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Das jüdische Echo · 1928-11-16 · 46 (16.11.1928) · p. Seite 733

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
46 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
Seite 733 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 733 Oberkantor ALTER JÜDISCHER GESANGVEREIN 5. DEZEMBER 1928: ODEON Vorverkauf bei: Goldberg, Schwanthalerstraße 24 — Ewer-Buehhandlung, Ottostraße 2 — Bacharach, Frauenstraße 6 Gidalewitsch, Müllerstraße 42 — Löwenstein, Thierschplatz 5. Die Klagemauer-Petition der Zionistischen Organisation vor der Mandatskommission des Völkerbundes Kein offizielles Kommunique Genf, 11. November. (JTA.) Die Mandatskommission des Völkerbundes hat am Samstag, dem 10. November, die Petition der Zionistischen Organisaton in der Angelegenheit der westlichen Tempelmauer in Jerusalem in Behandlung gezogen. Über den Verlauf und das Resultat der Sitzung verlautet nichts Bestimmtes. Ein offizielles Kommunique wird bis auf weiteres nicht ausgegeben. Wie das „Journal de Geneve“, das bekanntlich den Völkerbundskreisen nahesteht, erfährt, soll die Mandatskommission beschlossen haben, die Angelegenheit der Westmauer der Mandatarmacht zur Regelung zu überlassen. Dabei hätte der Vertreter Großbritanniens erklärt, die Mandatarmacht hege die feste Absicht, den Zwischenfall an der Klagemauer in versöhnlichem Geiste und in beruhigender Tendenz zu erledigen und das gesamte Problem in einer Juden wie Mohammedaner befriedigenden Weise zur Lösung zu bringen. Eine offizielle Erklärung der Zionistischen Exekutive über das Problem der Klagemauer — Die Unantastbarkeit der Omar-Moschee wird ohne Einschränkung anerkannt London, 8. November. (JTA.) Die palästinensische Zionistische Exekutive hat eine Kundgebung erlassen, die besagt: „Im Hinblick darauf, daß die jüdischen Bestrebungen nach einer Sicherung der notwendigen Bedingungen für einen freien und ungestörten Gottesdienst bei der als Klagemauer bekannten, Westmauer in einer unrichtigen Weise dargestellt sind, so etwa, als würde die Absicht bestehen, das Haram-Grundstück (der Platz, auf dem die Omar-Moschee steht) anzutasten, wünscht die Zionistische Organistion von neuem ihre schon wiederholt abgegebene Erklärung zu bestätigen, daß sie ohne Einschränkung die Unantastbarkeit der moslemitischen heiligen Stätten anerkennt.“ Ein Appell des Waad Leumi an die arabische Bevölkerung Jerusalem, 9. November. (JTA.) Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat Palästinas) hat einen Appell an die arabische Bevölkerung erlassen, der besagt: Der Zwischenfall an der Klagemauer am Versöhnungstage hat Anlaß zur Wiederholung der Verleumdung gegeben, daß die Juden Aspirationen auf die Omar-Moschee haben. Die Juden aber beanspruchen nichts weiter als das Recht auf freien Zutritt zur Westmauer, um dort zu beten. Dieses Recht wurde durch Rom, durch die arabischen Khalifen und durch die türkischen Sultane anerkannt. Die Juden hatten den moslemitischen Eroberern Palästinas Hilfe geleistet, als Gegenleistung wurden die jüdischen Rechte in Palästina und besonders das Recht auf Ausübung der Andacht an ihren heiligen Stätten garantiert. Niemals werden die Juden zugeben, daß dieses ihr Recht aufgehoben oder eingeschränkt wird. Wir Juden wollen das Land gemeinsam mit unseren arabischen Brüdern aufbauen. Wir fordern die arabischen Führer auf, mit den antijüdischen Verleumdungen aufzuhören, um eine Basis für Zusammenarbeit schaffen zu helfen. Die Sitzung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes Berlin, 6. November. (JTA.) Der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden beschäftigte sich in seiner letzten Berliner Tagung mit der Frage der Reichsorganisation. Gegen den vorliegenden Verfassungsentwurf wandte sich Rechtsanwalt Dr. Klee als Vertreter der Volkspartei mit der Erklärung, daß er ihn für völlig undemokratisch halte, daß aber darüber hinaus der Reichsverband als Kostgänger der Landesverbände zu einem Scheindasein verurteilt sei. In einer Zeit, in der bei den Ländern in Deutschland verheißungsvolle Unifikationsbestrebungen im Gange seien, erscheine es viel zweckmäßiger, mit der Begründung des Reichsverbandes noch zu warten, als schon jetzt ein unzweckmäßiges Scheingebilde zu schaffen. Dieser Auffassung schlossen sich die Herren Dr. Sandler und Ministerialdirektor Dr. Badt an. Die Annahme der Verfassung der Reichsorganisation in der vorliegenden Form erfolgte gegen die Stimmen der Jüdischen Volkspartei, des Herrn Dr. Freund und des Konservativen Fromm (Frankfurt a. M.). Der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge wurde zur Gründung einer jüdischen Arbeiter-Kolonie ein Betrag von 30 000 RM. bewilligt, weiter auf Befürwortung des Herrn Direktor Kareski dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten für Siedlungszwecke ein Betrag von 5000 RM. Aus den weiteren Bewilligungen sind interessant die folgenden Posten, die bereits den Wohlfahrtsausschuß beschäftigt hatten: Zentralwohlfahrtsstelle 15 000 RM., Hauptstelle für Wanderfürsorge 15 000 RM., Tuberkulosenfürsorge 15 000 RM., Hechaluz 3000 RM., für Vorarbeiten, auf dem Gebiete der Bevölkerungspolitik 5000 RM., an Stipendien für soziale Ausbildung 5000 RM., für Gefangenenfürsorge 3000 RM. u. a. Es wurde auch die Frage der Unterstützung der staatlichen Sektion der Akademie'' für die Wissenschaft des Judentums behandelt. Bei dieser Gelegenheit wies Prof. Türk darauf hin, daß demnächst bei der Berliner Gemeinde ein. statistisches Büro errichtet werden würde, das die Mitvertretung der Interessen des Preußischen Landesver-

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