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Das jüdische Echo · 1928-12-21 · 51 (21.12.1928) · p. Seite 816

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
51 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
Seite 816 (sequence 8)
Language
German
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816 Das Jüdische Echo Nr. 51 Frauen, der Wizo, Mitte Dezember in Berlin eintreffen, um hier eine Reihe von Besprechungen mit der deutschen Landesgruppe der Wizo, der Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina, abzuhalten. Ihr zu Ehren veranstalten Frau Siegfried Hirsch am Montag, dem 17. Dezember, nachmittags, und Frau Direktor Wassermann am Dienstag, dem 18. Dezember, je einen Empfang in ihrem Hause. Straßers Immunität aufgehoben Berlin,‘16. Dezember. (JTA.) Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstags beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit Anträgen, die die Aufhebung der Immunität des völkischen Abgeordneten Straßer wegen verschiedener Beleidigungen fordert. Mit den Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Bayerischen Volkspartei wurde die Aufhebung der Immunität des Abgeordneten Straßer beschlossen. Die Ausschußmehrheit ist zu diesem Beschluß gekommen, weil sie in der verantwortlichn Zeichnung Straßers für neun in verschiedenen Orten Deutschlands erscheinenden völkischen Zeitungen einen Mißbrauch der Abgeordnetenimmunität erblickt. Die Potsdamer Regierung läßt eine antisemitische Inschrift von einem Gasthof entfernen Eine prinzipiell wichtige Entscheidung Berlin, 13. Dezember. (JTA.) Der Landwirt Emil Hewerer in Bergholz bei Michendorf (also etwa eine Stunde von Berlin entfernt) hatte an seinem Gutshof eine Tafel mit folgender Inschrift anbringen lassen: „Juden, Agenten, Hausierern und Musikanten ist das Betreten meines Hauses untersagt!“. Die Republikanische Beschwerdestelle Berlin wandte sich an den Landrat in Belzig. Dieser gab den Vorgang an den Oberstaatsanwalt in Potsdam. Der Oberstaatsanwalt lehnte ein Einschreiten ab, da § 130 StGB, nicht verletzt sei. Auf eine erneute Vorstellung bei dem Landrat, die Tafel auf dem Verwaltungswege mit polizeilichen Mitteln entfernen zu lassen, erwiderte der Landrat Dr. Bohne in Belzig ablehnend. Darauf wandte sich die Beschwerdestelle an den Regierungspräsidenten in Potsdam und wies darauf hin, daß die Aufschrift zweifellos geeignet sei, die jüdische Bevölkerung zu provozieren und sie in den Augen ihrer Mitbürger verächtlich zu machen. Der Regierungspräsident in Potsdam hat unter dem 5. Dezember folgendermaßen entschieden: „ Auf die dortige Eingabe vom 19. v. M. erwidere ich, daß ich den Landrat des Kreises Zauch-Belzig angewiesen habe, das Erforderliche zur Beseitigung der Verbotstafel an dem Bauerngehöft in Bergholz zu veranlassen“. Prof. Isaak Markon Leiter der Bibliothek der Hamburger jüdischen Gemeinde Hamburg, 11. Dezember. (JTA.) Prof. Isaak Markon wurde von der jüdischen Gemeinde zu Hamburg zum Leiter ihrer in der Ausgestaltung begriffenen Bibliothek berufen. Die Berufung des bekannten Gelehrten steht auch im Zusammenhang mit dem Bestreben, im Rahmen der Bibliotheksarbeit jüdisches Wissen in weiteren Kreisen der Gemeinde zu verbreiten. Drei Mittäter der Harburger Friedhofschändung verhaftet Berlin, 16. Dezember. (JTA.) Der Kriminalpolizei ist es gelungen, drei der Mittäter (junge Burschen) zu verhaften, die kürzlich auf dem israelitischen Friedhof in Harburg zahlreiche Grabsteine umgeworfen und zerstört hatten. Eine Synagoge für Plauen Plauen, 14. Dezember. (JTA.) Die Israelitische Religionsgemeinschaft wird auf einem käuflich erworbenen Grundstück an der Senefeldersträße in Plauen eine Synagoge erbauen. Die Pläne, die bereits die Genehmigung des Bauausschusses gefunden haben, stammen vom Architekten Dipl.-Ing. Fritz Landauer (München), der als Spezialist auf dem Gebiete des Synagogenbaues gilt und erst kürzlich bei einem Preisausschreiben in München die beiden ersten Preise erhalten hatte. Ihm wurde auch die Bauleitung übertragen. Mit dem Bau wird in nächster Zeit begonnen werden. Der völkische Terror an den Wiener Hochschulen Wien, 12. Dezember. (JTA.) Im Budgetausschuß des Nationalrats brachte heute der sozialdemokratische Abgeordnete Leuthner wieder Beschwerden über die Vorgänge an den Wiener Hochschulen vor. „An der Universität und der Technischen Hochschule“, sagte er, „herrschen die völkischen Studentenvereine, sie sind die eigentlichen Hochschulbehörden. Sie üben sogar Brachialgewalt aus. Das zeigte sich wieder bei der Republikfeier an der Universität, bei welcher die deutschnationalen Studenten in Pfuirufe ausbrachen, als der Rektor in seiner Rede das Wort »Republik4 gebrauche. Die Feier fand damit ihren Abschluß, daß die deutschnationalen Studenten mit ihren Stöcken auf die sozialistischen Studenten eindrangen und sie aus dem Saale drängten. Einige Pedells machten offenkundig mit den Deutschnationalen gemeinsame Sache.“ Züricher Kultusgemeinde für Keren Hajessod und KKL Zürich, 11. Dezember. (JTA.) Der Vorstand der Züricher israelitischen Kultusgemeinde beschloß, in das Budget einen Betrag von 2000 Schweizer Franken für Keren Hajessod und 1000 Franken für Keren Kajemeth einzustellen. Wassermann und sein Kind Zürich, 11. Dezember. (JTA.) In einem Schreiben, welches dem „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz“ vorliegt, erklärt Jacob Wassermann, die Behauptung, er habe sein unmündiges Kind taufen lassen, sei unzutreffend. Das Gerücht sei dadurch entstanden, daß ein uneheliches Kind von ihm von Staatswegen als christlich in das Standesamtsregister eingetragen worden ist. mom MOTORWAGEN rn m M'M g sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: joh. Winklöofer & Söhne * München 50 Forstenrieder Straße 53 / Telephon 73844

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