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Das jüdische Echo · 1928-11-16 · 46 (16.11.1928) · p. Seite 736

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
46 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
Seite 736 (sequence 12)
Language
German
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736 Das Jüdische Echo Nr. 46 Juden ohne jedes Gerichtsurteil als Spione hinrichteten, intervenierte Hoover zugunsten der bedrohten polnischen Juden. Es wurden Vorkehrungen getroffen, daß sich solche Vorfälle nicht wiederholten. Hoover interessierte sich auch später sehr für das Aufbauwerk des American Joint Distribution Committee in Rußland, und als vor kurzem Julius Rosenwald 5 Millionen Dollar für das Werk des Agro-Joint spendete, sprach ihm Hoover seinen Glückwunsch zu dieser „fürstlichen Tat“ aus. Rabbiner Dr. Meir Munk in Jerusalem verstorben Jerusalem, 12. November. (JTA.) In der Nacht vom 11. zum 12. November verstarb in Jerusalem Herr Rabbiner Dr. Meir Munk im Alter von ungefähr 65 Jahren. Der Verstorbene war ein Sohn des verstorbenen berühmten Altonaer Ram Eli Munk und ein Bruder des jetzigen Rabbiners der Berliner Adas-Jisroel-Gemeinde und Führers der Agudas Jisroel Dr. Esra Munk. Sir John Chancellor trifft am 6. Dezember in Jerusalem ein Jerusalem, 7. November. (JTA.) Nach einer offiziellen Mitteilung der Regierung wird Sir John Chancellor, der neue High Commissioner von Palästina, am 6. Dezember in Jerusalem eintreffen. Der Regierungsinspektor für das hebräische Schulwesen Jerusalem, 7. November. (JTA.) Die Regierung ernannte Herrn Joseph Bentwich, einen Bruder des Oberstaatsanwalts Bentwich, zum Inspektor der hebräischen Schulen in Palästina. Schülerstreik an der Haifaer Realschule Jerusalem, 7. November. (JTA.) Seit mehreren Tagen stehen die Schüler der 7. und der 8. Klasse des Haifaer „Beth sefer Reali“ in Streik; sie fordern die Anerkennung des Schülerkomitees und das Recht der Teilnahme am Pädagogischen Rat bei der Behandlung von Angelegenheiten, die die Schülerschaft betreffen. Palästinas Handel mit Ägypten Jerusalem, 5. November. (JTA.) Laut dem soeben hier veröffentlichten, zwischen Palästina und Ägypten abgeschlossenen neuen provisorischen Handelsabkommen genießen palästinensische landwirtschaftliche und Industrieerzeugnisse, einschließlich Tabak, in Ägypten Meistbegünstigung. Feuilleton Jizchak Von Felix A11 o u c h e (Autorisierte Übertragung aus dem Französischen von Karl Baum) (Nachdruck verboten.) (Schluß) Stitra war nach El Hama gepilgert. Ihr kleines Vermögen ging dabei auf, aber sie bereute es nicht. Sie hatte Vertrauen. Der Said ist doch so mächtig und gut! Er mußte doch das Gebet einer Mutter um einen Sohn erhören. Neues Leben erwachte in ihr. Die Gatten waren glücklich. Khamus glaubte ebenso wie seine Frau an die Macht des Heiligen. Er schrie nicht mehr, ja man konnte ihn sogar manchmal vor sich hinsummen hören. Und Stitra genas eines Knaben. Es wurde ein Freudentag für die ganze Familie, für das ganze Viertel, denn unstreitbar hatte der Said ein neues Wunder vollbracht. Der Beschneidung wohnte der Oberrabbiner bei und alle, die auf einen Augenblick ihren Laden oder ihre Arbeit hatten verlassen können. Es wurde ein großartiges Fest. Khamus hatte sich in Schulden gestürzt, um sein Glück gebührend feiern zu können. Er hätte wohl seine bescheidene Einrichtung verkauft, wenn es nötig geworden wäre. Er hatte einen Sohn, den er „Väterchen“ nannte. Was kümmerte ihn da Geld?... Das Kind wurde Jizchak genannt. Mit jedem Tage wurde es größer und stärker. Es war wirklich ein prächtiges Kind, wie man so bald kein zweites in Hara sah, wo die meisten der Kleinen blaß und elend sind. Jizchak war so schön, daß seine Mutter sich nach dem alten Aberglauben von Djerba vor dem „bösen Blicke“ fürchtete. Das Kleine wurde also mit allen möglichen Dingen behängt, die im Rufe standen, die Folgen eines bösen Blickes und des Neides abwehren zu können. Mit Muschelwerk und mit einem Fischschwanz. Wie eine Löwin stand die Mutter auf der Wacht, wenn jemand sich ihrem Jizchak näherte. Man durfte nicht sagen, daß der Kleine gesund sei, und gut aussehe. Die Mutter sprang dann wütend in die Höhe und schimpfte los. Khamus befand sich auf der Höhe seines Glükkes. Er stand früher als gewöhnlich auf und unternahm große Wanderungen. Er wollte mehr verdienen, damit sein Kind alles haben könne, was es brauche, damit es von allen Kindern der Rue de Jerusalem am besten gehalten sei. Das Glück weilte bei Mazighs. * * Eines Tages erwachte Jizchak fiebernd. Sein Körper war ganz rot. Seit einigen Tagen war er nicht mehr so übermütig gewesen, hatte im kleinen Hofe des Hauses nicht mehr mit seinen Schwestern gespielt. Die fünf Kleinen kamen vergeblich allen seinen Wünschen entgegen. Er blieb in seiner Ecke, zusammengekauert und still. Jizchak war krank. Das ganze Haus kam in Aufruhr. Khamus war bereits bei der Arbeit, von da er erst spät abends zurückkam. Stitra, allein gelassen, war ratlos. Sie lief zur Nachbarin: Kamuna, die Frau des Schmiedes, stellte Scharlach fest, den Schrecken von Hara. Man bedeckte das Kind mit allem Warmen, das der Haushalt besaß. Die Ecke, in der er lag, wurde durch ein Tuch abgesperrt. Man erwartete den Vater. An diesem Tage aß niemand zu Mittag. Einen Brotrest vom vorigen Abend teilten sie untereinander und waren satt. Jizchak bekam Milch.. Khamus erschrak tödlich, als er erfuhr, daß sein Sohn krank sei. Hungrig war er nach Hause gekommen, aber er dachte nicht mehr an Essen. Er setzte sich zum Kinde und begann leise mit ihm zu sprechen. Jizchak bewegte sich kaum'beim Klang der väterlichen Stimme. Khamus, der so schwer erregbar war, begann zu weinen. Die Mutter war niedergeschlagen, aber bald hatte sie es heraus, daß ihr Sohn seine schreckliche Krankheit sicherlich einem bösen Blick zu verdanken habe. Sie erinnerte sich daran, daß wenige Tage vorher die Nachbarin Maiha übertriebene Bewunderung für Jizchak an den Tag gelegt hatte. Sie ging an ihr Werk. Alles,

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