Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1928-05-04 · 18 (4.5.1928) · p. Seite 280

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
18 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
Seite 280 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103081-9158279--08441-9081945
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

280 Das Jüdische Echo Nr. 18 Aus der jüdischen Welt Sitzung des Zentralkomitees des deutschen Misrachi Berlin, 24. April. (JTA.) Am 22. d. M. fand in Berlin eine Sitzung des Zentralkomitees des deutschen Misrachi statt, an der 33 Mitglieder teilnahmen. Der Jahresbericht des Zentralkomitees befaßte sich ausführlich mit der politischen Stellung des Misrachi in Deutschland, die auch von der Versammlung als gefestigt angesehen wurde. An Hand von Tatsachenmaterial konnte nachgewiesen werden, daß der Anhang des Misrachi in den deutschen traditionellen Kreisen im ständigen Wachsen begriffen ist. Die Erweiterung des Arbeitsgebietes und die steigenden Anforderungen, die an das Zentralbüro in organisatorischer und finanzieller Beziehung gestellt werden, machten es notwendig, daß der Vorsitzende der deutschen Misrachi-Föderation, der für -den ausscheidenden Dr. Oskar Wolfsberg zu wählen war, dieses Amt hauptberuflich ausüben muß. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Herr Alexander Adler (Hamburg) gewählt. Herrn Dr. Wolfsberg wurde aus Anlaß seines Rücktrittes vom Vorsitz der Partei das unumschränkte Vertrauen und der Dank des deutschen Misrachi für seine hingebende und erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen. Die Versammlung beschäftigte sich eingehend mit der vom Misrachi zu leistenden Gemeindepolitik und seiner Stellung zu anderen mit diesen Fragen beschäftigte Vereinigungen. Die Notwendigkeit, an der Gemeindepolitik aktiven Anteil zu nehmen und hierfür deutliche Richtlinien aufzustellen, wurde anerkannt und das Zentralbüro beauftragt, das Nötige vorzubereiten. Sehr eingehend wurde über die Stellung des Misrachi auf dem kommenden Delegiertentag der Z. V. f. D. verhandelt. Die Misrachifraktion soll auf dem Delegiertentag durch Generalredner ausführlich zu den Fragen der zionistischen inneren und äußeren Politik Stellung nehmen. Ein gegen das Vorjahr bedeutend erhöhtes Budget gelangte zur Annahme. Dr. Arthur Lilienthal im Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde Berlin, 27. April. (JTA.) In der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung wurde Herr Landgerichtsrat Dr. Arthur Lilienthal, (liberal), der Sohn des verstorbenen Justizrates Lilienthal, zum stellvertretenden Mitglied des Gemeindevorstandes gewählt. Ein Drama von Anski in deutscher Sprache Berlin, 26. April. (JTA.) „Die Pest“, Drama in 3 Akten von Anski, dem Dichter des Dybuk, den die „Habimah“ in drei Erdteilen gespielt hat, erscheint soeben in Übersetzung und Bearbeitung für das deutsche Theater mit einer aus Synagogen- und Jazzmotiven verbundenen Musik im Bühnenvertrieb von Felix Stößinger Verlag, Berlin. Das Befinden Prof. Einsteins Berlin, 30. April. (JTA.) Herr Prof. Dr. Albert Einstein ist, wie wir erfahren, vor kurzem erkrankt. Die Ärzte haben eine Herzerweiterung leichteren Grades festgestellt und bis ungefähr Mitte Mai Bettruhe verordnet. Der berühmte Gelehrte befindet sich den Umständen angemessen wohl. Drei Wochen Gefängnis für Dr. Göbbels — Er fürchtet sich vor jüdischen Richtern Berlin, 30. April. (JTA.) Vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg hatten sich am Samstag der Führer der Nationalsozialisten Dr. Josef Göbbels, der Herausgeber der völkischen Zeitschrift „Der Angriff“, und deren verantwortlicher Schriftleiter Dürr wegen öffentlicher Beleidigung des Polizeivizepfäsidenten Weiß zu verantworten. Dr. Göbbels und Dürr wurden zu einer Gefängnisstrafe von je drei Wochen verurteilt. Vor Eintritt in die Verhandlung gab der Verteidiger der Angeklagten folgende Erklärung ab: „Falls einer der Herren Richter oder Schöffen jüdischer Konfession ist, müssen wir ihn ablehnen.“ — Vorsitzender: Es gibt keinen Paragraphen in der deutschen Strafprozeßordnung, der besagt, daß ein deutscher Staatsbürger sich das Gericht aussuchen kann. Sie können nur einen einzelnen Richter wegen Befangenheit ablehnen. — Verteidiger: Da ich den Stammbaum der Herren nicht kenne, erkläre ich, wer jüdischer Konfession ist, den lehne ich ab. — Vorsitzender: So geht das nicht. Sie müssen schon den betreffenden Herrn bezeichnen. — Verteidiger: So bleibt mir nur übrig, jeden einzelnen Richter und Schöffen abzulehnen und ihn zu fragen, ob er jüdischer Konfession ist. — Vorsitzender: Ein solches Examen werden wir uns wohl kaum gefallen lassen. Gründung eines Vereins „Jüdisches Museum“ in Cassel Cassel, 26. April. (JTA.) Im Antikensaal des Hessischen Landesmuseums fand in diesen Tagen die Gründung des Vereins „Jüdisches Museum“ statt. Nach erfolgreicher Durchführung der Sammlung jüdischer Kunst- und Altertümer, mit welcher der Grundstock zum Jüdischen Museum geschaffen war, wurde vor etwa einem Jahre unter Beteiligung der staatlichen und städtischen Behörden die Ausstellung zunächst in den für vorübergehende Ausstellungen bestimmten Räumen des Landesmuseums eröffnet. Nun, nach Ablauf eines Jahres, ist die Sammlung für die Dauer gefestigt und findet ihre dauernde Heimstätte als Abteilung des Landesmuseums. Es mußte nun eine Rechtspersönlichkeit geschaffen werden, die Träger der Sammlung ist und zugleich die dauernde Förderung und Ausgestaltung in der Hand behält; dieSe Erwägung führte zur Gründung des Vereins. Zur Gründungsversammlung hatte sich eine stattliche Anzahl von Persönlichkeiten eingefunden. Prof. Dr. Luthmer begrüßte namens der Verwaltung des Landesmuseums die Versammlung. Für Jeden Sport Sporthaus Schuster, Rosenstraße 6, nächst Marienplatz fporthaus Schuster, Rosenstraße 6, München, nächst Marienpl. Kataloge kostenlos! a) Bergu. Wintersport, b) Autou. Motorsport, c)Tennis, d) Badeartikel. Turnen, Leichtatiethik

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.