Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 48 (30.11.1928)
- Date
- 1928-11-30
- Page
- Seite 764 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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764 Das Jüdische Echo Nr. 48 Oberkantor ALTER JÜDISCHER GESANGVEREIN 5. DEZEMBER 1928: ODEON Vorverkauf bei: Goldberg, Schwanthalerstraße 24 — Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2 — Bacharach, Frauenstraße 6 — Gidalewitsch Müllerstraße 42 — Löwenstein, Thierschplatz 5. ’ der „RIS“ soll in dieser Versammlung vor sich gehen. Herr Domänendirektor S. Dyk hielt nun sein Referat: „Das Siedlungsproblem — die jüdische Frage.“ Der Redner setzte das Problem der Siedlung in Deutschland auseinander und berichtete, was seitens des R.J.F. bis jetzt zur Verwirklichung der Siedlungsidee unternommen worden ist. Dr. Heinrich Elkeles, stellvertretender Vorsitzender des R.J.F., sprach über „Aufgaben und Bedeutung des Reichsbundes für jüdische Siedlung in Deutschland“. Er umriß die Aufgaben des neuen Bundes, dessen Ziel es ist, aus Wurzellosen zufriedene, kraftvolle jüdische Männer und Frauen zu machen. Er forderte alle deutschen Juden auf, dem „RIS“ beizutreten. Es folgten die Erklärungen der Vertreter der großen jüdischen Organisationen. Kammergerichtsrat Leo Wolff, Präsident des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, führte aus, jeder sei verpflichtet, in Wort und Tat die Rückkehr breiter jüdischer Schichten zur Scholle zu fördern. Oberlandesgerichtsrat Dr. Alfred Neumeyer, Präsident des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, erinnerte daran, daß der bayerische Landesverband schon bei seiner Gründung die Landsiedlung in sein wirtschaftliches Programm aufgenommen hat. Im Namen des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin begrüßte Dr. Kollenscher die neue Gründung, die eine geistige, körperliche und seelische Regenerierung erstrebt. Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzender des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, beglückwünschte den R.J.F. zu den beiden Gründungen. Rechstanwalt Dr. Alfred Klee sprach im Namen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß die Zionisten für Siedlungsarbeit seien. Namens der Großloge gab der Ehren-Großpräsident des U.O.B.B., Geheimrat Timendorfer, die Erklärung ab, daß diese ein großes Interesse an dem Siedlungswerk nimmt und in ihm eine der bedeutendsten Leistungen des heutigen Judentums sieht. Am Sonntag, vormittags 11 Uhr, eröffnete der Bundesvorsitzende Hauptmann d. R. a. D., Dr. Löwenstein, die Bundeshauptversammlung im Logenhaus, Kleiststraße 10, und gab einen Jahresbericht über die Tätigkeit des Bundes, woran sich die internen geschäftlichen Verhandlungen schlossen. Behandelt wurden Probleme, die sich mit der sozialen Arbeit des Bundes, der Abwehr und den weiteren Aufgaben des Bundes beschäftigten, der Anfang nächsten Jahres die Feier seines zehnjährigen Bestehens begehen wird. Wertvolle Erwerbung des Nationalfonds an der Haifa» bucht — Grundbesitz )3000Dunam Jerusalem, 20. November. (JTA.) Die Verwaltung des Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth le-Jisrael) hat heute Kaufverträge über den Erwerb von 22 000 Nunam Boden an der Haifabucht in der Nähe des Tales von Acco abgeschlossen. Durch diese Erwerbungen erhöht sich der Bodenbesitz längs der Haifabucht zwischen Haifa und Acco auf insgesamt 33 000 Dunam. Auf diese Weise hat der Nationalfonds für immerwährende Zeiten den Juden einen Bodenbesitz in dem wertvollsten und zukunftsreichsten Gebiet Palästinas gesichert. Die Verwaltung des Jüdischen Nationalfonds begleitet diese Mitteilung mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Freunde und Förderer der jüdischen Bodeninstitution Palästinas den durch diesen Kauf errungenen Erfolg richtig einschätzen und die Verwaltung des Nationalfonds in die Lage versetzen werden, die eingegangenen Verpflichtungen schnell zu erfüllen. Aus der jüdischen Welt Neue Friedhofschändungen! Die 65.: Borgenstreich in Westfalen Berlin, 23. November. (JTA.) Auf dem jüdischen Friedhof zu Borgenstreich in Westfalen, wo eine jüdische Gemeinde nicht mehr existiert, sind fünf Grabsteine umgeworfen und zum Teil arg beschädigt worden. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Es kommen jedoch einige Personen in Frage, deren Ruf den Verdacht rechtfertigt. Die Kriminalpolizei ist eifrig im Fahnden. Die 66.: Köpenick bei Berlin Berlin, 23. November. (JTA.) In der Nacht zum Donnerstag ist der jüdische Friedhof in Köpenick, wie erst am Donnerstag abend festgestellt wurde, von unbekannten Tätern auf bestialische Weise geschändet worden. Der jüdische Friedhof in Köpenick umfaßt etwa 70—80 Gräber und liegt in unmittelbarer Nähe des israelitischen Waisenhauses, inmitten einer Laubenkolonie. Der Friedhof wird von dem Verwalter des Mädchenheims, Birkholz, betreut. Birkholz hatte am Mittwoch nachmittag den Friedhof besucht und die Gräber in Ordnung gefunden. Als er Donnerstag nachmittag gegen 4 Uhr auf dem Friedhof erschien, sah er zu seinem Entsetzen, daß in einer Reihe vier Gräber geschändet waren. Die Täter haben mit roher Gewalt einen großen Grabstein des Kaufmanns Marcus aus Friedrichshagen umgestürzt, während sie bei der Schändung 1 l.QSR,xccxxx£ ^Darrten -^Stänfel ^offeürfc&ncr ^cgc. 15Z4 ^tfcftolung 20 519 irt reieftffer ^usroafil unS rtaeft ^R.cfi6cn^rfraßc 14/15