Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 51 (21.12.1928)
- Date
- 1928-12-21
- Page
- Seite 821 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 51 Das Jüdische Echo 821 Dirigenten Heinrich Lamm. Daneben soll das Or*- ehester nicht vergessen werden* das — durchaus noch nicht allen Anforderungen an Dynamik, Tongebung und Schattierung voll entsprechend — mit großem Eifer und Musikliebe dem Dirigenten willig folgte. Es soll auch an dieser Stelle einmal gesagt werden, daß sich im allgemeinen der Laie, d. h. das Publikum, keinen Begriff von Schwierigkeiten in den einzelnen Instrumenten macht, und daß ganz besonders Bläser, soweit sie nicht Virtuosen in ihrem Fache sind, von so vielen Imponderabilien abhängig sind, daß von einer absolut sicheren Intonation keine Rede sein kann. Daß auch die Akustik in dem relativ niedrigen und kleinen Raum den Klangkörper beengte, sei nur nebenbei erwähnt. Nach all diesem Gesagten sei gerne und freudig anerkannt, daß einzelne Leistungen ganz hervorragend waren. Wenn hier an erster Stelle das Bachkonzert F-Moll für Klaviersolo und Streicher genannt sei, so soll damit anerkannt werden, daß es wirklich herrlich gespielt wurde. Die überragende und — auch in diesem Blatte — oft rühmlich genannte Virtuosität von D. Bettsack (Klavier), brachte dieses stellenweise recht schwierige Werk bravourös zum Vortrag, begleitet von dem sich willig und geschmeidig-diskret unterordnenden Streichkörper unter Führung von Heinrich Lamm. — Sehr interessant war die Uraufführung eines symphonischen Satzes von M. Goldberg, eines der führenden und aktivsten Mitglieder des Orchesters, der selbst die Uraufführung leitete. Das Ganze -— modern in der Auffassung — ist geschickt, effektvoll gemacht und gut durchgeführt; wenn auch einzelne Stellen an große Vorbilder gemahnen, so verrät doch der Satz selbst einen ganzen Musiker, der Einfälle und Sinn für Originalität und Farbenpracht besitzt. Das Hauptthema ist sehr gut, die Durchführung geschickt aufgebaut, die Instrumentation geschickt und geschmackvoll. — Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß dieses wirkliche Talent uns und auch einer größeren Öffentlichkeit noch manche Gabe schenken wird. Die Ausführung dieses recht heiklen Satzes gelang unter Leitung des Komponisten recht gut; Streicher, Bläser und Pauken (am Klavier: Paul Samuel), setzten sich eifrig für das Werk ein und brachten stellenweise recht prächtige Klangfarben. — Tänze von Beethoven und Mozart, 4 Stücke aus einer Bühnenmusik von Purcall vervollkommneten recht glücklich das abwechslungsreiche Programm, dem ein zahlreich erschienenes Publikum lebhaften Beifall zollte. H. F. Jüdischer Kindergarten, Herzog-Rudolf-Straße 5, schließt am 21. Dezember und beginnt wieder Mittwoch, den 2. Januar. Der Jüdische Kindergarten ist geöffnet: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9.30 bis 12 Uhr und Mittwoch nachmittag von 3.30 bis 6 Uhr. Die Leitung. Chanukkah im jüdischen Kindergarten, Herzog- Rudolf-Straße 5/0. Am Mittwoch nachmittag versammelte sich eine Schar kleiner Mädels und Buben im Lessingsaal und feierten auf richtige Kinderart Chanukkah. Zuerst bewillkommnete ein Mädchen die großen und dann ein Junge die kleinen Gäste. Dann spielten 4 Sechsjährige ein lustiges Chanukkah-Märchen und wurden von den kleinen Zuschauern fest beklatscht. Dann kamen hebräische und deutsche Kreisspiele, es wurde geturnt, aber, ich muß schon sagen für die 3—6jährigen wirklich ausgezeichnet. Und nun entzündeten drei Buben die Lichter und mit Jubel setzten 40 kleine Stimmen zu „Moaus zur“ ein. Einer Chanukkahgeschichte und einem anderen Märchen lauschten die Kinder mit leuchtenden Augen. Dann setzte eine kleine Pause ein, es wurde getrendelt und'jedes Kind gab seinen Eltern selbstgefertigte Geschenke. Die Kinder verabschiedeten sich von den „Dodehs“ und eines sagte mir „gel, zu Purim wirds wieder so herrlich“. H. R. Jüdischer Jugendverein München. Anschrift und Auskünfte: Frl. Emma Neuwirth, Franz-Josef- Straße 33. Donnerstag, den 27. Dezember 1928: „Schubert-Abend“. Leitung: Herr Dr. Josef Waldn e r. Heim (St.-Anna-Straße 6/0). Beginn 20.45 Uhr. Donnerstag, den 3. Januar 1929: Herr Heinrich Reich ner spricht über: „Heinrich Hein e“. Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1 Rückgebäude. Beginn 20.45 Uhr. Außerdem weisen wir wieder auf die Freitag- Abendfeiern hin. Jeder junge Jude Münchens ist herzlich willkommen. Raum: Herzog-Max- Straße 3/1. Bar-Kochba, München. Der gesamte Hallen-Betrieb fällt bis zum 7. bzw. 8. Januar aus. Schwesternbund der München-Loge. Gemütliche Abende im Mädchenklub. Der Mädchenklub hält von nun an seine Heimabende in den neuen Klubräumen, Herzog-Max-Straße 3/1, ab. Es finden statt: Montag: 8 bis 9 Uhr Gymnastik. Dienstag: 7.30 bis 10 Uhr Nähabend. Donnerstag: 7.30 bis 8.30 Englisch. Donnerstag: 8 bis 10 Uhr Unterhaltungsabend. Wir laden zu unseren Heimabenden herzlichst ein. Anmeldungen bei Frau Studienrat Schaalmann, Tengstraße 37/IV. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez. München. Heute, Samstag, den 22. Dezember 1928, spricht Herr Samuel Taubes in unserem Vereinslokale, Lessingsaal (Herzog-Rudol'f-Straße 1, parterre), über den Dichter Uriel Birnbaum und über dessen Werk: „Im G o 11 e s - K r i e g“. Die Persönlichkeit des Referenten bürgt für einen literarisch hochstehenden Vortrag. Beginn 8.45 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste sind sehr willkommen. Voranzeigen: Samstag, den 29. Dezember 1928, spricht Herr A. Stern über: „Die Teilung des jüdischen Reiches und seine Folgen.“ Sonntag (nicht Samstag), den 6. Januar 1929, veranstalten wir gemeinsam mit dem Gesamtausschuß der Ostjuden einen großen Abend. Der erste Teil wird mit einer Theateraufführung und der zweite Teil mit musikalischen, rezitativen und gesanglichen Darbietungen, ferner mit lebenden Bildern ausgefüllt werden. Näheres in den nächsten „Echo“-Nummern. Die Vorstandschaft. Bamberg. Am 29. November hielt in einem von der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg veranstalteten, sehr gut besuchten Elternabend, Herr Rabbiner Dr. R ü 1 f ein Referat über das Thema „Jüdischer Religionsunterricht und jüdisches Eiternhau s.“ Der Redner sprach zunächst über diejenigen Fragen, über welche s. E. keinerlei Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gemeinde bestehen könnten. Das sei, zunächst die Notwendigkeit des