campaign des Joint gegenwärtig für allgemeine jüdische Aufbauzwecke in Osteuropa aufgebracht wird. Lord Plumer auch High Commissonar für Transjordanien London, 27. April. (JTA.) „London Gazette4' teilt , mit, daß der Oberkommissar für Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, jetzt auch zum Oberkommissar für Transjordanien ernannt worden ist. Die neue Verfassung Transjordaniens Jerusalem, 27. April. (JTA.) Der neue Verfassungsentwurf für Transjordanien, der auf dem kürzlich zwischen England und Transjordanien geschlossenen Abkommen basiert, wird in den nächsten Tagen verkündet werden. Wie der Jta-Vertreter erfährt, enthält der Entwurf u. a. die folgenden Bestimmungen: Die Staatsflagge Transjordaniens ist schwarzweiß-grün. Alle Minister müssen Mitglieder des Legislative Council (Gesetzgebende Körperschaft) sein; Vorsitzender des Council ist der Premier- Minister. Der Legislative Council muß das Abkommen zwischen England und Transjordanien respektieren. Mills provisorischer Chefsekretär der Palästinaregierung Die „Official Gazette“ der Palästinaregierung vom 16. April veröffentlicht eine Reihe von provisorischen Beamtenernennungen, darunter auch die von Mills, des bisherigen stellvertretenden Chefsekretärs, zum zeitweiligen Nachfolger des nach Aden versetzten Chief Secretary Colonel Symes. (Ziko.) Zum Bau des Rockefeller-Museums in Jerusalem Das Departement für öffentliche Arbeiten der Palästinaregierung hat die Pläne für das in Jerusalem aus der bekannten Rockefellerspende zu erbauende Museum in Anlehnung an die in Deutschland bestehenden Museen entworfen. Der Bau wird auf 240 000 £ (rund 5 Millionen Mark) zu stehen kommen. Der Rest der Rockefellerspende in Höhe von 160 000 £ wird als Fonds zur Erhaltung des Museums benutzt werden. (Ziko.) Der jüdische Bodenbesitz in Palästina Der jüdische Bodenbesitz in Palästina betrug im Jahre 5687 rund eine Million Dunam. Davon gehörten 429 000 Dunam der Pica. 214 000 dem Keren Kajemeth, 208 000 Privaten und 151 000 der Zion Commonwealth und den mit dieser verbundenen Gesellschaften. (Ziko.) 1111 llllllilllllllillllll 11 111 Feuilleton || Will IIIWIIIWIIIWIWWI 1111 1111 1111 1111 lllllll iio Das heilige Bacchant von Miron Von A. S. Ben-Ichai (Tel-Awiw) (Aus dem Hebräischen übertragen von Dr. Auerbach) Die Augen aller Juden in der Diaspora sind am Lag-B’orner nach Miron gerichtet, wo sich das Grab des Rabbi Simon Ben Jochai befindet, nach dem kleinen Miron, das zwischen den Bergen des oberen Galil eingebettet liegt. Wenn man des Nachts von hier auf Zfath blickt, erscheint die Stadt wie ein Schiff im Bergmeere, und Miron, von Zfath aus gesehen, ist wie ein Kinderspielzeug, weiße Häuschen aus weichem Stein, ähnlich den'Modellen im landwirtschaftlichen Museum zu Jerusalem. Von Zfath nach Miron geht man zu Fuß; auch die, welche zunächst auf Eseln reiten, entscheiden sich alsbald für die Fußwanderung. Denn die Esel von Zfath sind niedrig und haben stechende Höcker; die Füße des Reiters werden daher auf dem Boden nachgeschleift und das Sitzorgan wird arg mitgenommen, so daß doch nichts anderes übrig bleibt, als abzusteigen und hinter oder neben dem Tiere nach Miron zu wandern. Die Zfather Esel kennen den Weg nach Miron genau, trotzdem sie ihn nur einmal im Jahre, am Lag- B’omer, gehen. Denn sie und ihre Besitzer warten das ganze Jahr auf diesen Tag. Nur im vergangenen Jahre, als die Automobilstraße von Zfath nach Miron eröffnet wurde, schwand die Herrlichkeit des Esels — aber auch die des holperigen, stolperigen Weges, die traumhafte Romantik vieler Jahre. Die Zahl der nach Miron wandernden Dichter nimmt nun ab. Hingegen wird wohl die Zahl des Touristenvolkes zunehmen. Das freut die Juden von Zfath; denn nun werden sie die Preise der Lebensmittel hinaufsetzen, werden noch mehr die „Haut schinden“ können — am Tage der Feier des Rabbi Simon Ben Jochai... * * * Und der Tag des Rabbi Simon Ben Jochai ist keine gewöhnliche Feier. Derart ist von den Juden keines einzigen ihrer Gesetzgeber, Propheten und Seher, ihrer Könige und Heiligen gedacht worden. Und es hält schwer, diese Feier zu definieren; manche heißen sie eine fromme Freude

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