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Das jüdische Echo · 1928-12-14 · 50 (14.12.1928) · p. Seite 800

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
50 (14.12.1928)
Date
1928-12-14
Page
Seite 800 (sequence 8)
Language
German
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800 Das Jüdische Echo Nr. 50 Vorgänge an der Klagemauer am letzten Versöhnungstage, unzureichend und von den Ereignissen überholt sei, ob die Regierung nicht beabsichtige, ein weiteres Weißbuch beziehungsweise einen Bericht herauszugeben, der sich mit den neuen Verletzungen des Status quo an der Klagemauer durch die Araber befaßt und auch die Propaganda des indischen Moslemführers Mohamed Ali in Palästina einbezieht. Minister Amery erwiderte, die Regierung werde erwägen, welche weiteren Informationen sie in der Angelegenheit der Klagemauer der Öffentlichkeit übergeben solle. Hinsichtlich der Propaganda Mohamed Alis erwäge die Regierung, ob die Reden des indischen Moslemführers zum Gegenstand von Untersuchungen gemacht werden sollen. Aus der jüdischen Welt Die Friedhofschändungen Nr. 68 und 69 Berlin, 7. Dezember. (JTA.) Bereits vor längerer Zeit waren auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde in Fischach in Bayern acht große Grabsteine umgeworfen aufgefunden worden. Zum Teil waren sie mit dem Sockel umgestürzt, zum Teil zur Hälfte zerbrochen. Da der Friedhof hoch und frei liegt, war man anfänglich der Ansicht, daß die Steine durch einen Sturm umgestürzt worden wären, zumal sie keine weitere Beschädigung aufwiesen. Ende Oktober wurde nun aber wiederum festgestellt, daß Grabsteine umgeworfen waren. In diesem Falle konnte jedoch einwandfrei festgestellt werden, daß die Tat von Menschenhand verübt worden sein mußte. Anfangs bestand der Verdacht, daß Kinder die Tat begangen hätten, jedoch konnte ein Nachweis hierfür nicht geführt werden. Wie erst heute bekannt wird, ist der jüdische Friedhof in Rosenberg (Ostpreußen) bereits vor längerer Zeit von Friedhofschändern heimgesucht worden. Man ist zur Zeit bemüht, die näheren Einzelheiten über diesen Fall festzustellen. nommen haben. Über die Stellung der Zionisten zu den Abmachungen in Amerika wird die Aktions- Komitee-Sitzung endgültig beschließen. Bankett zu Ehren Abraham Reisens Berlin, 5. Dezember. (JTA.) Der jüdische Arbeiter-Kultur-Verein veranstaltete zu Ehren des in Berlin weilenden jüdischen Dichters Abraham Reisen ein Bankett. Herr Polotnik, der neue Direktor des Moskauer Jüdischen Akademischen Theaters, das gegenwärtig zu einem Gastspiel in Berlin weilt, begrüßte Reisen im Namen der jüdischen Abteilung beim Moskauer Volkskommissariat für Volksbildung, Prof. Batourinsky sprach im Namen der Moskauer Zentrale von Ozet, Dr. Budislwasky sprach im Namen der deutschen Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Kolonisation in Rußland, ferner sprachen die jüdischen Dichter Tscharni und Sternberg, Dr. J. Rubin und Granach. Abraham Reisen dankte gerührt für die Ehrung und las einige seiner letzten Gedicht vor. Bekanntlich hat die polnische Regierung Abraham Reisen, der seinen Wohnsitz in Neuyork hat, die Einreise nach Polen nicht gestatten wollen. Auf Intervention des Warschauer jüdischen Schriftstellervereins wurde schließlich Reisen die Einreise gestattet. Der Dichter begab sich am 5. d. M. nach Warschau. Er wird auch Rußland besuchen. Abgeordneter Streicher wegen Ritualmordhetze zur Strafverfolgung freigegeben München, 6. Dezember. (JTA.) Der Bayerische Landtag beschloß heute, den nationalsozialistischen Abgeordneten Streicher zur Strafverfolgung freizugeben. Streicher hatte in seinem Nürnberger Blättchen „Der Stürmer“ behauptet, der Gladbecker Primanermord sei ein Ritualmord, der von einem unbekannten Täter begangen worden sei. Es schwebt daher gegen ihn ein Verfahren wegen Beleidigung einer Religionsgesellschaft. Landesvorstandssitzung der ZVfD. Berlin, 11. Dezember. (JTA.) Am 9. Dezember fand eine Sitzung des Landesvorstandes der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in Berlin statt, auf der zu einer Reihe wichtiger Fragen Stellung genommen wurde. Einen Bericht über die bisherige Propaganda-Arbeit der ZVfD. erstattete Herr Dr. Kanowitz. Anschließend wurden Richtlinien für die Fortführung der Propagandatätigkeit aufgestellt. Herr Rechtsanwalt Bruno Nathan (Köln) referierte über die Mitarbeit von Zionisten in allgemeinen jüdischen Organisationen. In der Nachmittagssitzung erstattete der Vorsitzende, Herr Kurt Blumenfeld, ein Referat über die Frage der Konstituierung der Jewish Agency in Deutschland. Die Ausführungen des Referenten wurden ergänzt durch Mitteilungen des Mitglieds der Exekutive, Herrn Rechtsanwalt Felix Rosenblüth, der insbesondere über die Verhandlungen mit der Marshall-Gruppe in Amerika berichtete, die einen außerordentlich günstigen Verlauf ge¬ Bayern und Württemberg erheben Einspruch gegen die Einbürgerung von Juden in Hamburg Der Staatsrat weist den Einspruch zurück Berlin, 11. Dezember. (JTA.) Gegen die Einbürgerung des Dr. jur. Samuel Roch und des Dr. med. Scholem Peisach Feldstein in den hamburgischen Staatsverband hatten Bayern und Württemberg Einspruch erhoben. Dieser Einspruch ist von den Ausschüssen des Reichsrats für unbegründet erklärt worden, und das Plenum schloß sich mit Mehrheit dem Ausschußbeschluß an. Der neue Vorstand der Wiener Kultusgemeinde Wien, 4. Dezember. (JTA.) Das Ergebnis der am Sonntag, dem 2. Dezember, durchgeführten Wahlen in den Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde ist im einzelnen folgendes: Die Liste der Union unpolitischer Parteien vereinigte auf sich 9066 Stimmen, es wurden auf dieser Liste gewählt: Prof. Dr. Alois Pick, Dr. Jakob Ornstein, Baurat Wilhelm Kempler, Direkxccxn# ^offwtfcferter {Segr. 15Z4 ♦ ^Jl&ftolttng ^el. 20 519 "^RefrSerräffraße T4/15_ ^Darrten -^Stänfel in reicbfler unS rtacb /^taß

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