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Das jüdische Echo · 1928-12-28 · 52 (28.12.1928) · p. Seite 834

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
52 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
Seite 834 (sequence 10)
Language
German
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834 Das Jüdische Echo Nr. 52 Ein neuer Referent für jüdische Presse Warschau, 23. Dezember. (JTA.) Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des berüchtigten antisemitischen Bulletins im Auslande durch das Presseamt des polnischen Außenministeriums wurde der bisherige Referent für jüdische Presse seines Amtes enthoben; an seine Stelle wurde der bekannte jüdische Journalist Jechiel Mastbaum, ein früherer Pilsudski-Legionär, ernannt. JCA-Kolonien in Brasilien von Räubern angegriffen N e u y o r k , 18. Dezember. (JTA.) Umherschweifende Räuberbanden sind in das Gebiet der jüdischen Kolonien der Jewish Colonisation Association (JCA) in Brasilien eingefallen und haben einen Teil des Vermögens der Kolonisten weggeführt. Besonders schwer heimgesucht wurde die Kolonie Quatre Irnaos, wo es zu einem Kampf zwischen den Räubern und den Kolonisten gekommen ist und einige jüdische Kolonisten getötet wurden. Das Treiben der Bande steht offenbar im Zusammenhang mit der infolge der Grenzkämpfe zwischen Bolivien und Paraguay um sich greifenden Anarchie. Die Regierung von Brasilien hat in das Gebiet der jüdischen Kolonien eine Militärexpedition zur Niederkämpfung des Räuberunwesens entsandt. Rio de Janeiro, 22. Dezember. (JTA.) In dem Gebiete der brasilianischen jüdischen Kolonien der JCA, die von Räuberbanden angegriffen und zum Teil ausgeraubt wurden, ist die Ruhe wieder eingekehrt. Die vier von den Räubern ge¬ P£L ZAAODEN .•V&y. ■BERNHARD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KAUFINGERSTRASSE 25 BRIENNERSTRASSE 8 töteten Kolonisten waren, wie nachträglich gemeldet wird, nicht Juden. Die von der brasilianischen Regierung entsandte militärische Strafexpedition ist völlig Herrin der Lage. Die Zehnjahrfeier der Habimah in Palästina Jerusalem, 18. Dezember. (JTA.) Der zehnte Jahrestag des Bestehens des hebräischen Theaters Habimah wurde in der Ausstellungshalle von Tel Awiw in Anwesenheit von mehr als 1500 Personen festlich begangen. Aus ganz Palästina waren die Freunde von Habimah herbeigeströmt. Die Festrede hielt der berühmte hebräische Dichter Chaim Nachmann Bialik. Er würdigte die hohen künstlerischen Leistungen der Habimah und ihre national-kulturelle Bedeutung für die jüdische Renaissance. Als vor zehn Jahren der Krieg und die Nachkriegserschütterungen das russische Judentum zerstörten, entstand in der Habimah das letzte Bollwerk des Hebräismus im europäischen Osten; gleich wie Agrippa, nachdem Titus die ersten zwei Festungsmauern Jerusalems zerstört hatte, auch schon die dritte Mauer errichtet hatte. Namens der zionistischen Exekutive und des Waad Leumi brachte Dr. Benzion Mossinsön der Habimah die Glückwünsche dar. Vizebürgermeister Rokach überbrachte die Grüße der Stadt Tel Awiw. Aus Moskau, Neuyork, London, Berlin, Warschau und aus zahlreichen anderen Zentren des jüdischen Lebens in den verschiedensten Ländern waren briefliche und telegraphische Glückwünsche eingetroffen, darunter von der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation in London, von der Witwe des genialen Habimah-Regisseurs Wachtangow, vom Generalintendanten Dr. Leopold Jeßner, Dr. Alfred Kerr, Arnold Zweig, S. Gronemann, von den jetzt in Amerika weilenden Mitgliedern der Habimah usw. Im Namen der Habimah dankte der Schauspieler Tschermerinski für die Huldigung und sagte, die Mitglieder der Habimah seien noch immer von künstlerischer Tatkraft und vom Glauben an die Zukunft beseelt. Nach Schluß seiner Rede erhoben sich alle Zuhörer und brachten der Habimah eine über zehn Minuten dauernde Ovation dar. Noch immer niedrige Einkünfte des Keren Hajessod Jerusalem, 19. Dezember. (JTA.) Im Verlauf des Monats November sind im Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusalem 27 682 Pfund, gegen 21 661 Pfund im Monat Oktober, eingelaufen. Im September gingen 31 234 Pfund ein. Der niedrigste Stand der Geldeingänge seit 1923 wurde im August verzeichnet, wo nur 16 372 Pfund eingeflossen waren. In den vorangegangenen Monaten dieses Jahres betrug der Monatsdurchschnitt der Eingänge 40 000 Pfund, im Mai erreichte er sogar die Höhe von 58 541 Pfund. Vermehrte Einwanderung in Palästina hält an Jerusalem, 19. Dezember. (JTA.) Der in den Monaten August und September festgestellte, wenn auch geringe Überschuß der Einwanderung über die Auswanderung in Palästina hat auch im Monat Oktober angehalten. Im Oktober sind 205 Juden nach Palästina gekommen, während 180 Juden ausgewandert sind. Insgesamt sind im Oktober 279 Personen eingewandert und 333 Personen ausgewandert. ........ Im September wanderten 282 Personen, unter ihnen 176 Juden, ein und 234 Personen, unter ihnen 133 Juden, aus. Im August wanderten 355 Personen (257 Juden) ein, 317 Personen (219 Juden) aus.

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