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Das jüdische Echo · 1928-12-07 · 49 (7.12.1928) · p. Seite 778

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
49 (7.12.1928)
Date
1928-12-07
Page
Seite 778 (sequence 6)
Language
German
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778 Das Jüdische Echo Nr. 49 Parteien zu einer Einigung zu veranlassen, und daß sowohl Juden wie Moslems auf diese Schritte mit der aufrichtigen Bereitschaft reagieren, den Streitfall auf der Grundlage der vollen und gleichen Berücksichtigung der moralischen und materiellen Rechte beider Parteien beizulegen ... Die Kommission hofft zuversichtlich, daß keine Partei durch unvernünftige Ansprüche oder unduldsame Weigerung die Verantwortung dafür übernehmen wird, die Herbeiführung eines gerechten Ausgleichs vereitelt zu haben.“ Zum Schluß macht die Mandatskommission darauf aufmerksam, daß, falls kein Ausgleich gefunden werden kann, wenigstens provisorische Vereinbarungen getroffen werden müssen und daß „keine Ruhestörungen versucht oder geduldet werden dürfen“. Die antisemitische Welle in Rußland Moskau, 28. November. (JTA.) Die Mitteilung von Einzelheiten über die Peinigung der jüdischen Arbeiterin Barschay in der Fabrik „Oktiabr“ zu Bobruisk, Gouvernement Minsk, hat die öffentliche Meinung in ganz Rußland aufgerüttelt. Die kommunistische Presse in Moskau und in der Provinz widmet der Angelegenheit einen breiten Raum. Das Zentralorgan der Sowjetregierung „Isvestia“ veröffentlicht einen Artikel seines Korrespondenten in Weißrußland, der gegen die von dem weißrussischen Zentralexekutivkomitee eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Angelegenheit Barschay den Vorwurf erhebt, daß sie versucht habe, die ganze Angelegenheit zu vertuschen. In einer Versammlung der in der Fabrik „Oktiabr“ beschäftigten Mitglieder der Jungkommunisten- -Liga forderte die Kommission alle Redner dringend auf, die Sache nicht in die Öffentlichkeit kommen zu lassen, weil Mitglieder der Jungkommunisten-Liga in sie verwickelt sind. Die Untersuchungskommission ersuchte die Minsker Zeitung „Rabotschi“ telegraphisch, nichts über den Fall Barschay zu veröffentlichen. „Rabotschi“ veröffentlichte trotzdem einen Bericht, erst dann kam der ganze Skandal in die Öffentlichkeit. Wegen der Beteiligung an der Mißhandlung der Barschay wurden verhaftet: Patschalin, Tuliakow, Gruzdow, Lobkow, Gazjewskaja, Grazniensky, Ptschelkin, Karanin, Kozlowsy u. a. m. Die Gerichtsverhandlung gegen die Beschuldigten wird noch im Verlauf des Monats Dezember stattfinden. In Verbindung mit dem Fall Barschay kamen auch andere antisemitische Ausschreitungen in Bobruisk und in verschiedenen Fabriken Weißrußlands in die Öffentlichkeit. Die Zeitungen berichten, daß in der Lederfabrik „Bolschewik“ in Minsk ein jüdischer Arbeiter von seinen nichtjüdischen Arbeitskollegen mit heißem Kalk übergossen und schwer verletzt wurde. In Bobruisk zogen die Arbeiter der Ziegelfabrik durch die Straßen, riefen: „Schlagt die Juden und rettet Rußland!“, überfielen jüdische Passanten und jüdische Arbeiter und mißhandelten sie schwer. In der Fabrik „Dwina“ zu Witesk herrscht schon lange ein gefährlicher antisemitischer Geist. Die in dieser Fabrik beschäftigte Arbeiterin Zirkina wurde systematisch verfolgt und gepeinigt. Als sie sich bei dem Fabrikaufseher beschwerte, rief dieser den Arbeitern zu: „Macht mit der Jüdin, was ihr wollt!“ Die antisemitische Welle, melden die Zeitungen weiter, hat nicht allein die Arbeitsstätten, sondern auch Kultus-Institutionen erfaßt. Der jüdische Student der Universität in Woronesch Meisl, hat Selbstmord durch Gift begangen und in einem zurückgelassenen Schreiben erklärt, er habe die ständigen Verfolgungen, denen er als Jude seitens der antisemitischen Studentenschaft ausgesetzt war, nicht mehr ertragen können. An diesen seit drei Jahren andauernden Verfolgungen, teilte Meisl mit, haben sich auch einige Professoren beteiligt. Der Fall wird jetzt von einer aus Vertretern der Regierung und der Kommunistischen Partei zusammengesetzten Kommission untersucht. Das Resultat der Kultusgemeinde-Wahlen in Wien Mandatsgewinn der Zionisten Wien, 3. Dezember. (JTA.) Die Wahlen in den Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, um die seit Wochen ein sehr lebhafter Parteienkampf vor sich ging, sind am Sonntag, dem 2. Dezember, durchgeführt worden. Ihr Ergebnis ist, daß die „Union österreichischer Juden“ die Majorität im Vorstand eingebüßt hat, aber noch immer die führende Partei geblieben ist. Die Zionisten haben einen kleinen Erfolg davongetragen. Die Wahlen verliefen ruhig. Trotz der lebhaften jr y -v-, XTOfcWERCK GOLD 1 SCHOKOLADE •PRALINEN-«'

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