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Das jüdische Echo · 1928-11-02 · 44 (2.11.1928) · p. Seite 704

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
44 (2.11.1928)
Date
1928-11-02
Page
Seite 704 (sequence 12)
Language
German
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704 Das jüdische Echo Nr. 44 Ewigen und im Namen Moscheh’s! So soll dem Mann getan werden, der den Sabbat entweiht und das Zeichen, das zwischen Gott und uns ist, nicht achtet. Er sterbe und seine Seele werde ausgerottet aus der Mitte ihres Volkes; denn ein jeder, der am Sabbat Arbeit tut, sei des Todes! Daher sterbe Gog, der Sohn Bechers, der den Sabbat entheiligte. So ist das Geheiß Gottes, das er durch den Mund seines Dieners Moscheh verkündete.“ Das ganze Volk, das herumstand, hörte und erstarb in Furcht. Und alle, alt und jung, riefen: Er sterbe! Es riefen Männer, Frauen und auch Kinder. Unter den Kindern war ein kleines Mädchen, das als letztes kam, da von der Hütte, in der sie mit ihrer Mutter am anderen Ende des Lagers wohnte, ein weiter Weg war. Es war die kleine Jaakowah. Als sie an die Richtstätte kam, erhob sich ein großer Berg von Steinen auf dem Boden und der Mann, den man mit ihnen steinigte, lebte nicht mehr. Sie aber wußte nicht was geschah und wer es war. Und das Kind sammelte kleine Steine von der Erde, spielte mit ihnen eine Weile und warf sie dann auf den Hügel. Personalia Oberlehrer Rauh s. A. Am 2. Tag Rauschchaudesch Marcheschwan trugen wir Herrn Oberlehrer Rauh (Hirschaid) zu Grabe. Viel zu früh hat der Tod diese Zierde des Lehrerstandes hinweggerafft. Erst vor wenigen Monaten war er in den dauernden Ruhestand getreten, um nach aufreibender Lebensarbeit die wohlverdiente Ruhe zu genießen. Aber nicht lange sollte er sich ihrer erfreuen; denn ein tückisches Leiden brachte ihn nach Barnberg, wo er sich einer Operation unterziehen mußte, an deren Folgen er kurz darauf verschied. Im Schulhof von Hirschaid stand dicht gedrängt die jüdische und christliche Bevölkerung, unter ihnen die katholischen und evangelischen Ortsgeistlichen, um von dem allseits beliebten und gerechten Schulmann, dem stets liebenswürdigen Menschen, Abschied zu nehmen. Rabbiner Dr. R ü 1 f (Bamberg) entwarf unter Zitierung des Wochenabschnittes „Noach isch zadik“ ein Bild von der Persönlichkeit und dem Wirken dieses gerechten und redlichen Mannes, dieses vorbildlichen Lehrers und dieses, treuen Gatten und Familienvaters. Hauptlehrer Dr. Bamberg e r (Nürnberg), der zweite Vorsitzende des Israelitischen Lehrervereins für Bayern, schilderte Rauh als Lehrer und Freund, der schon in jungen Jahren das Gück hatte, in eine Volksschule berufen zu werden, der aber unentwegt mit in der vordersten Reihe um die Besserstellung der Religionslehrer kämpfte. Die Lehrerschaft ehrte diesen Kämpfer dadurch, daß sie ihn in die Verwaltung des Lehrervereins berief, wo er mehrere Jahre tätig war. Der Vorsitzende des Bezirkslehrervereins Bamberg Bauer ehrte in warmen Worten unter Niederlegung eines Kranzes das treue Mitglied. Auch der Krieger- und Kampfgenossenverein, der mit umflorter Fahne erschien, die freiwillige Sanitätskolonne ehrten ihren treuen Kameraden durch Kranzniederlegung. Namens der Kultusgemeinde Hirschaid sprach Herr Aufseeser den Dank für viereinhalb Jahrzehnte aufopfernder Lebensarbeit und nahm Abschied von dem „Roe neemon“. Der Tod dieses Mannes hat eine Lücke gerissen, die nicht so rasch mehr geschlossen werden kann. Fränkel (Erlangen). Gemeind enu. Vereins-Echo Lehrkurse der Israelit. Kultusgemeinde München. Programm im November und Dezember 1928 I. Universitätsprofessor Dr. Fritz Strich: „Die jüdischen Dichter in der modernen deutschen Literatur.“ Am 5. und 8. November, 20.15 Uhr, im Herkulessaal der Residenz (Eingang Residenzstraße). Num. Sitzplatz 2 RM., Saalkarte 1 RM., Kategoriekarte 50 Rpf. II. Kustos Dr. Karl Schwarz (Berlin): „Die vier großen jüdischen Impressionisten Pissaro, Israels, Liebermann, U r y.“ Vortrag mit Lichtbildern am 21. November, 20.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rückgeb. Num. Sitzplatz 1 RM., Saalkarte 60 Rpf., Kategoriekarte 30 Rpf. Dr. Willy Meyer (Nürnberg): „Spinoza.“ 1. Abend: „Lebensgeschichte“ am 28. November; 2. Abend: „Gottesbegriff“ am 19. Dezember, 20.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße! (Rückgeb.). Eintritt frei. (Weitere drei Abende folgen im Januar und Februar 1929.) Hebräische Sprachkurse München: Das Wintersemester 1928/29 beginnt Donnerstag, den 15. November; sämtliche bisher bestehenden sechs Kurse sowie zwei Kinderkurse werden fortgestzt. Es wird besonders auf den 4. Kurs aufmerksam gemacht, in dem Bibel (Samuel I) gelesen wird. Bei genügender Teilnahme wird beabsichtigt, einen neuen Anfängerkurs einzurichten. Interessenten werden gebeten, sich möglichst* bald im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, zwischen 3 bis 6 Uhr (Telephon 297449) anzumelden. Teilnehmer, die Ermäßigungen wünschen, wollen ihr Gesuch bis spätestens 15. November an das Komitee der Hebräischen Sprachkurse, z. H. des Herrn Paul Grünbaum, Rothmundstraße 6, richten. Der Stundenplan ist folgender: Mo Di Mi Do 7.15—8.45Uhr abends Kurs VI 8.45—10.45 Uhr abends Kurs l 5-6 Uhr nachmittags Kinderkurs U 7.30-8.45 8.45-9.45 abends abends Kurs III Kurs IV 5-6 Uhr nachmittags Kinderkurs I 7.15—8 15 Uhr abends Kurs III 7.'5—8.15 Uhr abends Kurs VI 8.15—9.15 Uhr abends Kurs IV 8.15-10.15 Uhr abends Kurs V Jüdischer Wanderbund Blau-Weiß München (e. V.) hält seine Generalversammlung am Montag, dem 12. November 1928, abends 6.30 Uhr, im Beratungszimmer der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 5, ab, zu der sämtliche Mitglieder, Eltern der Wandernden und Freunde des Vereins hiermit eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Entgegennahme des Jahresberichtes; 2. Entlastung des Ausschusses; 3. Änderung der Satzungen in § 1 (Name des Vereins zukünftig „Bund jüdischer Pfadfinder Kadimah München“), § 4 und 5 dementsprechende redaktionelle Änderungen; 4. etwaige Neuwahlen; 5. Wünsche und Anträge der Mitglieder. X

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