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Das jüdische Echo · 1928-12-14 · 50 (14.12.1928) · p. Seite 799

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
50 (14.12.1928)
Date
1928-12-14
Page
Seite 799 (sequence 7)
Language
German
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799 Nr. 50 Das Jüdische Echo unterstützen, wodurch dem Wohlstand der alten Einwohner gedient sein wird. Zum Schluß appelierte Sir John Robert Chancellor an den palästinensischen Patriotismus der gesamten Bevölkerung und sagte, er glaube an die große Zukunft des Landes. Am Jaffator fand ein offizieller Empfang statt. Die Regierung, der Bürgermeister, die hohe Geistlichkeit, die zionistische Exekutive, die Notabein, das Konsularkorps, Schulkinder, Pfadfinder mit Bannern, Polizei und Priester aller Konfessionen in Amtstracht waren zur Stelle. Tausende von Zuschauern hatten sich eingefunden. Die mit Fahnen und Wimpeln aller Nationen geschmückten Häuser boten ein farbenprächtiges Bild. Auf die arabische Begrüßungsansprache des Bürgermeisters antwortete Chancellor englisch. Pressekommentare Jerusalem, 9. Dezember. (JTA.) Sowohl die hebräische als auch die arabische Presse hat am Tage nach der Ankunft des neuen Oberkommissars, Sir John Robert Chancellor, in Palästina zum Ausdruck gebracht, was die von ihnen vertretene Bevölkerung von dem neuen Administrationschef erwartet. Die hebräische Presse führt aus, daß sie ungeachtet der Enttäuschungen früherer Jahre sich keiner Resignation mit Bezug auf die Amtstätigkeit des neuen Oberkommissars hingibt, sondern vieles von dein neuen Regierungschef erwartet, der als ein hervorragender Administrator und Kolonisator bekannt ist, schon öfter seiner Sympathie für den Zionismus und das jüdische Aufbauwerk Ausdruck gegeben und versichert hat, daß er seine Amtstätigkeit als Oberkommissar in Übereinstimmung mit dem Geiste und dem Buchstaben des Mandates führen wird. Sir John Chancellor, so resümiert die hebräische Presse, muß die zahlreichen lrrtiimer und die Unbill, die in den letzten Jahren gegen die Juden begangen worden sind, gutmachen und endlich mit der Erfüllung der Verpflichtungen des Mandates beginnen. Die arabische Presse ihrerseits fordert die Errichtung einer nationalen Regierung in Palästina, wie sie von der arabischen Exekutive vorgeschlag,en worden ist. Die Araber werden sich nicht damit zufrieden geben, führt die Presse weiter aus, wenn der neue Oberkommissar Straßen und Wege repariert, Hospitäler einrichtet, den Hafen in Haifa baut und ähnliche Verwaltungsarbeiten durchführt; die Araber Palästinas fordern gemeinsam mit den Arabern von Irak, Syrien und Ägypten eine nationale Regierung. Das Klagemauer-Weißbuch der englischen Regierung Zionistische Kritik London, 3. Dezember. (JTA.) „New Judea“, das offizielle Organ der zionistischen Exekutive, übt Kritik an dem vor kurzem von der britischen Regierung veröffentlichten White Paper, betreffend die Vorgänge an der Klagemauer und führt u. a. aus: Das Weißbuch kann nicht als befriedigend angesehen werden. Angenommen sogar, daß durch die zeitweilige Anbringung einer die betenden Männer und Frauen gemäß der Tradition des gesetzestreuen Judentums voneinander trennenden beweglichen Wand eine Änderung des bisherigen Zustandes herbeigeführt wurde, wird kein Mensch, der guten Glaubens ist, in einem solchen technischen Verstoß gegen die Vorschrift einen Anlaß zu einem Einschreiten der Behörden beim Gottesdienst an dem Fast- und Bettage sehen. Und selbst, wenn die Behörden den Status quo in jedem Detail auch noch so ernst auffassen mögen, wird die jüdische Öffentlichkeit die Hast, mit der sie vorgegangen sind, nicht verstehen, ebensowenig den Umstand, daß sie es unterlassen haben, sich mit den zuständigen jüdischen Behörden in Verbindung zu setzen. Und jetzt das Weißbuch: dieses Dokument ist durchaus nicht dazu angetan, den schmerzlichen Eindruck zu verwischen, den das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen die Betenden an dem heiligsten Orte und dem heiligsten Tage des jüdischen Jahres geweckt hat. Wir zweifeln sehr, ob die Regierung selbst mit der Art, wie der Zwischenfall behandelt worden ist, zufrieden ist; man erinnere sich an die Erklärung des Herrn Amery im Unterhaus, daß die Regierung den dem Judentum in der ganzen Welt zugefügten Schlag bedauert. Immerhin ist dem Weißbuch trotz seines ziemlich scharfen und unsympathischen Tones zu entnehmen, daß die Regierung sich dessen bewußt ist, daß hier ein ernstes Problem zu lösen, ist, und daß sie gegenüber der einmütigen jüdischen Forderung nach einer endgültigen und befriedigenden Lösung des Problems nicht taub sei. Ein neues Weißbuch? London, 4. Dezember. (JTA.) In der Sitzung des Unterhauses richtete Oberstleutnant Kenworthy an den Minister für Kolonien, Herrn Amery, die Frage, ob er nicht einsehe, daß das von der Regierung herausgegebene White Paper, betreffend die PE-L ZMOD£U SÄ •BßRNHA&D BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KAUFINGERSTRASSE 25 BRIENNERSTRASSE 8

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