Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1928-12-21 · 51 (21.12.1928) · p. Seite 815

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
51 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
Seite 815 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9103081-9158265--09013-9081727
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 51 Das Jüdische Echo 815 zung durch den Bayerischen Landesverband israelitischer Gemeinden eine rege und erfolgreiche Arbeit entfalten. Die Vorträge von Herrn Dr. Rülf in den Vereinen haben hierzu wesentlich beigetragen. Die Berichte der Vereine über ihre Jahresarbeit gaben einen trefflichen Einblick in deren Vielseitigkeit und Nützlichkeit im Sinne jüdischer Jugenderziehung. Fast in allen Vereinen bestehen Arbeitsgemeinschaften über religiöse und jüdischpolitische Fragen, jüdische Literatur, soziale und wirtschaftliche Probleme. Berichtet wurde ferner über Singgruppen, Wandergruppen und sportliche Betätigung. In einer Reihe von Treffahrten der Vereine wurde der persönliche Konnex der Jugend gepflegt, dessen schöne Früchte auch in der herzlichen Freundschaft der Anwesenden sichtbar waren. Unter dem lebhaften Beifall der Delegierten wurde Herr Rabbiner Dr. Rülf (Bamberg) einstimmig wiederum zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Wenn die Tagung sonst keinen Erfolg gehabt hatte, als den, allen Teilnehmern neue Anregungen für die jüdische Jugendarbeit, insbesondere auf dem Gebiet der im Vordergrund stehenden Fragen der Jugendheime, Junggruppenarbeit und Berufsfragen, zu geben, so hätte sie sich schon für die jugendlichen Führer reichlich gelohnt; dem Außenstehenden aber mußte klar werden, daß es mit der jüdischen Jugend aufwärts geht. W. Unruhen in Hrabien Aufstand gegen Ibn Saud Die „Frankfurter Zeitung“ vom 19. Dezember berichtet aus Jerusalem: Die Erhebungen gegen Ibn Saud haben jetzt einen solchen Umfang angenommen, daß das Schlimmste für Ibn Sauds Stellung als Fürst Arabiens und der arabischen Wüstenstämme zu befürchten ist. Man erwartet, daß schwere Unruhen die Stämme an beiden Seiten des transjordanischen Gebiets in den Kampf gegen Ibn Saud hineinziehen werden. In dieser Gegend fallen schon mehrere Araberstämme, die bisher zu dem Wahhabitenherrscher hielten, von ihm ab. Die jetzige Jahreszeit, kurz nach den ersten Regenfällen am Rande der Wüsten, ist für Aufstände besonders beliebt. Der Herrscher des transjordanischen Landes, Abdul Emir Abdullah, mobilisiert schon seine, wenn auch geringen Streitkräfte. Aber in erster Linie verläßt er sich auf die britischen Aeroplane und Panzerwagen. Ibn Saud wird sich in diesem Jahre die größte Mühe geben müssen. Erstens muß er die ihm noch ergebenen Wahhabitenstämme sich gefügig erhalten, zweitens muß er, um siecht Res^ekt^zii -Verschaffen, gegen die abtrünri'ig&i Stärrfnfe Sträfexpeditionen aussenden. Nach züVerlä!s§i£eß^en&- lischen Quellen soll er bei einer solchen Sträfexpödition vor kurzem fast einen ganzen Stamm auf gerieben haben. Jedoch Ist ds fraglich,* ob Ibn Saud imstande sein wird, sich erfolgreich gegen so große Stämme wie die Bnei Melech und die Bnei Narb zu behaupten, die sich gegen Ibn Saud erhoben hatten. Außerdem haben noch zwei andere machtvolle Araberstämme, die Atibas und die Mutair, sich ebenfalls gegen ihn erhoben. Die beiden letzteren Stämme haben besonderen Grund zur Unzufriedenheit; da Ibn Saud, ihnen bei der Eroberung Arabiens vor mehreren Jahren versprach, daß ihre Scheiks dä$ heilige Gebiet von Mekka und Medina,zur Verwaltung erhalten würden; dieses Versprechen hat Ibn Saud aber bisher nicht eingelöst. Die weiteren Quellen, aus denen Ibn Saud noch Schwierigkeiten erwachsen, sind die Nomaden, denen durch die Verträge mit Trans Jordanien und dem .Irak, die beide unter britischem Mandat stehen, die Gelegenheit zum Plündern und zum Benutzen fremder Grasländer genommen Worden ist. Außerdem sind die großen Nedschstämme von jeher Gegner Ibn Sauds gewesen und haben schon aus diesem. Grunde Verträge mit der irakischen Regierung abgeschlossen. Ferner wird in den Städten durch nationalistische Politiker, die Gegner der .autokratischen Herrschaft Ibn Sauds und. des religiösen Fanatismus, der Wähhabiten sind, gegöh d6n Herrscher Zentralaräbiens gehetzt. Aus der jüdischen Welk Eröffnung der „ORT“-Ausstellung in Berlin Berlin, 12. Dezember. (JTA.) Der Verband der Gesellschaften zuf Förderung von Handwerk, Industrie und Landwirtschaft unter den Juden „ORT“, veranstaltet in Berlin eine Wander-Ausstellung. von Schülerarbeiten der ORT-Fachschulen, sowie von landwirtschaftlichen Erzeugnissen der von ORT in Osteuropa betreuten jüdischen Kolonien. Die Ausstellung, die aus Deutschland nach England und den Vereinigten Staaten gebracht werden wird, umfaßt sämtliche Gebiete der ORT-Arbeit und demonstriert in anschaulicher Weise die während der letzten Jahre auf dem Gebiete des jüdischen Aufbaus vor sich gegangene Entwicklung und die erzielten Erfolge. Frau Vera Weizmann in Berlin Berlin, 12. Dezember. (JTA.) Frau Vera Weizmann wird . in ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Weltverbandes zionistischer Sinnvoll in der Konstruktion. — Werden in eigenen Fabriken hergestellt. — Sind formvollendet, dauerhaft und preiswert. — Wir treten für unsere Erzeugnisse ein. — Besichtigungu. Auskunft bereitwilligst. nur Theatinerstraße 10 Kataloge gratis! Telephon 93772.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.