Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- Romanbeilage des Jüdischen Echo
- Issue
- 17 (1928) Richter und Narr
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Romanbeilage des „Jüdischen Echos' 71 Nr. 17 >Präch, Simson hortete einsil- Aus den Levit bereits bekannter Taaus Zora zwei varen; also bewäre er ein kat der Levit einige angese- 'ingeladen; alle -h schon überkrten Zauberer -rren und die schrägen Dach 'h das Gesinde s vor dem golden ein würfel- Jetzt legte er geschickt zwei men, den kleine Köpfe ab, dtar und seine -rhaupt als ein e Beschwörun- : sie enthielten achige Wörter, ischen den Gemisch um den r den Götzen, n Gesicht dem ndt, ein beson- Thema behaner gebührenden ■ Jehova nicht den gehört, daß . so üblich sei. lai ben Schuni „du herrschest :en dieses Haue Neider dränid Caphtor und i und Mizraim. nn ihre Stunde e regieren noch dulde dich, growird dein Volk Bergrutsch sich und dann wirst rer neben dir.“ lörte man Haz- oder stöhnen, nde, o du Star- > Gnade dieser ne Dan, deinen mte Ernte und rankheiten von ihnen ab. Würdige auch eines freundlichen Blicks die Menschen dieses Hauses — deinen Knecht Manoa, den Sohn des Allon, einen Mann von tiefer und sanfter Weisheit, der die Geheimnisse demütig wahrt, und deine Sklavin Hazlelponi, Tochter des Gizri aus Thekoa im Lande Juda, ein Weib, entflammt, dir zu dienen auf sonderlichen und unbetretenen Wegen. Auch ihrem Sohne, dem Jüngling mit kupferharten Schultern, begnadet mit derartiger Kraft, als hätte er nicht ein, sondern zwei Herzen in der Brust, deinen Nasiräer Simson wende gnädig deinen Blick zu und hilf ihm, seine zwei Leben zu tragen, ein jedes zu seiner Zeit und an seinem Ort, und beide zu deinem Ruhme.“ Schließlich brachte er Jehova noch die Geburtsgeschichte Simsons in jener Form in Erinnerung, in der sie gewöhnlich dargelegt wird: Und der Engel des Herrn erschien dem Weibe und sprach zu ihr: Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Da eilte das Weib sofort zu seinem Manne und ließ es ihn wissen. Manoa erhob sich und ging zu jenem Manne Gottes, und er nahm ein Böcklein und Speiseopfer und opferte es auf einem Felsen dem Herrn, der Engel aber fuhr in der Lohe des Altars hinauf. Auch das frühe Jugendleben des Nasiräers schilderte er Jehova so, wie es ihm am Tage vorher seine Mutter erzählt hatte: das Kind wuchs heran, und Gott segnete es, und der Geist des Herrn fing an, in ihm zu wirken — zuerst im Land Dan und später auch in weiterem Umkreise, zwischen Zora und Eschtaol; ja, sogar bis nach Timnata hin. Fünftes Kapitel Die Volksversammlung Ganz Zora war von einer Steinmauer umgeben. Das Haupttor befand sich damals an der südöstlichen Seite der Stadt, und vor ihm lag ein breiter ungepflasterter Platz. Dort hatten sich die Stammältesten versammelt. Alle Ortschaften des Stammes Dan hatten ihre Abgeordneten entsandt. Außer den Stammältesten, betagten oder greisen Leuten, war auch viel anderes Volk eingetroffen: Heerführer, Jäger, eine Vertretung der Seeleute aus Jaffa, einige Dutzend Vagabunden, Blinde und Bettler. Etwa zwölf zerlumpte Kerle, fast nackt und unglaublich dürr, hielten sich abseits von der Menge; ihr Anführer war ein schreihalsiger und reizbarer Alter, die übrigen waren fast lauter Knaben, das Volk hielt sich von ihnen fern — sie hatten schon am frühen Morgen irgend jemanden aus unbekanntem Grunde verprügelt; außerdem hatte einer von dieser Gruppe auf dem Stadtplatz einen epileptischen Anfall bekommen, wobei die übrigen singend um ihn herumgehüpft waren. Es war dies eine Bande von Derwischen, der sogenannten „Propheten“ aus den Höhlen irgendwo in der Nähe von Modin; niemand wußte genau, was sie wollten, es galt als unanständig und gefährlich, mit ihnen zu verkehren, obwohl man ihnen gern Almosen reichte. Die Krieger hatten ihre Waffenträger mitgebracht; einige der Stammältesten und fast alle Bettler waren mit ihren Frauen und Kindern gekommen. Der Platz vor dem Tor war überfüllt. Es bestand keine‘ genaue Trennung zwischen Versammlungsteilnehmern und unbeteiligten Zuschauern; wer älter oder von Aussehen imposanter war, saß einfach auf der Erde oder stand näher zur Mitte, die übrigen drängten sich ringsum. Nach uraltem Brauch hingen ganze Dolden von Straßenjungen von den Dächern der benachbarten Hütten herab; einige waren sogar auf die Stadtmauer oder das Stadttor hinaufgeklettert. Den äußersten Kreis bildeten die Frauen aus Zora und anderen Ortschaften; doch beteiligten sie sich mit gleichem Rechte wie die übrigen Zuschauer an der Abstimmung, das heißt an dem Gemurmel und Geschrei. Auch viele Eingeborene befanden sich auf dem Platze. Sie standen etwas abseits, als wären sie nur Zuschauer, die sich zwar nicht unwillkommen vorkamen, jedoch nicht zudringlich erscheinen mochten. Doch ließen sich in dem Kreis der Danitinnen nicht wenig typisch kanaanitische Profile bemerken: das waren die zweiten und dritten Frauen, die Kebsfrauen, Schwiegermütter, Schwägerinnen — Vorbotinnen der beginnenden Auflösung der leichtsinnigen eingeborenen Rasse in dem scharfen und starken Blut des mürrischen Kolonisators. Als erster Redner trat der Älteste von Ajalon auf, ein etwa sechzigjähriger, aber noch rüstiger Mann; er stützte sich auf einen Speer mit einer Spitze aus Ziegenhorn. Seine ganze Rede war einem Thema gewidmet: den Klagen über den Landmangel. Die Menge antwortete fast auf jeden seiner Sätze bald, mit Geächz, bald mit beifälligen Ausrufen. „Dan gleicht einem den Stämmen untergeschobenen Kinde“, sagte er. „Der Ackerbauer kann seinem Sohn kein Land zuteilen, selbst wenn die Schwiegertochter eine störrische Frau ist und die Schwiegermutter sich mit ihr nicht verträgt. Pflug rennt an gegen Pflug; es vergeht keine Ernte ohne Beschuldigungen, daß der eine Nachbar dem andern