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Das jüdische Echo · 1928-01-01 · 25 (1928) Richter und Narr · p. Seite 103

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
Romanbeilage des Jüdischen Echo
Issue
25 (1928) Richter und Narr
Date
1928-01-01
Page
Seite 103 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 25 Romanbeilage des „Jüdischen Echos“ 103 ir klün und eng ncktet und re- In je. über Nacht dei FeJ%enzstein< lte war be lseA ^weidet zi J Ackerbauer die Herde, so klag. Lan4 daß, sät( ein ganzes Dor gab Bezirke, [ 1 in Wollkleidun Ackerbauern z chen im Leinen ehen zu lasser fällig dorthin ge von dem gegen gewußt und da h gewebt aus ei id Wolle, so wär;nen als auch ur langen. Die Vieh so grausam geer weniger waren lufen ansiedelten. )er galt es nicht in Hirten umzuirte man Simson Volk um den m sich die Hirnmen, die Acker- > wären es zwei ah. die einen wie infangt, erschlage me. Holt Zeugen . notwendig“, antstämmiger, sehr m getötet, genau brut erzählt hat“, rten. „Ich werde ten, wenn ich auf erwische. Gott ehztichter auszubauer sieben Hirten der Pest zum Opfer fallen sollten. Wenn sie aber Kain etwas täten, der ein so gutes Werk vollbracht habe, so würden für ihn allein siebenundsiebzig Viehzüchter sterben müssen. Simson stellte die Familie des Erschlagenen vor die Wahl: entweder den Schuldigen zu steinigen oder ein Lösegeld zu verlangen. Nach einer Beratung mit den Seinen zog der älteste Sohn ein Lösegeld vor, um die Blutrache im Bezirk nicht zu vermehren. „Ich zahle kein Lösegeld,“ sagte eigensinnig der Mörder, „Jehova hat verboten, diese Heuschreckenplage zu nähren.“ Da ergriff ihn Simson am rechten Arm und drückte ihn kräftig; der Verehrer Kains wand sich eine Weile, fluchte und brüllte vor Schmerz, ergab sich aber schließlich und stöhnte: „Ich zahle das Lösegeld seid verflucht mitsamt eurem Richter!“ * * Unter den Viehzüchtern selbst herrschte auch keine Einigkeit. Jene, die Kühe besaßen, haßten die Schafzüchter; auch die Schafe nannten sie scheltend eine „Heuschreckenplage“. In Saalbim, wo Simson vor kurzem den Schafzüchtern einen Gefallen erwiesen hatte, sahen ihn die Büffelhirten scheel an, doch zeigte sich, daß auch die Schafhirten mit ihm nicht zufrieden waren. Ebenso wie ihr Ältester Schelach ben-Jubal waren sie alle der Meinung, daß man den Hereschaner Räubern nicht die ganze gestohlene Herde hätte fortnehmen sollen; einen Teil hätte man den Dieben als Trost oder als Bestechung belassen sollen. Schon länger als einen Monat hatte man jetzt in Saalbim keine Gäste mehr aus dem Lande Benjamin gesehen, früher dagegen waren sie häufig gekommen, zuweilen allerdings, um zu stehlen, zuweilen aber auch, um Handel zu treiben. Kurzum, alle zürnten Simson. Simson hörte die Beschwerden an, ging aber nicht weiter auf sie ein und sagte: „Ich habe wenig Zeit. Ihr habt mich gerufen, ich solle kommen und unter euch richten. Habt ihr Streitigkeiten?“ Es stellte sich heraus, daß in dieser Siedlung von Viehzüchtern überhaupt niemand ihn zum Richter haben wollte, außer zwei Brüdern, die sich ausnahmsweise mit Ackerbau befaßten und darum nicht gegen ihn verärgert waren. Die. Brüder sahen einander nicht ähnlich. Der Ältere sprach viel, schnell und erbost, fuchtelte mit den Händen und funkelte mit den Augen. Der Jüngere verhielt sich bescheiden und schwieg, solange er nicht gefragt wurde. Als erster begann der Ältere: „Wir sind eigentlich nicht von hier gebürtig, unser seliger Vater siedelte aus Baalath hierher über ...“ „Fang beim Ende an“, unterbrach Simson ihn kurz. „Wieso vom Ende?“ fragte der Kläger erstaunt. „Beginne gleich bei der Klage. Vom Vater kannst du erzählen, wenn ich dich danach fragen werde.“ „Aber das Feld hat doch unser Vater gekauft ...“ Simson befahl ihm zu schweigen und fragte den Jüngeren: „Worum geht der Streit?4 „Um die Teilung der Ernte“, antwortete dieser. „Erzähle.“ „Wir pflügten und bestellten das Feld zusammen. Bei der Ernte aber gerieten wir in Streit und beschlossen uns zu trennen. Das Feld zu gleichen Hälften — damit waren wir beide einverstanden. Wie aber soll man es mit der Ernte halten?“ „Warum denn nicht auch die Ernte ziu gleichen Hälften?“ „Weil er nichts getan hat“, schrie der Ältere. „Ich allein habe gepflügt und gesät und geschnitten. Die Ernte gehört mir!“ „Ist das war?“ fragte Simson den zweiten. „Nein,“ sagte der Jüngere, „wir haben beide in gleicher Weise gearbeitet. Die Hälfte der Ernte gehört mir.“ „Hast du Zeugen?“ fragte Simson. Außer den Ehefrauen waren keine Zeugen vorhanden. Diese Brüder waren die einzigen Ackerbauer in Saalbim, niemand hatte sie arbeiten gesehen, die Frauen aber rechneten als Zeugen nicht mit. — Simson schwieg eine Weile. Er sah beide Brüder aufmerksam an, dann warf er einen Blick zu den Alten hinüber, die ihm eben erst den Vorwurf gemacht hatten, daß er den Dieben kein Geschenk gelassen habe, und fragte plötzlich den Älteren: „Du sagst, die ganze Ernte gehöre dir?“ „Die ganze. Denn mein Bruder hat von Kind auf...“ „Und was sagst du?“ „Ich bin für Gerechtigkeit: die Hälfte ihm, die Hälfte mir.“ „Nun also,“ sagte Simson, „die eine Hälfte unterliegt keinem Streit: beide sind darin einig, daß sie dem Älteren gehört. Es handelt sich nur um die zweite Hälfte: die wollen wir nun zu gleichen Hälften teilen. Drei Viertel

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