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Das jüdische Echo · 1928-11-16 · 46 (16.11.1928) · p. Seite 731

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
46 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
Seite 731 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 731 ^er Partei «nd den ~ diesen bei- Sk rinKn(1® “emK»ilation te ner,'kaniscte» 111 jCAen .Wactetum. ’ daß sie genießen lig\ ganz deutlich, e^M daß.,man iilr e,r Mensch und am “jf großen Ideale 'ibstzufriedene Ge- Dr. G.W, Dichter deutschen p ieutschen Literat- •omen oder beU; i man einem dein- (viele würden hier Jude ist), als sol- »eziellen Fragesteit? Professor Stric: benden im Rate en Kultusgemeind, jüdischen Dichter;ratur“ aufwari. F ellung, daß der ittiefer Beziehung tschtum nicht eir lere sein könne, t düng heute wie; rkennen und arerlas Alte Testair;' den Weg gegc> ng haben und v im Westen Kr* würde, so sei - lies um des Zit . wenn Europa sa venn es der 0>:. eine Sendung L n anderen VGL e Jakob ng es sei, dar:. angesehen wer;: ludesein bestinr 'rank, genau ■ neunzehnten 5 me, bei in des Alten T;' - zu spüren ist, - >ten zur Verw lismus Goethe es jüdischen : tertums, wenn etwa für die Angehörigen des Wiener Kreises um Hoffmannsthal oder für Rudolf Borchardt, die alle der verführerischen Schönheit Europas erlegen sind, das Leben nur mehr um der Kunst willen da ist; hier ist die jüdische Sendung verlorengegangen und übrig bleibt neujüdisches Artistentum eines stofflosen Denkens. Der Verfall äußert sich in anderer Form bei Carl Sternheim, der das anatomische Präparat unserer Zeit zeigt, der dem romantischen Idealismus die Maske herunterreißt, dem aber Verwesung und Untergang nur unterhaltsames Schauspiel sind; Sternheim ist der europäische Jude, der Liebe, Herz und Seele verlor und nichts behielt als scharfen Blick, Intelligenz und die ewig jüdische Begabung. Jedes Ende ist zugleich ein Anfang und diese Entwicklung beginnt sich um sich selbst zu drehen. Treten schon mit dem Naturalismus, der sonst nur wenige Juden zu sich zählt, zwei Juden auf (Georg Hirschfeld und Georg Herrmann), deren Romane bestimmt sind, vom schmerzlichen Erlebnis des Verfalls der letzten jüdischen Gemeinschaftsform (Jettchen Gebert), so bekennt sich im Kreise Hoffmannthals in Wien ein Jude zum erstenmal voll und ganz zu seiner Sendung: Richard Beer-Hoffmann. In dem Vorspiel zu der ,,Historie von König David“ in „Jaakobs Traum“ stellt er die entscheidende Stunde des jüdischen Volkes dar; in allzu westlich schöner und gepflegter Kunstform vielleicht, aber in jüdischem Geist. Im Westen kann sich jüdische Erneuerung aus eigener Kraft nicht vollziehen: Helfer aus dem Osten waren dazu notwendig. Tolstoi und Dostojewsky, die östlichen Propheten haben dazu beigetragen, in Martin B u b e r aber, vielleicht der reinsten Erscheinung des europäischen Judentums überhaupt, erstand der Künder des östlichen Judentums, des Chassidismus. Er lehrte das jüdische Leben des Ostens verstehen, wo überall die wahrhaft jüdische Gemeinschaft sich verwirklicht, wo Lieder entstehen, in denen der jüdische Einheitsdrang zum Ausdruck kommt, wo das Theater eine Angelegenheit des ganzen Volkes ist — Gottesdienst und die Schauspieler eine heilige Gemeinschaft, wo Dichtung nicht Kunst ist, sondern heiliger Dienst und wo der Dichter eine beispiellose Stellung einnimmt, geliebt, gelesen und verehrt von allen. Jüdische Dichter des Westens wurden durch das Erlebnis des Ostens erschüttert und verwandelt und so legt Arnold Zweig, der mit den sehr artistischen „Novellen um Claudia“ begann, im „Ostjüdischen Antlitz“ Zeugnis ab für diese Gemeinschaft, und auch das Buch vom Dehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München Lessingsaa), Herzog-Rudolf-Straße 1 Rgb. Mittwoch, den 21. November abends 815 Uhr Kustos l)r. Karl Schwarz (Berlin) Die vier großen jüdischen Impressionisten Pissaro, Israels, Liebermann und I ry Eintrittspreise: Numerierter Sitzplatz RM. 1.—, Saalkarte RM.— 60, Kategoriekarte RM. —.30. — Vorverkauf: Gemeindekanzlei, Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2. „Sergeanten Grischa“ haben wir dieser östlichen Erneuerung zu danken. Propheten gab es auch im Westen und immer fanden sie jüdische Jünger, haben sie hochbegabte Juden ihrem eigenen Wesen entfremdet. Nietzsche fand in Alfred Döblin seinen Schüler, der in seinem„Wallenstein“ den Heldengesang des Lebens um des Lebens willen gibt; Stefan George, bei dem es um die Vergottung des Menschen geht, vor allem in G u n d o 1 f. Mit einem anderen Propheten, der aber dem Judentum entstammt, mit Franz Werfel, lebte ein uralt jüdischer und menschlicher Konflikt wieder auf; er vertrat die Lehre des Paulinischen Christentums, die das Ich zum Schauplatz des höchsten Opfers macht, die die Erlösung des Ich erstrebt, gegenüber der Gruppe der jüdischen Aktivisten (Rubiner, Hiller, Brod), deren Ziel, die Errichtung eines neuen Staates als Verwirklichung des Geistes und der Gerechtigkeit zwar entgottet, aber vom jüdischen Geist bestimmt ist. Wie Werfel ein egozentrisch jüdischer Dichter ist, Franz Kafka, dessen „Prozeß“ die Anklageschrift des Ich darstellt; in Ernst Toller gehen beide Tendenzen, die des Aktivismus und des Expressionismus durcheinander. Die Botschaft der jüdischen Dichtung sollte außerhalb beider Gruppen entstehen. Man spürt sie vielleicht bei Else-Lasker-Schüler, die wie eine Gestalt des Alten Testaments neben dem Expressionismus steht und sie wird klar bei Max Brod, dessen Aktivismus ihn nach Zion treibt. Brods Weg ist für die Sendung des jüdi- Sinnvoll in der Konstruktion. — Werden in eigenen Fabriken hergestellt. — Sind formvollendet, dauerhaft und preiswert. — Wir treten für unsere Erzeugnisse ein. — Besichtigungu. Auskunft bereitwilligst. nur Theaftinerstraße 10 Kataloge gratis! Telephon 93772.

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