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Das jüdische Echo · 1928-11-23 · 47 (23.11.1928) · p. Seite 747

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
47 (23.11.1928)
Date
1928-11-23
Page
Seite 747 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 747 Amery, er beabsichtige dem Hause ein Weißbuch vorzulegen, in welchem die Intervention der Polizei und die Schritte, die ergriffen wurden, um die Gefahr weiterer Zwischenfälle hintanzuhalten, ausführlich dargelegt sind. Sache der Regierung ist es, den Status quo aufrechtzuerhalten. Die Aktion der Polizei hatte den Zweck, das empfindliche Gleichgewicht zu erhalten. Gleichzeitig aber beklagt es die Regierung, daß die jüdischen Andächtigen durch die Aktion der Polizei gestört worden sind. Sir Frank Sandersons Sorge wegen der Moslemiten ist unnötig. Während es nicht bestritten werden kann, daß die Aufseher des jüdischen Gottesdienstes gewisse Neuerungen eingeführt haben, soll gleichzeitig festgestellt werden, daß die Juden die Frage des Eigentumsrechtes an der Westmauer niemals aufgeworfen haben und auch nicht beabsichtigen, dies in Zukunft zu tun oder sonst etwas zu unternehmen, das die Unverletzlichkeit der moslemitischen heiligen Stätte irgendwie antasten könnte. Die Regierung glaubt, daß bei einem Nachlassen der noch herrschenden Erregung eine Schlichtung des Streitfalles in Freundschaft möglich sei. Abermals ein AngriSS auf die an der Klagemauer betenden Juden Jerusalem, 16. November. (JTA.) Vor einigen Tagen haben Araber abermals die an der Klagemauer betenden Juden mit Steinen beworfen. Ein in der Hebronstraße wohnender alter Jude wurde am Kopf getroffen und schwer verletzt. — Der zweite der beiden Araber, die betende Juden an der Klagemauer angegriffen haben, wobei der alte Jude Israel Misrachi schwere Verletzungen erlitt, wurde wegen Störung des Gottesdienstes zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Verurteilte legte Berufung ein. Vor kurzem wurde der erste dieser Ruhestörer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Seine Strafe wurde auf drei Monate reduziert. Frauenarbeit für Palästina Der „Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina“ hat einen Teenachmittag veranstaltet, der ganz unter dem Motto „Palästina“ stand und durch die Geschlossenheit seiner Darbietungen wohl bei allen seinen zahlreichen Gästen einen starken Eindruck hinterlassen hat. Zu Beginn sprach Frau Dr. Fränkel-Ehrentreu in eindrucksvollen Worten von der Arbeit des Verbandes an Mutter und Kind in Erez Israel und schloß mit einem Appell an alle Anwesenden, I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, KostUmetlckerelen Burgstraßei6/3 Knopflöcher Telephon 22975 auch ihrerseits sich an der schönen jüdischen Sitte zu beteiligen, nach der die Challoh, die Gabe vom Brotteig, in eine Spende für Erez Israel verwandelt wird, in eine Frauengabe für die Frauen und Kinder Palästinas. Hierauf hielt Frau Dr. Rahel Straus einen fesselnden Vortrag über „Eine jüdische Frau und ihr Werk“. Und zwar sprach sie von einer Frau, die wohl vielen der Zuhörerinnen kaum dem Namen nach bekannt war, die der Rednerin jedoch als die hervorragendste Persönlichkeit unter den jüdischen Frauen der Gegenwart erschien, die ein wahrhaft großartiges Werk geschaffen hat, sie sprach von Miss Szold und der Hadassah. Miss Szold ist die Tochter eines ungarischen Rabbiners, in Ungarn geboren, und hat dort ihre ersten Lebens- und Schuljahre vollbracht, dort unauslöschliche Eindrücke europäischer und jüdischer Kultur in sich aufgenommen. Doch als Kind noch wurde sie nach Amerika verpflanzt, wohin ihr Vater als Rabbiner berufen worden war, vollendete dort ihre Ausbildung zur Lehrerin, und auch, unter der Leitung des Vaters, ihre jüdische Bildung. Der erste Wirkungskreis des eben herangewachsenen Mädchens waren die Abendschulen, in denen die Einwanderer das erste Rüstzeug für die „Neue Welt“, die englische Sprache, sich aneigneten. Hier begegnete die junge MiSs Szold dem Ostjudentum, und diese Begegnung wurde entscheidend für ihren Lebensweg; dem Judentum widmete sie von da an ihre ganze große Kraft. Neben der Lehrtätigkeit wandte sie sich in den folgenden Jahrzehnten vor allem der Gründung und Leitung einer Gesellschaft zu, die Werke jüdischer Literatur in englischer Sprache herausgab, wobei sie die Hauptarbeit des Übersetzens selbst übernahm. Schon lange vor den ersten Erfolgen des politischen Zionismus gewann Miss Szold eine besondere Beziehung zu Palästina durch junge Ostjuden, die der Chibath-Zion-Bewegung angehörten; aber erst kurz vor dem Weltkrieg ging ihr Wunsch in Erfüllung, Palästina zu sehen. Durch diese Reise fand sie eine neue, ihre eigentliche Aufgabe. Sie sah dort traurige Verhältnisse, vor allem in gesutidheitlicher Beziehung: viele der mutigen Einwanderer krank an Malaria, ohne daß SCHOKOLADE-PRALINEN-*'

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