Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 43 (26.10.1928)
- Date
- 1928-10-26
- Page
- Seite 687 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 Das Jüdische Echo 687 n st'd Die Aus- “ Studentenschaft J an Ausdehnung uversität und de £» kam^ nrend Zusammen- Sltat> Dr. Wolkenlar unter den Stuuuierten jüdische, 'chen Schutz, um ' zu schützen. Die den Hörsälen und ■ wurden aut der kam es wiederum I uaenten und Pöbel I die Ringstraße, wo 1 Ze.itung „Ai| Die Auslagen-j| 1 im Lokale selbst fi md zum Teil fort- § ’fe fielen mehaus der Menge, f )ie Polizei drängte! passen ab. | og am Abend zurj wo gerade der j ibgehalten wurde, e ab. Mehrern irden durch Steiniesen Attacken der jegenattacken der )DBN 1UCH EN SSE 3 ISE25 ISE 8 Wie denken Sie über eine Haustrink-Kur? Haben Sie schon beobachtet, daß die herrliche Erholung ihres Sommerurlaubs jetzt wieder den zermürbten Einflüssen des Alltags ausgesetzt ist? Möchten Sie nicht, daß Ihr körperliches Befinden immer gesund und frisch bleibt? Ganz bestimmt ist es Ihrer Gesundheit dienlich, einen heilkräftigen Mineralbrunnen zu trinken. Er hat ja nioM allein die Eigenschaft zu heilen, sondern vor allem auch, den vielen Krankheiten vorzubeugen... und das ist doch ein vernünftiger Grund, ihn regelmäßig zu trinken. Machen Sie eine Haustrink-Kur mit Adelholzener Primusquelle Unter Echtheitsgarantie erhalten Sie den an der frischen Quelle abgefüllten Brunnen frei Haus von der Mineralwasser-Großhandlung OTTO PACHMAYR, G. m. b. H., MÜNCHEN Theresienstraße 33 Bitte, rufen Sie 27471 oder 27473 Polizei gab es zahlreiche Verwundete; mehrere Verhaftungen wurden vorgenoirirnen. Die Unruhen setzten sich weiter fort, wobei die Studenten sieh auch durch Polizeiaufgebote nicht stören ließen. Budapest, 22. Oktober. (JTA.) Am Sonnabend wurde am schwarzen Brett der Technischen Hochschule eine Verlautbarung angeschlagen, daß die Vorlesungen vorläufig für drei bis vier Tage suspendiert worden sind. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag haben sich in den Straßen von Budapest neuerliche Zusammenstöße ereignet. Diesmal war es das Publikum, das seinem Zorn gegenüber den randalierenden Studenten die Zügel schießen ließ. Wo sich Studenten in Gruppen zeigten und zu randalieren begannen, wurden sie von der Menge umzingelt und verprügelt. Es bedurfte jedesmal des energischen Einschreitens der Polizei, um die in schwere Bedrängnis gekommenen Studenten den Händen der wütenden Menge zu entreißen. Am Montag vormittag hielt der Landesverband der Israelitischen Hochschüler im großen Saal des „Pester Lloyd“-Palastes eine Versammlung ab, in der Landesrabbiner Dr. Hevesi die Studenten zur Geduld und zum Ausharren ermahnte. Der Chefredakteur des „Egyenlöseg“, Dr. Szabolsci, versicherte die Studenten der Solidarität des ungarischen Judentums. Budapest, 22. Oktober. (JTA.) Kultusminister Graf Klebelsberg hielt im Universitätsgebäude von DebreCin an eine bei ihm erschienene Abordnung der Stefan-Tisca-Gesellschaft eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die jüngsten Vorkommnisse in Budapest der internationalen Reputation Ungarns geschadet hätten und sich daher nicht wiederholen dürften. Die irrig aufgefaßten Interessen der Jugend dürften nicht dem Landesinteresse vorangestellt werden. Als der Minister am Abend das Theater verließ, wo er der Premiere des patriotischen Stückes „Bizaky-haz“ beigewohnt hatte, wurde er von einer Gruppe von etwa fünfzig jungen Leuten mit Pfui-Rufen empfangen. Die Polizei, die von der beabsichtigten Demonstration Kenntnis hatte, zerstreute die Demonstranten und konnte so ein Überhandnehmen der Ausschreitungen verhindern. Stürmische Debatte im Parlament Im Abgeordnetenhaus kam es heute zu leidenschaftlichen Zusammenstößen zwischen Opposition und Regierungspartei. Gegenstand der Beratung bildeten die von der Opposition angemeldeten Beschwerden wegen der in den letzten Tagen erfolgten Demonstrationen der Studenten, wodurch die staatliche Sicherheit und das Eigentum der Bürger gefährdet erscheint. Die Sozialdemokraten behaupteten, daß die im Zusammenhang mit den Straßendemonstrationen verhafteten Arbeiter und bürgerlichen Elemente durch Mißhandlungen gezwungen wurden, Geständnisse abzulegen. „Was sind das für dunkle Gründe,“ fragte einer der Redner, „welche die Regierung abhalten, endlich Ordnung zu schaffen?“ Im Verlaufe dieser Auseinandersetzungen entwickelte sich minutenlang andauernder Lärm, der nur von Zeit zu Zeit durch beleidigende Zwischenrufe unterbrochen wurde. Es sprach sodann noch Unterrichtsminister Graf Klebelsberg, der die größte Strenge gegen die Studenten und alle, welche sich seinen Anordnungen widersetzen sollten, in Aussicht slellte, worauf die Beratung über die Demonstrationen auf morgen vertagt wurde. Noch einmal Jakob Wassermann Die Stellungnahme Jakob Wassermanns zu jüdischen Problemen, die in unserer letzten Nummer gekennzeichnet wurde, hat wohl viele Verehrer des Dichters in Verwunderung versetzt, die ganz anderes von ihm erwarteten; selbst diejenigen aber, die mit den in seinem Vortrag ausgesprochenen Ansichten einverstanden sind, haben allen Grund, über eine Meldung der Wiener „Neuen Welt“ erstaunt zu sein, wonach Jakob Wassermann sein Kind habe evangelisch taufen lassen. Die Verantwortung für diese Mitteilung müssen wir selbstverständlich der „Neuen Welt“ überlassen; sollte sie der Wahrheit entsprechen — und sie ist bisher nicht dementiert worden —, so wäre allerdings Veranlassung gegeben, die Legitimation Wassermanns zur Führerschaft in jüdischen Dingen noch viel energischer zu bestreiten, als dies bereits geschehen ist — und man wird nun wohl von Wassermann wenigstens erwarten dürfen, daß er in Zukunft nicht mehr anderen Juden Ratschläge erteilt, wie sie ihr Leben als Juden gestalten sollen. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRRNZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostdmatickereien Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975 Vornehme Beleuchtungskörper Zuglampen Tisch- und Ständerlampen Alabasterschalen J.WINHART&Co. Marsstrasse 7 (am Hauptb.)