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Das jüdische Echo · 1928-11-02 · 44 (2.11.1928) · p. Seite 699

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
44 (2.11.1928)
Date
1928-11-02
Page
Seite 699 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 44 Das jüdische Echo 699 zu Neuzeichnungen und insbesondere zu einer Erhöhung des Spendenniveaus geführt haben, dann dürfte ein einigermaßen hinreichendes Bild von der Bedeutung dieser Tage gegeben sein. Zum Schlüsse sei auch an dieser Stelle Colonel Wedgwood für seine aufopfernde Tätigkeit, die ihm viele Freunde auch in Nürnberg erworben hat, herzlichst gedankt. Li-r. Zum 30jährfgeu Bestehen des Berliner Bar~Koct»ba Im Jahre 1898 gründete eine kleine Gruppe junger Juden den Berliner Bar-Kochba mit der Tendenz: Erziehung der jüdischen Jugend und Repräsentation der jüdischen Volkskraft. Es handelte sich nicht nur um körperliche Erziehung, denn die konnte die jüdische Jugend auch in nichtjüdischen Vereinen erhalten. Vielmehr war man der Überzeugung, daß mit dem Wachsen körperlicher Werte Hand in Hand gehen müsse eine neue und starke Entfaltung der jüdischen geistigen Werte. Es galt die Verbindung von Körperlichem und Geistigem; wer Mitglied des Bar-Kochba wurde, zeigte offen, daß er sich zum jüdischen Volk bekannte. Im Programm dieses jüdischen Turn- und Sportvereins waren stets Vorträge und Diskussionen über jüdische Problem zu finden und das verband die jüdische Jugend zur Kampfgemeinschaft und zur persönlichen Freundschaft. Die jüdische Jugend wurde allmählich für den Gedanken der körperlichen Ertüchtigung gewonnen, aus Stubenhockern und Duckmäusern wurden freie kräftige Menschen. Heute zählt der Bar-Kochba Berlin etwa 1300 Mitglieder, und es ist ihm gelungen, in die A-Klasse des Verbandes „Brandenburgischer Athletikvereine“ aufzusteigen. Aus der langen Reihe seiner sportlichen Erfolge seien nur die folgenden erwähnt: (1927) Katz’ Sieg im 5000-m-Laufen bei den „Europawettkämpfen der Berliner Morgenpost“, wo er die besten deutschen und einige bekannte ausländische Langstreckenläufer in einer Zeit schlug, die damals Rekord war und die auch heute nur knapp unterboten worden ist. Beim S.C.C.-Internationalen wurde die 4X800m-Staffel des Bar-Kochba (Janklowitz, Eger, Katz, Bergmann) hinter „Teutonia“, die einen Weltrekord aufstellte, zweite, schlug alle anderen deutschen Mittelstreckenstaffeln und schuf damit die zweitbeste Leistung der Welt. In diesem Jahre war die 4Xl00-m-Staffel die Domäne des Bar-Kochba. Sie war die viertbeste Deutschlands. (Deutschland ist bekanntlich das Land der Sprinter, und kein Land der Welt hat so viele gute 4Xl00-m-Staffeln wie Deutschland.) Ihre Bestzeit war 42,2 Sekunden, eine Zeit, die nur von sehr wenigen Ländermannschaften erreicht wird. Der größte sportliche Erfolg des Bar-Kochba war wohl die 25X2-Rundenstaffel beim letzten Berliner Hallensportfest im überfüllten Sportpalast. Hier feierte der „Benjamin der A-Vereine“ einen außerordentlichen Triumph über die Berliner Großvereine. Ganz zum Schluß erst gelang es den alten Staffelkämpen des Deutschen Sportklubs, des oftmaligen Potsdam—Berlin- und Hallensportfeststaffelsiegers, den weit enteilten Bar-Kochba wieder einzuholen und schließlich mit Brustbreite niederzuringen. Dieser Staffelkampf erregte ungeheures Aufsehen und wurde von der gesamten Presse in dicken Schlagzeilen vermerkt. Daß der Bar-Kochba beim Hallensportfest der Jüdischen Gemeinde und bei den Makkabi-Meisterschaften den Löwenanteil der Siege davontrug, ist nur selbstverständlich. Als besonderes Kennzeichen der fortschreitenden Entwicklung verdient der Großstaffellauf Potsdam—Berlin angeführt zu werden. Vom zwanzigsten Platz arbeitete sich der Bar-Kochba auf den sechzehnten Platz vor, dann auf den zehnten, um schließlich in diesem Jahre auf dem siebenten Platze zu enden. Der Berliner Bar-Kochba kann so die Feier seines dreißigjährigen Bestehens in dem Bewußtsein begehen, zur Erneuerung des Judentums das Seine beigetragen zu haben; wobei man bedenken muß, daß die mittelbaren Wirkungen, die von ihm ausgegangen sind und die sich darin zeigen, daß eine ganze Reihe anderer jüdischer Vereine und Organisationen wesentliche Gedanken des Bar-Kochba übernahmen, gar nicht abgeschätzt werden kann. Die Entwicklung des Bar-Kochba dürfte jedoch noch keineswegs auf ihrem Höhepunkt angelangt sein; es wird dem Bar-Kochba sicher in der Zukunft gelingen, auch hochgespannteste Erwartungen zu befriedigen. t Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Am Sonntag, dem 21. Oktober 1928, fand die diesjährige Tagung der Delegierten des Landesverbandes Bayern im Sitzungssaal der Israelitischen Kultusgemeinde München statt. Die Delegierten, die mit der Verbandsleitung über die einschlägigen Fragen verhandelten, vertraten fünfundachtzig Prozent aller bayerischen Frontbundmitglieder. Von diesen Fragen ist es besonders die der Siedlung, für die der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in der breiten Öffentlichkeit Interesse erweckt hat. Es wurde mit Genugtuung festgestellt, daß dieser Gedanke, der für das gesamte deutsche Judentum so existenzwichtig ist, immer weitere Kreise erfaßt und daß von seiten der Bundesleitung an die praktische Durchführung der Siedlung herangetreten worden ist. Auf Antrag der Verbandsleitung erklärten sich die vertretenen Ortsgruppen bereit, für ihre Bezirke Vertrauensleute aufzustellen, die besonders auf dem flachen •Lande für die Siedlungsidee wirken sollen. Mit besonderer Freude wurden bei diesen Verhandlungen die Worte des Herrn Oberstlandesgerichtsrat Prof. Dr. Silberschmidt aufgenommen, der als Vertreter des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden den Beratungen beiwohnte. Er sicherte den Bemühungen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten größte Sympathie und tätige Unterstützung zu. Des weiteren wurde über Abwehrangelegenheiten verhandelt und dabei wiederum die freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem Centralverein Victoria - Motorräder 350 bis 600 ccm Prospekte und Verkauf durch die Vertretung Josef Mayr, München Thalkirchner Str. 66/70 Tel. 55136 und 575 93

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