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Das jüdische Echo · 1928-01-01 · 39 (1928) Richter und Narr · p. Seite 159

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
Romanbeilage des Jüdischen Echo
Issue
39 (1928) Richter und Narr
Date
1928-01-01
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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Romanbeilage des „Jüdischen Echos' 159 Nr. 39 mit der ^stützte TeÄ und sa2te sie un. * hingeritten | » der noi instinktiv hau- ■r I om Boden auf ihn wie einen ien standen in Soldaten, alle schußbereit, beiden Seiten nommen; dem entrang sich m lebendigen Simson hielt land vor sich en Mund. Er ns leicht zur g, die Augen m gerade ge- Dickicht der und zieht euch sonst breche enick.“ rummte irgend Versuch, den sich nicht um in. lten einen unllten sie schon utreten - der mit der Hand, inns bedeckte, ison hilflos anitleute zurück, en blinzelnden )ie Augen der chtet; er aber hier erkennen, zu wählen, in würde ins D£- jnne störte m m Grunde arn Sonne so sehr -laartolle schüttelte das at, empfand er r! I i eine sonderbare Leichtigkeit und Kühle auf dem Kopf. Und ehe er noch darüber erstaunen konnte, warum ihm nicht der schwere Haarschopf ins Gesicht fiel, brach der linke Unterhauptmann, einer seiner alten Freunde von hundert Zechgelagen her, plötzlich in ein lautes Laches aus und schrie: „Darum hast du also Achisch getötet — Barbiermesser hat dich abrasiert!4 Aus dem Halbkreis der Soldaten ertönte ebenfalls ein unterdrücktes Gelächter. Simson bewegte den Kopf hin und her, suchte zu begreifen; und jede Bewegung des Kopfes bestätigte die gleiche, unheimliche Empfindung. Seine Finger, welche die Kiefer des Hauptmannes zusammenpreßten, lösten sich von selbst; er hob die Hand zum Scheitel, hüstelte und sagte ganz ungezwungen, als hätte er sich an Freunde gewendet: „Ja, was ist denn das?“ Die Antwort war ein einmütiges Gelächter der ganzen Abteilung. Die Soldaten hatten sofort, noch vor den Unterhauptleuten, bemerkt, daß er kahl war wie ein Nomade aus der Wüste Sinai, und hatten nur mit Mühe das Lachen zurückhalten können; jetzt, da sie sahen, daß auch ihre Vorgesetzten sich an die Seiten griffen, taten sie sich keinen Zwang mehr an, zeigten mit dem Finger auf ihn, winkten mit den Speeren, hüpften und überboten sich mit witzigen Zurufen. Jetzt war der richtige Augenblick gekommen, um auf sie loszustürzen, ihre Reihen zu durchbrechen und zu fliehen; aber Simson rührte sich nicht, nur sein Haupt zitterte und seine Augen blinzelten. Der Hauptmann rief seinen Soldaten irgend etwas zu; plötzlich merkte er offenbar, daß auch der Schraubstock an seinen Armen sich lockerte; fast ohne Anstrengung riß er sich los, sprang vor, wandte sich zu Simson um, riß die Augen weit auf und brach ebenfalls in ein Gelächter aus: „Wie frisch aus dem Mutterschoß,“ schrie er, „nackt, barfuß und glatzköpfig!“ Dalila war inzwischen an Simson herangekrochen, berührte ihn am Knie und sagte kläglich: „Das bin ich nicht gewesen, das war...“ Es fiel ihr nichts weiter ein. Simson sah sich nicht nach ihr um, er hob nur den Fuß und trat ihr mit der nackten Ferse ins Gesicht; dann hob er beide Hände und bedeckte damit Augen und Kopf, wie ein Kind, das eine Ohrfeige erwartet. Das Gelächter war verstummt; eine Wurfschlinge flog pfeifend durch die Luft und schlang sich ihm um die Knie; er wurde nach vorne gerissen, wankte, wäre fast gefallen, doch bewegte er nicht die Hände und neigte das Haupt nur noch tiefer. Einen Augenblick später lag er bereits auf der Erde unter einem Berg von Soldatenleibern und wehrte sich nicht. Siebenundzwanzigstes Kapitel In der Grube „Das ist gar nicht so einfach“, antwortete der Saran von Gaza seinen Würdenträgern bei der Beratung, nachdem drei von ihnen feurige, blutrünstige Reden gehalten hatten. An der Beratung beteiligten sich nur die Häupter Gazas. Von den übrigen vier Saranen hatten drei mitgeteilt, daß sie die Notwendigkeit einer Zusammenkunft nicht einsähen. „An welchen Baum der gefangene Räuber gehängt werden soll — das könnt ihr selbst entscheiden.“ Nur der Saran von Ekron hatte zu kommen versprochen, doch war von ihm am Tage vorher die Nachricht eingetroffen, daß die Untersuchung über die Flucht Simsons und den Tod Achischs eine neue Wendung bekommen habe, eine sehr unterhaltsame, und daß er darum unabkömmlich sei. „Er lügt“, sagte eines der Häupter von Gaza, als diese Nachricht eintraf. „Wahrscheinlich hat man ihm irgendeinen neuen Singvogel von Übersee mitgebracht, und er sitzt jetzt am Käfig und lauscht.“ Der Saran von Ekron stand tatsächlich in dem Ruf einer großen Liebhaberei für Nachtigallen. Aber Gaza war in großer Erregung, und die Würdenträger bestanden darauf, daß die Beratung über die Hinrichtung Simsons nicht länger hinausgeschoben werden solle. Doch antwortete der alte Saran auf alle ihre racherfüllten Reden mit Kopfschütteln und wiederholte eigensinnig: „Das alles ist gar nicht so einfach.“ Er war ein gebildeter und nachdenklicher Mann. Aber er hatte seine Eigentümlichkeiten, und eine von ihnen zeigte er diesmal, indem er sich weigerte, eine Frist für die Hinrichrichtung festzusetzen. Die Beratung zog sich bis Mittag hin. „Wartet,“ sagte schließlich der Saran, „in drei Tagen versammeln wir uns von neuem, und dann werde ich mich entscheiden.“ ❖ ❖ * Obwohl Simson von den Ekronern festgenommen worden war, so hatten sie ihn doch auf Befehl der dortigen Behörden gefesselt nach Gaza gebracht. Der Saran von Ekron war ein vernünftiger Mann und meinte, daß

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