Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 44 (2.11.1928)
- Date
- 1928-11-02
- Page
- Seite 705 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 44 Das Jüdische Echo 705 Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München, Heute Samstag, den 3. November 1928, abend 8.15 Uhr spricht Herr A. Stern in unserem Vereinslokal Lessingsaal (Herzog-Rudolf-Straße 1/0, Riickgeb.) über: Israel unter seinen Könige n. Wir ersuchen unsere Mitglieder um pünktliches und vollzähliges Erscheinen. Gäste sind herzlich willkommen. Voranzeige: Samstag, den 10. November 1928, spricht Herr Justizrat Dr. Elias Straus in unserem Vereinslokal Lessingsaal über die bevorstehende Gemeindewahl. Näheres im nächsten Echo. Die Vorstandschaft. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Am vergangenen Samstag (27. Oktober) sprach Herr stud. phil.-R. K a t z über das noch sehr selten behandelte Thema: Seit wann ist Hebräisch nicht mehr die Umgangssprache des jüdischen Volkes? — Nach einer ausführlichen Einleitung über die Geschichte der hebräischen Sprache und über ihre Beziehung zu den anderen semitischen Sprachen gab der Referent einen Überblick über die Forschungsergebnisse der hierfür maßgebenden Gelehrten. Zitate aus ihren Werken und aus dem Talmud und Tenach unterstützten seine Ansicht, daß Hebräisch seit der Zerstörung des zweiten Tempels aufgehört habe, die Umgangssprache des jüdischen Volkes zu sein. — Die des öfteren nicht unwidersprochen gebliebenen Ausführungen und der Dank der Zuhörer bezeugten das Interesse für dieses Referat. « Ago. Einen Kompositions-Abend veranstalten Paul Frankenburger und Heinrich Schalit Montag, den 3. Dezember, abends 8 Uhr, im Museum unter Mitwirkung von Tine Belke (Sopran), Herma S t u d e n y (Violine), Kammersänger Erik W i 1 d h a g e n (Bariton), Joachim Ernst (Viola), Karl List (Cello) und den Komponisten (Klavier). Zur Aufführung gelangen Kammermusik und Lieder. Näheres siehe Inserat. — Auf dieses Konzert, das ein künstlerisches Ereignis zu werden verspricht, sei besonders hingewiesen. Zionistische Ortsgruppe Bamberg. Am 25. Oktober fand unser sechster Vereinsabend innerhalb der letzten drei Monate statt, an welchem Herr Franz Brüll über „Zionistische Politik und Weizmann“ sprach. Der Redner gab an Hand der Broschüre von Max Weber: „Politik als Beruf“ zunächst einen Überblick über Grundbegriffe der Politik im allgemeinen. Herr Brüll zeigte hierauf durch Darstellung der ideologischen und politischen Entwicklung Professor Weizmanns vom Vertreter des synthetischen Zionismus zum Verfechter der Jewish-Agency-Politik das Bild eines zionistischen Politikers. Nach Schluß der Diskussion gelang es uns, zwei neue Mitglieder zu gewinnen und eine Anzahl Schekel zu verkaufen. Außer Verantwortung der Redaktion! Modellhaus Eugenie Schultz im neuen Heim Das Modellhaus Eugenie Schultz hatte schon in den kleinen aber entzückenden Räumen Theatiersträße 30 seine modeschöpferische Kunst erwiesen. In Münchens vornehmster Ladenstraße ist ein neues Heim für Luxus und Eleganz entstanden. Das Modellhaus Eugenie Schultz, dessen Schaufenster immer eine Augenweide für den Kenner auf dem Gebiete der weiblichen Bekleidungskuns.t bot, hat sich bedeutend vergrößert und zeigt nun an neuer Stelle, Weinstraße 4, ein Haus von Welt- Alle jüdischen Kinder würden gerne „Das Zelt“ lesen, wenn ihre Eltern diese Zeitschrift abonnierten. Der Briefträger nimmt Bestellungen an, - ebenso der Verlag B. Heller, Herzog-Max- Straße 4. stadtgepräge. Zwei mächtige Schaufenster bergen Beispiele eines erlesenen Geschmackes, sie sind aber nur der Auftakt für das, was sich beim Eintritt in den Laden bietet. Es ist eigentlich kein Laden, sondern ein weiträumiger vornehmer Salon, der den Rahmen für das gesellschaftliche Bild gibt, das sich hier entrollt. Was die Mode in Paris diktiert, was der hohe Geschmack der Inhaberin der Firma Eugenie Schultz, einer Frau von bewunderungswürdiger Schaffenskraft, an eigenen Schöpfungen zu geben hat, soll hier in täglichem Modespiel einer sicher begeisterten Damenwelt gezeigt werden, die noch begeisterter sein wird, wenn sie erfährt, daß die bewunderungswürdigen Kleider schon von RM. 120.—, die Mäntel schon von RM. 150.—, Hüte von RM. 12.— an zu haben sind. Auch Pelze, die dem einfachsten und verwöhntesten Geschmack entsprechen. Die erfinderische Phantasie dieses jetzt erst zur vollen Geltung kommenden Modellhauses weiß mit entzückenden Kleidern, Mänteln und Pelzen und mit dazu äußerst glücklich gewählten Hüten für den Alltag, Sport, Tee und Tanz in überraschender Fülle zu paradieren. München kann stolz sein, daß es nun einen Modesalon hat, bei dessen Betreten man sich in eines der großen Pariser Modellhäuser versetzt fühlt und wo gepflegt wird, was keine Großstadt entbehren kann, Eleganz, Vornehmheit und Schönheit. Angesichts des Geschauten kann es nicht wundernehmen, daß solche Leistungen der Modekunst dem Modellhaus Eugenie Schultz nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch weit über dessen Grenzen hinaus Ansehen verleihen. Die mustergültige Ausstattung stammt aus den bewährten Werkstätten Anton Pössenbacher, die in der Durchführung stilechter Räume schon immer Vorbildliches geleistet haben. Das satte Rot des von Kröll & Nill (Augsburg) gelieferten Teppichs und die von Bernheimer gelieferten Seidenvorhänge geben dem Raum eine aparie farbige Note. Eine moderne Lichtanlage mit Scheinwerfern vom Elektrohaus München-Ost und schönen Kristallüstern von Ernst Schmidt lassen am Abend all die Gedichte aus Samt und Seide, aus Brokat und Spitzen zu bestechender Wirkung kommen. Verkehr nach Palästina Die S.G. „Lloyd Triestino“ hat neuerdings eine direkte Linie von Triest nach Palästina eingerichtet, welche hauptsächlich dem Verkehre nach diesem Lande dient, gleichzeitig aber auch eine neue Verbindung mit Ägypten darstellt. Die Linie ist vierzehntägig und verlassen die Schiffe, vom 25. Oktober 1. J. an gerechnet, jeden zweiten Donnerstag um acht Uhr abends Triest. Auf dieser Linie sind die ganz erstklassigen Dampfer „Adria“ und „Carnaro“ eingestellt, welche für die Passagiere erster und zweiter, sowie auch dritter Klasse mit sehr guten Unterkünften ausgestattet sind. Außerdem werden Deckpassagiere, diese ohne Bett und