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Das jüdische Echo · 1928-12-21 · 51 (21.12.1928) · p. Seite 822

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
51 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
Seite 822 (sequence 14)
Language
German
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822 Das Jüdische Echo Nr. 51 Religionsunterrichtes überhaupt. Der Religionsunterricht ist notwendig zur Ausbildung der im Kinde schlummernden seelischen Kräfte und zur Bekämpfung des Materialismus und der Pietätlosigkeit. Der jüdische Religionsunterricht jedoch muß einen seelischen Ausgleich gegen den Antisemitismus, mit dem das Kind leider sehr bald in Berührung kommt, bringen. Das Kind muß das Judentum als etwas Positives empfinden lernen und so einen Rückhalt in der ihn umgebenden Atmosphäre der Fremdheit erhalten. Weiter kann es keine Meinungsverschiedenheit über die Wichtigkeit der Autorität des Religionslehrers geben. Diese darf durch Kritik im Elternhaus nicht untergraben werden. Früher war der jüdische Religionslehrer oft gezwungen, noch nebenbei einen anderen Beruf auszuüben und war infolge seiner oft mangelhaften Allgemeinbildung nicht besonders geachtet. Diese Zeiten sind nun vorbei. Der jüdische Religionslehrer muß heute eine höhere Bildung als andere Lehrer haben und beansprucht den Respekt, der auch anderen Lehrern entgegengebracht wird. Im zweiten Teil seiner Ausführungen behandelte Herr Dr. Rülf solche Fragen, welche vielleicht Meinungsverschiedenheiten aufkommen lassen könnten. Dazu gehöre die Methode des Unterrichts. Der Unterricht muß von modernen pädagogischen Grundsätzen geleitet sein. Nicht Lernschule, sondern Arbeitsschule, in der das Kind durch dauernde Anregung zur Selbsterarbeitung aktiviert wird. Ein Teil des Unterrichtes ist der Jugendgottesdienst, den das Kind ebenfalls selbst mit gestalten muß. — Viele Eltern denken, daß im Religionsunterricht von den Kindern zuviel verlangt wird. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Dinge gelehrt werden, welche die Eltern selbst nicht gelernt haben.. Der Fortbestand des Judentums ist durch die Auflösungstendenzen und des Nachlassen des jüdischen Lebenswillens gefährdet. Der Einfluß der Umwelt wird immer mächtiger, der jüdischer Lebensform immer schwächer. Deshalb ist heute ein guter Religionsunterricht dringlicher als früher. Zur Frage des Maßes der Leistungen des Elternhauses betonte der Redner, daß hier zur Vermeidung eines Konfliktes zwischen Elternhaus und Kinder viel Takt nötig sei. Das Elternhaus muß jii discher werden, denn der beste Unterricht bleibt .Theorie, wenn das Kind daheim kein jüdisches Milieu vorfindet. Zur Schaffung eines solchen muß die jüdische. Symbolik im Elternhaus regelmäßig gepflegt werden. Das Kind muß jüdische Bücher und Jugendzeitschriften zu lesen bekommen. (In 'diesem Zusammenhänge machte Herr Dr. Rülf auf die Zeitschrift „Das Zelt“ aufmerksam.) Am Schluß seines von der Versammlung mit •großem Beifall aufgenommenen Referates, betonte Herr Dr. Rülf, daß jede Kritik am Religionsunterricht von der Liebe zum Judentum getragen werden müsse. Es gäbe Leute, die alles Jüdische lieblos und ohne Verständnis beurteilen würden. Raten könne hier nur, wer das Judentum liebe. In der Diskussion gelangten keine wesentlichen Meinungsverschiedenheiten mit dem Inhalt des Vortrages zum Ausdruck. HANS FREY Prannerstrafec 13/11. St.,am Maximlltansplatz / Telephon 92837 Herbst- und Winter-Anzüge von RM. 145.— an Garantiert für tadellosen Sitz / Zahlungs-Erleichterung MAX WITTKOP Spejialgefcbaft feiner <$Ieif$tt>aren München / Rathaus / Weinstraße Zweiggesch.: Bogenhausen, Ismaninger Str. 78 Ttllee für 2^ucf>e unb Heller £>ie bekannten 5immermann>0peji«litftten »aernorragettfce Qualität 25iUigfte 25erecbmmg gnbit)ibnelle33et>tenung!_ KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Postscheck- Konto München 10442 Nürnberg 24565 Fernsprecher München 297449 Nürnberg 9226 Zentrale für Deutschland Berlin W 15 Meinekestraße Nr. io Münchener Spendenausweis Nr. 8 vom 12. Dezember bis 18. Dezember 1928 Allgemeine Spenden: I. Th. 10.—; Frau Lehrer Schweizer anläßlich der Genesung ihres Enkels 3.—: Dr. M. J. Gutmann gratuliert Familie Justizrat Dr. E. Fränkel zur Vermählung ihres Sohnes 3.—; Dipl.-Ing. Hans Machol desgl. 2.—; Max Landmann desgl. 3.—; Gesamtausschuß der Ostjuden desgl. 3.—; Dr. J. Ettinger desgl. 1; David Horn desgl. 2.—; Dr. Berger und Frau desgl. 2.—; Gottfried Hirsch und Frau desgl. 2.—; Df. Josef Schäler desgl. 2.—; Norbert Sturm desgl. 1.—* Dr. I. Emrich desgl. 1.—; Paul Grünbaum desgl. 2.—; Ludwig Heß gratuliert seinem lieben Bundesbruder Dr. L. Berger und Frau zur Geburt der Tochter 3.— 40.—. Bäume: .Richard Fränkel s. A.-Garten: Bernhard Lustig gratuliert Familie Justizrat Dr. Emil Fränkel zur Vermählung ihres Sohnes 1 B. 6.—; Justizrat Dr. Elias Straus desgl. 1 B. 6.—; R.-A. Dr. Alfred Perlmutter desgl. 1 B. 6.—; V. J. St. J o r d a n i a - G a r t e n: V. J. St. Jordania gratuliert ihrem lieben Bundesbruder Dr. L, Berger und Frau zur Geburt der Tochter 6.— 24.—. Goldenes Buch: Jüdischer Turn- und Sportverein Bar-Kochba: Der Bar- Kochba gratuliert Familie Justizrat Dr. E. Fränkel zur Vermählung ihres Sohnes und Dipl.-Ing. Dr. L. Berger und Frau zur Geburt der Tochter 5.—; Adolf MiSch desgl. 4.—; Schl. Monheit desgl. 2.—; Dr. B. Weiß gratuliert Dr. L. Berger und Frau zur Geburt der Tochter 2.— =13.—.

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