Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1928-12-28 · 52 (28.12.1928) · p. Seite 829

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
52 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
Seite 829 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9072829-9103081-9158272--09028-9081742
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 52 Das Jüdische Echo 829 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128 / Telephon 61836 Chevrolet Oakland La Salle handelt). Redner fordert das A.-C. auf, die Resolution, die von der Exekutive vorgeschlagen werden wird, anzunehmen. Vor der Abstimmung Nach der Eröffnung der Samstag-Abend-Sitzung durch Präsident Motzkin erstattet zunächst im Namen der Exekutive Herr Felix Rosenblüth den Bericht über die geplante Organisation der erweiterten Jewish Agency. Der Organisationsplan ist von einer Kommission entworfen worden, die von der Exekutive in London eingesetzt wurde und nunmehr detaillierte Vorschläge unterbreitet. Um über die Form der Abstimmung schlüssig zu werden, unterbricht das Präsidium die Sitzung für eine halbe Stunde. Nachdem die Sitzung um neun Uhr wieder eröffnet wurde, erhält das Wort Dr. Stephen S. Wise (Neuyork). S. Dr. Wise wendet sich in einer mehr als einstündigen leidenschaftlichen Rede gegen die Annahme der vorgeschlagenen Anträge und gegen das ganze Projekt der Erweiterung der Jewish Agency. Zunächst protestiert Dr. Wise dagegen, daß die Frage in geschlossener Sitzung behandelt wird. Er sei ein Feind der Geheimdiplomatie und werde außerhalb des Saales genau so offen sprechen wie im A.-C. Das vorgeschlagene Übereinkommen sei ein Verzicht auf den Zionismus. Die Abstimmung sei illegal, denn der Kongreß hat das A.-C. nicht ermächtigt, auf das Mandat zu verzichten. Der Kongreß hat zwei Bedingungen gestellt, erstens daß keine Änderung im Mandat eintritt, das heißt aber, daß die Zionistische Organisation nicht aufhört, die im Mandat genannte Jewish Agency zu sein. Die zweite Bedingung war, daß ein Provisorium von drei Jahren eingerichtet wird. Wir sind Treuhänder des jüdischen Volkes. Unsere Partner aber wollen nicht wirkliche Teilhaber des Mandates sein, sondern nur Helfer, im besten Falle Spender für Palästina, nicht für das jüdisch-nationale Heim. Der beabsichtigte Vortrag mit den Nichtzionisten wird eingehen in unsere Geschichte als ein zweites Weißbuch. Palästina wird eine kleine Provinz innerhalb des Tätigkeitsbereiches des Joint Distribution Commitee werden. Wenn ich wählen muß zwischen Weizmann ohne Zionismus und Zionismus ohne Weizmann, dann wähle ich Zionismus ohne Weizmann. Lassen wir das jüdische Volk entscheiden durch ein Plebiszit, ob wir die Jewish Agency sein sollen oder ob wir sie den anderen übergeben sollen. Das Volk wird uns: als seine Treuhänder einsetzen. Es ist noch nicht zu spät. Ich weiß zwar, daß die Sache Ihnen bereits als beendet erscheint, aber ich halte es für meine Pflicht, Sie dennoch zu warnen, Sie sollen nicht den Zionismus preisgeben. Nach einer Pause wird spät nachts die Abmann die Erklärung ab, daß er die von Stephen Wise beobachtete Haltung wohl zu würdigen wisse, aber sowohl den neuen Partnern wie auch der eigenen Kraft der Zionisten volles Vertrauen entgegenbringe. Auf die einzelnen Argumente Dr. Wises erübrige es sich einzugehen, da diese in zahllosen Varianten während der letzten fünf Jahre vorgebracht und entkräftet worden seien. Nach einer Pause wird spätnachts die Abstimmung vorgenommen. Nach Verlesung der einzelnen Resolutionen werden noch verschiedene Anfragen und stilistische Änderungsvorschläge eingebracht. Ferner stellt Dr. Soloweitschik eine Anfrage an das Präsidium des A.-C., wie die von der Mehrheit vorgeschlagene Resolution in Einklang zu bringen sei mit der Erklärung des Präsidenten Dr. Weizmann, das alle Vereinbarungen vom Kongreß zu ratifizieren sind. Präsident Motzkin erwidert, das Präsidium sei der Meinung, daß der Kongreß die Vereinbarungen zu ratifizieren hat, die Exekutive habe aber den Auftrag, alle Vorbereitungen soweit sicherzustellen, daß die Jewish Agency sofort nach der Ratifizierung durch, den Kongreß errichtet werden kann. In der Abstimmung wird der Antrag der Radikalen, der ausspricht, daß die Bedingungen des A.-C. in wichtigen Punkten nicht erfüllt worden sind, mit allen gegen drei bzw. gegen fünf Stimmen abgelehnt. Hierauf wird ein Antrag Remos angenommen, der lautet: Das A.-C. stellt nochmals fest, daß auf Grund der Beschlüsse des 15. Kongresses der jeweilige Präsident der Zionistischen Organisation das Amt des Präsidenten der Jewish Agency zu bekleiden hat. Zu den vorliegenden Amendements der Hitachduth und Poale Zion erklärt Felix Rosenblüth, daß die Exekutive damit einverstanden sei. Die Amendements werden einstimmig angenommen. Sie lauten: Antrag Hitachduth Poale Zion: Das Aktions- Komitee stellt fest, daß § 3 des Neuyorker Memorandums den vom A.-C. in seiner Sitzung vom Juli 1928 gefaßten Beschluß in Kraft beläßt, wonach unter der Voraussetzung, daß jede Siedlungsform den Erfordernissen der Wirtschaftlichkeit und' der ökonomischen Selbsterhaltung genügen muß, die Freiheit des Siedlers in der Bestimmung der sozialen Form seiner Wirtschaft (Kwuzah, Moschaw oder eine andere Form) gewahrt werden soll. Antrag Rubaschow: Das Aktions-Komitee nimmt zur Kenntnis die Mitteilung des Präsidenten der Zionistischen Organisation betreffend die Heranziehung von Vertretern der jüdischen Arbeiterorganisationen in Amerika innerhalb der Nicl\tzionisten in der Jewish Agency. Zum Schluß wird über die Hauptresolution abgestimmt. Sie wird mit 39 gegen 5 (zwei Radikale, zwei Revisionisten und Dr. Wise) Stimmen angenommen. Die Hauptresolution lautet: „Das Aktions-Komitee spricht seine Befriedigung aus über den Verlauf der Konferenz von Vertretern des amerikanischen Judentums in Neuyork am 20. und 21. Oktober 1928, die sich für den Eintritt der amerikanischen Judenheit in die Jewish Agency, die gemäß dem Palästinamandat berufen ist, an der Schaffung des jüdischen nationalen Heims mitzuwirken, erklärt hat. Nachdem die auf Grund der Beschlüsse des Aktions-Komitee vom Juli 1928 in Berlin geführ-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.