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Das jüdische Echo · 1928-01-01 · 18 (1928) Richter und Narr · p. Seite 75

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
Romanbeilage des Jüdischen Echo
Issue
18 (1928) Richter und Narr
Date
1928-01-01
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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Nr 18 Romaiibeilage des „Jüdischen Echos* 75 unter- 5 Ständen. | erstehen’ deutlich, duie Ent-;ur Sache ‘ re Kräfte. I üster ins etensöhne i rständlich | nd eiser- I er ist ihre | r wie ein I ntmannes, l wptmanns t les Saran, t i wir uns \ ist. furchtl r ist seine | eger seine ird er auf en, Frauen t :n und die i aber falen, in den es viele i sind aus I weiter als lie Kräfte > n Stamm nen. Der mit dem; abtastet, $ B er nicht; i dagegen 2. Es wird | nach uns, \ n und solle zusamwird das nch Accos säen zwif gen.“ m Süden; und deu- :h hin: verlässige ckerbauer, jr, der die ■ t sie nach ali hinaus, hen. Dort | und Wäl- | ind träge, | hat zwei | ix haben.“ | mgen, seit I Simson seine Rede beendet hatte, zur Seite getreten war und sich mitten unter seinen Schakalen auf die Erde gesetzt hatte; aber die Menge lauschte noch — nicht dem Sinn, sondern dem leichten Rollen seiner Stimme, ein jeder in seiner Seele. Dann brachen die Männer in begeistertes Geschrei aus, die Greise nickten; die Frauen schwiegen mit weit geöffneten Augen, halbgeschlossenen Lippen, die einen bleich, die andern mit brennenden Wangen, alle plötzlich ermattet, verheert bis auf den Grund der Seele — wie durch Liebe erschöpft. Aber auch die Männer standen im Banne dieses Riesen. Aus den vergessenen Kammern des Bewußtseins flatterte berauschend die ewige Sehnsucht jeglicher Masse — zu glauben, nicht zu denken, die Qual der Sorgen auf irgendwessen Schultern abzuwälzen; es war der Urinstinkt des Herdentieres — des Büffels, des Gorilla, der Ameise und des Menschen: einen Führer! Nach der Versammlung wurde Hazlelponi von den Frauen umringt; zwei Greisinnen schlugen ihr das Kleid auf der Brust auseinander und küßten die Brüste, die einen solchen Sohn genährt hatten. Zur gleichen Zeit wurde Simson von den Ältesten aller Städte bestürmt; ein jeder hatte die gleiche Bitte — er solle ihren Bezirk nach der Ernte besuchen und schwierige Streitigkeiten entscheiden. Simson sagte kurz: „Ich werde kommen“, schob wieder die Menge auseinander und ging mit seinen Schakalen fort. Sechstes Kapitel Die Stammesschwester und die Fremde Die Erde war schon ganz ausgedörrt, durchglüht, hart geworden unter der Staubschicht. Simson ging auf einem Rain an Weinbergen entlang und dachte über die Frauen nach. Am Abend vorher hatte seine Mutter mit ihm darüber gesprochen, daß es für ihn Zeit sei zu heiraten; auch Manoa war bei dem Gespräch zugegen gewesen, hatte jedoch nur gekrächzt und sich nicht eingemischt. Hazlelponi hatte einige geeignete Bräute aufgezählt, die geeignetste von ihnen aber hieß Kami; das Haus ihres Vaters befand sich in der Nähe, und Hazlelponi wußte die Zahl der Schafe auswendig, die sie als Mitgift bekommen sollte. Außerdem war Kami eines der schönsten Mädchen der Stadt, dazu ruhig, bescheiden und fleißig. „Und du weißt selbst, daß sie in dich verliebt ist“, hatte die Mutter hinzugefügt. Simson hatte das nicht gewußt — er hatte nie darüber nachgedacht. Vor langer Zeit, in der Kindheit, war er mit dieser Kami in dem Sinne befreundet gewesen, daß er aufhörte, ihre Brüder zu prügeln, wenn sie weinte, und ihr einmal ein lebendiges Kaninchen schenkte. Damals war sie aber noch ein ganz kleines Kind gewesen. Es waren nun schon viele Jahre vergangen, in denen er außer dem Gruß kein einziges Wort mit ihr oder irgendeiner anderen Frau in Zora gewechselt hatte. Wohl kam sie zuweilen mit der Mutter zu Gast, aber dann saßen sie in der Frauenhälfte des Hauses, und überhaupt hatte dies alles gar nichts mit Simson zu tun. Simson ging auf dem Rain und dachte an sie; das Wort „verliebt“ beunruhigte ihn. Hundertmal schon hatte er dies Wort gehört und selbst ausgesprochen, aber das war in Timnata gewesen; dort hatten fast alle Witze seiner Zechgenossen das Weib zum Gegenstand, und Simsons Witze waren meist die gesalzensten; auch verweigerten ihm die Mägde im Hause Dergetos nichts, selbst wenn er nach dem Spiel keinen einzigen Silber ring in der Tasche hatte. Aber das war in Timnata, in seinem anderen Leben. Auf dem Boden Dans war ihm das Wort „lieben“ unbekannt; jetzt versengte es ihn, rührte in seiner Seele irgendwelche stillen Wasser auf und ließ Bilder von ihrem Grunde auftauchen, an die er früher nie gedacht hatte. Langsam ging er vorwärts, doch war ihm, als stünde er am Ufer eines stillen Gewässers und betrachtete die daraus aufsteigenden Gestalten. Da erstand das Bild Karnis vor ihm, zuerst nur als Andeutung, dann deutlich bis in alle Einzelheiten — er hatte selbst nicht gewußt, daß er sich ihrer Erscheinung noch so gut erinnerte. Ein sehr weißes, sehr blasses Gesicht, glattes schwarzes Haar, das den ganzen Rücken herabfiel, dunkle Augen in einem ganzen Hain von Wimpern, und ein Schatten von ihnen auf den Wangen, ein buntes Band um den Kopf, an dem Band ein zurückgeworfener Schleier, ein weißes Leinenkleid mit einem Gürtel aus fremdländischem Brokat, mit bloßem Hals und nackten Armen, und nur zwei Handbreiten über die Knie reichend, weder Armnoch Halsbänder. So hatte er sie auf dem Erntefest im vergangenen Jahr gesehen — jetzt fiel es ihm ein; auch ihres Blickes erinnerte er sich, ganz gerade war er, forschend, uneingeschüchtert und ernst. Sie war sehr hübsch; Simson fühlte, daß ihm heiß wurde und sein Atem schwerer ging, als steige er einen steilen Pfad bergauf. Er schüttelte das Haupt. Das stille Wasser, auf das /

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