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Das jüdische Echo · 1928-10-26 · 43 (26.10.1928) · p. Seite 683

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
43 (26.10.1928)
Date
1928-10-26
Page
Seite 683 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 43 Das Jüdische Echo 683 anderen Seite geschieht. Sie haben vielleicht das Gefühl, das könne man jetzt leicht sagen; ich kann ihnen aber sehr viele Zeugen aus den zionistischen Kreisen anführen, die damals täglich bei mir ein- und ausgingen. Dadurch wurde ich mit den Herren bekannt, und die Zusammenarbeit hat mich ihnen nähergebracht und sie dazu verführt, mich zu ersuchen, die Stelle des Präsidenten des Pro-Palästina-Komitees zu übernehmen. Als ich damals monatelang mit dem Großwesir verhandelte, hat er mir gesagt, er würde es uns zulieb sehr gerne tun —• die Türken taten uns manches zuliebe, nicht alles, aber einiges — aber die Unterredungen schlossen immer, indem er sagte: Ja, wir würden es zwar ihnen zuliebe gerne tun, aber ich sage ihnen, wenn wir es versuchen, werden die Juden alle von den Arabern totgeschlagen werden. Ich betrachte es als ein erfreuliches Zeichen für den Fortschritt der Beziehungen der Völker untereinander, daß es ohne solche Kämpfe abgegangen ist. Wenn wir heute ebenso wie unsere englischen Freunde für die Durchführung der Palästinakolonisation eintreten, so tun wir es, weil wir wissen, daß mit dieser Arbeit kein neuer Chauvinismus begründet wird. Es dürfen nicht neue nationale Kämpfe daraus entstehen. Wir sehen es als ein Werk der Versöhnung der Völker an, an dem alle Nationen mitarbeiten können, und wir sehen es als ein großes soziales Werk an, durch das Tausenden von Menschen Hilfe gebracht wird. Und dazu kommt noch etwas anderes. Dieses Pro-Palästina-Komitee wurde gegründet unter Mitwirkung von Angehörigen aller deutschen politischen Parteien; es setzt sich zusammen aus Angehörigen aller Stände, aller Berufe und aller Konfessionen; es ist eine über den Gegensätzen des Tages stehende Sache. Ich möchte Sie an ein Wort des preußischen Kultusministers Dr. Becker erinnern, das er bei der ersten Zusammenkunft des Pro- Palästina-Komitees sprach. Da hielt er eine sehr schöne, eines so großen Gelehrten würdige Rede, in der er unter anderem sagte, daß zwischen dem deutschen und dem jüdischen Volke eine große Verwandtschaft besteht in der besonderen Betonung des rein Geistigen. Es ist eine Gesinnung, die man bei großen Gelehrten sehen kann, es ist die Gesinnung des Archimedes, der sich auch von den römischen Soldaten nicht in der Beschäftigung mit seinen mathematischen Formeln stören läßt. Es ist eine Gesinnung, die Völkern in staatlichen Angelegenheiten vielleicht wenig Erfolg bringt, aber es ist eine geistige Bewegung, die ihren Ausdruck findet in einer Bachschen Fuge, sowohl wie im Buch Hiob — es ist die Idee, daß alles für den Geist zu geschehen hat. Darüber kommt man oft in geistige Konflikte und trifft auf Gegnerschaft, wo man sie am wenigsten vermutet hat. Solche Gegnerschaft aber ist uns gegenüber sinnlos. Über allen religiösen und politischen Differenzen haben wir nur den Zweck, Palästina wieder aufzubauen, wie die Notwendigkeit es gebietet und es so aufzubauen, daß es ein großes soziales und kulturelles Werk darstellt und so auf Unterstützung aller Völker und aller Parteien aller Länder rechnen kann. Man hat mir den Wunsch mitgeteilt, daß ich Ihnen berpollinger Das Münchener Kaufhaus Neuhauser Straße 44 am Karlstor Bekleidung / Mode / Sport Wohnungsausstattung das Programm des deutschen Komitees zur Kenntnis bringe und ich gestatte mir deshalb, es Ihnen vorzulesen. „Das deutsche Komitee Pro-Palästina zur Förderung der jüdischen Palästinasiedlung wird in der Überzeugung, daß der Aufbau der im Palästinamandat vorgesehenen Heimstätte für das jüdische Volk als ein Werk menschlicher Wohlfahrt und Gesittung Anspruch auf die deutschen Sympathien und die tätige Anteilnahme der deutschen Juden hat, bemüht sein, die deutsche Öffentlichkeit über das jüdische Kolonisationswerk in Palästina aufzuklären, die Beziehungen zwischen Deutschland und Palästina zu pflegen und allgemein die Erkenntnis zu verbreiten, daß das jüdische Aufbauwerk in Palästina ein hervorragendes Mittel für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Orients, für die Ausbreitung deutscher Wirtschaftsbeziehungen und für die Versöhnung der Völker ist.“ Zum Schluß noch ein paar Worte, die nicht fehlen dürfen. Daß diese Arbeit neben einer Arbeit der englischen Regierung, von der wir heute gehört haben, in hohem Maße auch eine Arbeit des Völkerbundes ist, ist Ihnen bekannt. Weil es eine Arbeit des Völkerbundes ist, haben wir heute die Empfindung, daß wir mitzuarbeiten verpflichtet sind. Seitdem Deutschland Mitglied des Völkerbundes ist, hat es die Verpflichtung auf allen Gebieten seiner Tätigkeit mitzuarbeiten, nicht nur da, wo seine Interessen unmittelbar berührt sind. Und indem wir mitarbeiten, beweisen wir, daß wir im Völkerbund nicht nur ein Forum sehen, wo wir unsere eigenen Interessen vertreten, sondern daß wir im Völkerbund das Ideal der Zukunft sehen. Nicht mehr die Waffen dürfen entscheiden, in Zukunft sollen und müssen Entscheidungen im Völkerleben gefällt werden durph das Völkerrecht und die Gerechtigkeit. So sehen wir den Völkerbund und seine Aufgaben, und deshalb habe ich persönlich als die einzige politische Arbeit, die ich noch tue, die in Genf übernommen, deshalb aber auch beteilige ich mich an dem Palästinawerk als einem Teil davon mit meiner ganzen Kraft, solange ich dazu fähig bin. PACKARD 6 und 8 Zylinder in Linie wesentlich niedrigere Preise bei gleicher Qualitäts-Berühmtheit Generalvertreter: GEBR. BEISSBARTH / KOHLSTR. 2 beim Deutschen Museum

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