Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 43 (26.10.1928)
- Date
- 1928-10-26
- Page
- Seite 689 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156910--08879-9081593- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 43 Das Jüdische Echo 689 Gründung der Arbeitsgemeinschaft der europäischen zionistischen Landesorganisationen Wien, 15. Oktober. (JTA.) Über Initiative des Zionistischen Landeskomitees für Österreich fand am 14. Oktober in Wien eine Beratung der Vertreter der mittel- und osteuropäischen Landesorganisationen statt, um über die Vorarbeiten zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der zionistischen Landesorganisationen Europas zu beraten. Niederbrennung einer Synagoge in Beßarabien K i s c h i n e w, 16. Oktober. (JTA.) Vor einiger Zeit drangen antisemitische Huligans in die Synagoge des beßarabischen Städtchens Tschitschmele, Kreis Ismail, während der Andacht ein, mißhandelten die Andächtigen und zerstörten die Inneneinrichtung. In der Nacht zum 8. Oktober veranstalteten dieselben Huligans einen zweiten Überfall auf die Synagoge und steckten die Thora-Lade (Oraun Kaudesch) in Brand. Fünf Thorarollen (Sifre-Thora) und viele andere Gegenstände verbrannten, der Gesamtschaden betrifft mehr als eine Million Lei. Der Landesrabbiner von Beßarabien, J. L. Zirelsohn, sandte ein Protesttelcgramm an den Minister des Innern nach Bukarest und forderte die Ergreifung schneller Maßnahmen gegen die übermütig gewordenen Verbrecher. Die gesamte jüdische Presse Rumäniens verurteilt in schärfsten Worten diesen Gewaltakt und fordert eine genaue Untersuchung. Der Landesrabbiner von Alt-Rumänien, Dr. Niemirower, und der Präsident der Union rumänischer Juden, Abg. Dr. Fildermann, intervenierten bei der Zentralregierung und forderten strenge Bestrafung der Schuldigen. Zwei Synagogen in Temeswar ausgeplündert Bukarest, 16. Oktober. (JTA.) Einbrecher suchten in der Nacht den reichen jüdischen Tempel Temeswars, sowie die jüdische Synagoge in der Josephstadt heim und plünderten sie aus. Sämtliche Synagogenschätze, die in den Thoraschränken und in dem Almemor eingeschlossen waren, die Talare der Rabbiner und die Spendenbüchsen wurden weggenommen. Der Gesamtschaden beträgt mehr als eine Viertelmillion Lei. Die Verbrecher hinterließen Zettel, auf denen geschrieben stand: „Störet nicht die Arbeit der »Schwarzen Hand‘, sonst wird es Euch allen sehr schlecht ergehen.“ Der Polizei gelang es bis jetzt nicht, eine Spur von den Tätern zu finden. Wissenschaftliche Auswertung des Herbariums des verstorbenen palästinischen Agronomen Aaronson Genf, 16. Oktober. (JTA.) Dr. Heinz Oppenheimer, ein Sohn Professor Franz Oppenheimers, der in dem weltberühmten Herbarium des Professors Boissier tätig ist, hat die Einladung der Familie des verstorbenen palästinischen Agronomen Aaron Aaronson, dessen Herbarium wissenschaftlich auszuwerten, angenommen. Es handelt sich um eine sehr reiche Sammlung, die in Palästina und den benachbarten Gebieten zusammengestellt wurde und die einzig in ihrer Art sein soll. Das Aaronsonsche Herbarium ist in der Kolonie Sichrun Jaacob in Palästina untergebracht. *Einladung der Brüsseler Universität an Professor Weizmann Brüssel, 21. Oktober. (JTA.) Die Universität Brüssel hat Professor Chaim Weizmann eingeladen, am 7. Dezember im Universitätsgebäude eine Vorlesung über Zionismus zu halten. Professor Weizmann hat die Einladung angenommen. Obevkantor ALTER JÜDISCHER GESANGVEREIN 5. DEZEMBER 1928: ODEON Dr. Halpern legt sein Amt als geschäftsführender Direktor der jüdischen Kolonialbank nieder London, 19. Oktober. (JTA.) Vom Zentralbüro der Zionistischen Organisation wird mitgeteilt, daß Dr. George Halpern am 1. November aus seinem Amte als geschäftsführender Direktor der Jewish Colonial Trust scheidet. Dr. Halpern, heißt es in dieser Mitteilung weiter, hatte bereits während des 15. Zionistenkongresses den Wunsch ausgesprochen, sein Amt niederzulegen, aber dem Ersuchen des Direktoriums, bis zur Erledigung gewisser laufender Angelegenheiten im Amte zu verbleiben, stattgegeben. Dr. Halpern verbleibt weiter Mitglied des Ausschusses des Jewish Colonial Trust und der Anglo-Palestine Company. Milderung der Sonntagsruhe in England zugunsten der Juden London, 16. Oktober. (JTA.) Die Hackney and Stoke Newington Handelskammer hat sich in ihrer letzten Sitzung mit der Frage der Milderung der Sonntagsruhe-Vorschriften zugunsten der jüdischen Ladenbesitzer befaßt. Es wurde im Prinzipe beschlossen, eine Milderung der Vorschriften im Hinblick auf das religiöse Gewissen der jüdischen Ladenbesitzer zu empfehlen. Stiftung eines Lehrstuhls für jüdische Geschichte und Literatur an der Columbia-Universität Neuyork, 17. Oktober. (JTA.) Frau Nathan Miller, eine Jüdin, hat eine Stiftung in Höhe von 250 000 Dollar aus eigenen Mitteln zwecks Errichtung eines Lehrstuhls für jüdische Geschichte und Literatur an der Columbia-Universität zu Neuyork gemacht. Eine neue Kolonie der JCA Buenos Aires, 21. Oktober. (JTA.) Die JCA hat im Süodsten der Provinz Entre-Rios auf dem schon zu Beginn der neunziger Jahre gekauften Terrain von La Gama eine neue Kolonie angelegt, die in erster Linie für die Söhne argentinischer Kolonisten bestimmt ist. Die Kolonie umfaßt ein Terrain von etwa 1000 Hektar. Die Palästina-Regierung gegen die Sabbatruhe- Verordnung des Stadtrates von Tel-Awiw Jerusalem, 21. Oktober. (JTA.) Die Palästina-Regierung hat ihren Beschluß kundgegeben, die vom Stadtrat von Tel-Awiw erlassene Verordnung über strenge Arbeitsruhe an den Sabbattagen nicht gelten zu lassen. Zur Begründung gibt die Regierung an, daß die Einführung eines Zwangs- Sabbatrube-Gesetzes Komplikationen zur Folge haben und in der öffentlichen Verwaltung Schwierigkeiten hervorrufen würde. Die Diskussion über die Zwangs-Sabbatruhe in Palästina hat bekanntlich begonnen, als der Stadtrat von* Tel-Awiw dem jüdischen Händler Altschuler, der am Sabbat seinen Laden offen hielt, eine Geldstrafe zudiktierte. Das Jaffaer Distriktsgericht hat dann diese Strafe annulliert, woraufhin der Stadtrat von Tel-Awiw an das Oberste Gericht in Jerusalem appellierte, welches den Bescheid des Jaffaer Gerichts bestätigt hat.