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Das jüdische Echo · 1928-12-28 · 52 (28.12.1928) · p. Seite 828

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
52 (28.12.1928)
Date
1928-12-28
Page
Seite 828 (sequence 4)
Language
German
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828 Das Jüdische Echo Nr. 52 Nach einer Interpellation von Grossmann (Revisionist), auf die Dr. Weizmann sofort antwortet, wird die Debatte eröffnet. Als erster Redner spricht in der Vormittagssitzung Abgeordneter Grünbaum (Radikaler). In der Aussprache, die bis in die Freitag-Nachmittag-Sitzung andauerte, ergriffen ferner das Wort: Lewite, Rubaschow (Poale Zion), Naiditsch, Lichtheim (Revisionist), Dr. Reich, Dr. Coralnik, Farbstein (Misrachi), Dr. Soloweitschik (Radikal), Mr. Berlin* (Misrachi), Boraz (Hapoel Hazair), Dr. Federbusch (Misrachi), Blumenfeld, Glückson, Dr. Halpern, Grossmann (Revisionist), Remez (Achduth-Awodah), Sprinzak (Hapoel Hazair), Fishman, Harzfeld (Achduth-Awodah), Brodetsky, Dr. Hindes und Cohen. Es folgt die Antwort der Exekutive, in deren Namen Dr. Sacher erklärt: Das A.-C. muß sich die einfache Frage stellen, ob es die Agency will oder nicht. Macht man eine Alliance, dann geht dies nur auf der Basis gegenseitiger Vereinbarung, und keine Seite kann ihre Bedingungen diktieren. Redner rekapituliert die einzelnen Stadien, die die Politik der Erweiterung der Jewish Agency in den letzten fünf Jahren durchgemacht hat, und bespricht dann die Verhandlungen in Amerika, deren Resultat er für sehr befriedigend hält. Wenn die Linke mit der Formulierung Marshalls bezüglich der Siedlungsformen nicht einverstanden ist, so muß man daruf hinweisen, daß die Arbeiterpartei gar nicht das freie Selbstbestimmungsrecht des Siedlers anerkennt; sie fordert z. B., daß keine Siedlung einen Beschluß fassen kann ohne die Zustimmung des „Nir“. Während die Survey Commission die Kwuzah abgelehnt hat, wird in den jetzigen Vorschlägen der Kwuzah dieselbe Chance gegeben wie jeder anderen Siedlungsform. Redner spricht zum Schluß noch über die Schwierigkeit der zionistischen Hälfte der Agency gebundene Marschroute zu! geben. Er tritt schließlich für eine vorbehaltlose loyale Annahme der amerikanischen Vorschläge ein. Schließlich antwortete auch Dr. Weizmann auf die Debatte. Seine Rede zeichnete sich durch eine besonders schöne Form aus und machte tiefen Eindruck auf die Mitglieder des Aktions-Komitees. Er gab in gedrängter Form Bericht über die einzelnen Phasen seiner Besprechungen mit den Führern der amerikanischen Nichtzionisten und führte zum Schluß ungefähr aus: Man muß berücksichtigen, daß die Herren in Amerika unter dem Eindruck des Berichtes der Experten-Kommission gestanden haben. Nichtsdestoweniger fiel es nicht schwer, sie davon zu überzeugen, daß der Aufbau Palästinas keine rein technische Frage sei, sondern von Imponderabilien mit bestimmt werde. Der gute Wille unserer Partner kommt am klarsten im Absatz 1 des Memorandums Louis Marshalls zum Ausdruck, in welchem anerkannt wird, daß die Empfehlungen der Joint Palestine Survey Commission lediglich als eine Basis für zukünftige Aktionen zu betrachten sind und daß Zeit und Umstände Modifikationen als ratsam werden erscheinen lassen. Es ist den zionistischen Unterhändlern in einem hohen Maße gelungen, ein Einverständnis zu erzielen, weil es den Herren von der anderen Seite ernstlich darum zu tun ist, uns nicht zu stören, sondern mit uns fruchtbar zusammenzuarbeiten. Auch der Punkt im Marshall- Memorandum bezüglich der Kwuzoth muß als ein Erfolg gebucht werden; es muß da berücksichtigt werden, daß die Joint Survey Commission apodiktisch gegen die Kwuzoth sich ausgesprochen hat. Die Forderung nach Einbeziehung der amerikanisch-jüdischen, nichtzionistischen Arbeiterschaft in die Agency halte er, Dr. Weizmann, für sehr berechtigt. Insofern es gelingt, diese jüdische Arbeiterschaft für positive Arbeit in Palästina zu gewinnen, sollen sie einen Sitz in der Agency bekommen. Dr. Weizmann ging dann näher auf die Rede Grünbaums ein und zog einen Strich zwischen Golus-Politik und Palästina-Politik. Er habe volles Verständnis für Grünbaums Situation, der unter dem Druck der täglichen Entwicklungen steht, aber er, Dr. Weizmann, betrachte es als seine Pflicht, alle seine Kräfte dem Aufbau Palästinas zu widmen. Der Aufbau des Jüdischen Nationalheims und das Wachstum der jüdischen Kräfte in Palästina werde ja auch der nationalen Erziehung im Golus starke Impulse geben. Was in Neuyork erreicht worden ist, war nur dadurch möglich, daß schon heute Menschen in Palästina arbeiten, die ihr Leben dem Werke des Aufbaus widmen. Dr. Weizmann schloß: Hätten die Zionisten nicht über Chaluzim geredet, sondern wären sie auf den Gebieten ihrer Arbeit selbst Chaluzim gewesen, dann hätte man vielleicht die Erweiterung der Agency nicht gebraucht, oder es wäre dann der Impuls unserer Arbeit so stark gewesen, daß die Herren auch ohne Erweiterung zu uns gekommen wären. Aber heute muß ich offen sagen, daß ich viele Zionisten kenne, die nicht einen Bruchteil davon für Palästina leisten, was manche Nichtzionisten tun. Darum halte ich nicht viel von Resolutionen und Formeln, sondern das Leben wird es entscheiden, und das Leben arbeitet für uns. Wir sind für die Erweiterungspolitik nicht aus Müdigkeit, sondern aus dem brennenden Wunsch, aus den 600 Zertifikaten, d'ie wir jetzt bekommen haben, 6000 und 60 000 zu machen. Die Realität Palästinas erwartet von uns, daß wir entschlossen Sinnvoll in der Konstruktion. — Werden in eigenen Fabriken hergestellt. — Sind formvollendet, dauerhaft und preiswert. — Wir treten für unsere Erzeugnisse ein. — Besichtigungu.Auskunft bereitwilligst. nur Thealinerstraße 10 Kataloge gratis! Telephon 93772.

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