Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 52 (28.12.1928)
- Date
- 1928-12-28
- Page
- Seite 830 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9158272--09029-9081743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
830 Das Jüdische Echo Nr. 52 ten Neuyorker Verhandlungen ihren Abschluß gefunden haben, ermächtigt das Aktions-Komitee nach Kenntnisnahme der Memoranda, die dem Briefe des Mr. Marshall vom 20. November 1928 beigeschlossen waren, die Exekutive der Zionistischen Organisation, in der Erwägung, daß diese Verhandlungen den Berliner Beschlüssen weitgehend Rechnung tragen, und in der Erwägung, daß die Ergebnisse der Verhandlungen einen sehr entscheidenden Schritt zur Vereinigung der gesamten Judenheit innerhalb der erweiterten Jewish- Agency für den Aufbau von Erez Israel bedeuten, Mr. Marshall mitzuteilen, daß die Zionistische Organisation bereit ist, im Einklang mit den in den Memoranden enthaltenen Vorschlägen vorzugehen. Das Aktions-Komitee erwartet, daß die Exekutive alle notwendigen Maßnahmen ergreifen wird, um die Errichtung des Council der erweiterten Jewish Agency und dessen Einberufung zum frühestmöglichen Termin nach dem 16. Kongreß sicherzustellen.“ Um 2 Uhr nachts war die Sitzung zu Ende. Aussprache über Organisation und Verfassung der Jewish Agency — Reden von Wise und Sokolow Berlin, 24. Dezember. (JTA.) Die beiden Sitzungen des Aktions-Komitees vom Sonntag, dem 23. Dezember, waren der Aussprache über das von der Exekutive vorgelegte Statut über Organisation und Verfassung der erweiterten Jewish Agency gewidmet. Über verschiedene wichtige Punkte setzte man sich ausführlicher auseinander, so namentlich über die Frage der Kompetenzen der Jewish Agency und der zionistischen Organisation. Die Sprecher der Misrachisten und der Allgemeinen Zionisten traten für eine weitestgehende Kompetenz der Jewish Agency ein, um sie möglichst aktionsfähig zu gestalten. Eingehende Erörterungen galten der Frage des sogenannten „Prexy“, d. h. des Rechtes der Mitglieder des Agency-Councils, abwesende Kollegen des gleichen Landes oder der Ländergruppe zu vertreten, bzw. für sie zu stimmen. Es wurde vorgeschlagen, daß jedes Mitglied höchstens vier Vota vertreten soll. Eine solche Bestimmung käme besonders dem amerikanischen Agency-Teil zugute, der wohl kaum je vollzählig wird vertreten sein können. Uber diesen Punkt waren die Meinungen sehr geteilt. Schließlich wurde eine Organisation- und Verfassungskommission gewählt, die sich aus den folgenden Herren zusammensetzt: Kurt Blumenfeld, Dr. A. Coralnik, L. Levite, Dr. Leon Reich, Dr. Alfred Klee, Dr. A. Goldstein, Gliekson, Rabbiner Nurok, Dr. Federbusch, Remez, Twerski, Tartakower, Dr. Soloweitschik und Meer Großmann. Am Ende der Sitzung vom Sonntag abend hält Dr. Wise eine längere Rede, in der er noch einmal die durch die Schaffung der erweiterten Jewish Agency entstehenden Probleme kritisch beleuchtet. Nachdem noch einige Redner zu organisatorischen Einzelheiten sich geäußert hatten, hielt Präsident Sokolow eine zusammenfassende Schlußrede, in welcher er von höherer Warte die Entwicklung, die zur erweiterten Agency führte, beleuchtete. Er analysierte die geäußerten Bedenken und klärte verschiedene Mißverständnisse in bezug auf die künftige Position der „Nichtzionisten“ und der Zionistischen Organisation. Es handle sich um keine „Unterwerfung“ der Zionisten, auch nicht der anderen Seite, sondern um loyale Zusammenarbeit für Erez Israel. Er warnt vor unberechtigter Unterschätzung der Kraft des Zionismus. Seine Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß die zionistische Bewegung in sich so stark sei, daß sie daran gehen könne, die große Peripherie der Zionsfreunde organisatorisch in dem Gebilde der Jewish Agency zusammenzufassen. Namens der Exekutive gaben Professor Brodetski und Harry Sacher ausführliche Erklärungen ab und erläuterten einzelne, von mehreren Rednern im besonderen Maße in den Vordergrund ihrer Bemerkungen gerückten Punkte, so die Frage der Stimmvertretung der Formulierung der Konstitution der Jewish Agency und der völkerrechtlichen Folgen der Agency-Erweiterung. Felix Rosenblüth regte die Schaffung einer ständigen Kommission des Aktions-Komitees an, die im Einvernehmen mit der Exekutive in Behandlung stehenden Fragen beraten soll. Diese Anregung wird der Vierzehner-Kommission überwiesen. Schluß der Sitzung um 1 Uhr nachts. Es wurde beschlossen, die Tagung am Dienstag, dem 25. Dezember, 4 Uhr nachmittags, zu beenden. Professor Brodetskys politischer Bericht Berlin, 24. Dezember. (JTA.) In der Sitzung vom Montag, dem 24. Dezember, erstattete Professor S. Brodetsky den politischen Bericht der Exekutive. In einer sehr instruktiven, formvollendeten Rede gab er ein erschöpfendes Bild der heutigen außenpolitischen Lage des Zionismus. Er berührte die Fragen des Kothel Maarawi (westliche Tempelmauer in Jerusalem), des Haifaer Hafenbaues, der Erziehung, der Einwanderung, der Naturalisation, der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kommissionen der britischen Administration mit den Organen der Jewish Agency. Dann die Fragen der Bodenpolitik (Beisan-Böden), ferner die Frage der arabischen, Politik (Legislativ Council) und der Aufklärung der öffentlichen Meinung in England. Es wird erwartet, daß die Abstimmung über Organisation und Verfassung der Jewish Agency noch heute erfolgen wird. Das Marshall-Memorandum i. Der Bericht der Joint Palestine Survey Commission vom 18. Juni 1928 und die in ihm enthaltenen Empfehlungen sind dem Aktions- Komitee der Zionistischen Organisation vorgelegt und vom ihm in seiner Berliner Sitzung vom 19. bis 31. Juli 1928 beraten worden. Das Aktions- Komitee hat im Hinblick auf diese Empfehlungen eine Reihe von Resolutionen angenommen. Der Bericht hat ebenfalls der nichtzionistischen Konferenz amerikanischer Juden, ab- 20 Uccius 'Jamen -7$tänfe[ ^ofkaxfcfcner ♦ (Segr. 15Z4 ^üftolung 20519 in reichffer ^Rustpaftl un6 nacft ^taß ^efr&enäffraße 14/15