Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 43 (26.10.1928)
- Date
- 1928-10-26
- Page
- Seite 682 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156910--08872-9081586- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
682 Das Jüdische Echo Nr. 43 limiDIHIBIBIHOBIBIBiaiBIDIBIBIE Caf6 Luitpold — Palmengarten Tabarin Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstkl. Küche u.Wirtschaftsführung jederArt zu mäßigen Preisen Täglich nachmittags und abends Konzert Sonn-und Feiertag nachmittags 4-Uhr-Tee Tabarin täglich Künstlerprogramm mit Tanz Telephon 90065, 92799 gen die Antisemiten und Verachtung für die Völker, die sich von ihnen mitreißen lassen. Ich gestehe offen, ich wünschte, daß die Juden der ganzen Welt Freunde meines Volkes sind. Ich will Palästina als das Symbol und den Beweis unserer gegenseitigen Verbundenheit. Aber der Vorteil ist ebenso auf der einen Seite wie auf der anderen. Wir sind eine ganz brauchbare Rückzugsstellung. Die Tatsache, daß England eine jüdische Sache zu seiner eigenen gemacht hat, bringt andere Nationen auf den Gedanken, ob es nicht besser für sie wäre, gleichfalls die Juden menschlich zu behandeln. Aber wenn Ihr Juden in unsere Familie der Völker kommt, dann sollt Ihr uns noch eine andere Botschaft bringen zu der Botschaft des Alten Testaments. Ihr, die Ihr über die ganze Welt zerstreut seid, und die schlimmsten Auswirkungen des Nationalismus fühlen mußtet, Ihr sollt es als Eure Aufgabe betrachten, mitzuwirken bei der Befreiung der Völker von den Lastern der Überheblichkeit, der Verachtung anderer, der Ungerechtigkeit, so daß wir zusammen eine Welt aufbauen können, wo Völker einander nicht fürchten und einander n i c h t hassen. Diese Hoffnung verbinde ich mit dem Palästinawerk der neuen freien Juden, und dies ist der letzte Grund, warum ich glücklich bin über diese Partnerschaft von Juden und Engländern bei der Verwirklichung des Zionismus. Der Beifall nach dieser Rede Wedgwoods wollte lange nicht zur Ruhe kommen. Herr Justizrat Dr. Straus dankte Wedgwood noch einmal und forderte die Anwesenden auf, den Abend nicht vorübergehen zu lassen, ohne sich dem Palästinawerk näher zu verbinden. Er verlas dann ein Schreiben, das Herr Professor Albert Einstein zur Begrüßung Wedgwoods an den Keren Hajessod gesandt hatte. Das Schreiben lautet: An das Präsidium des Keren Hajessod! Ich bin leider durch Krankheit verhindert, an dieser wichtigen Veranstaltung teilzunehmen. Es ist der jüdischen Öffentlichkeit noch immer nicht völlig zu Bewußtsein gekommen, eine wie große Bedeutung das Palästdna-Werk für die jüdische Psyche und für die äußere Position der Juden hat. Gemeinsames Werk neben gemeinsamer Tradition und Gesinnung ist nötig zur Lebendig-Erhaltung der Gemeinschaft und hat in diesem Sinne schon Großes geleistet. Furchtsame und Kleinmütige, hört aus fremdem, wohlwollendem Munde, was Ihr den Eigenen nicht glaubt, und was Ihr deshalb oft nicht sehen könnt, weil Ihr in den Sorgen des Alltags steckt. Kritisiert nicht von außen wie Unbeteiligte unsere eigene Sache, sondern trachtet darnach, sie zu stützen und günstig zu beeinflussen, wo sich Irrtümer und Ubelstände zeigen. Ich begrüße Col. Wedgwood mit aufrichtiger Sympathie, wünsche seinem Streben Erfolg und danke ihm, daß er mutig in für uns vorbildlicher Weise für seine Überzeugung auch aktiv eintritt. A. Einstein. Nach der Teepause ergriff das Wort Graf Bernstorff, von der Versammlung mit lebhaften Akklamationen begrüßt. Er führte aus: Meinen herzlichen Dank für den freundlichen Empfang, den Sie mir bereitet haben. Nach den erschöpfenden Ausführungen, die wir von dem Hauptredner des Abends gehört haben, hieße es Eulen nach Athen oder, ich will hier lieber sagen, Apfelsinen nach Palästina tragen, wenn ich jetzt noch auf die Einzelheiten des Palästinawerkes eingehen wollte. Ich will Sie nicht lange aufhalten, aber ich möchte doch ein paar Worte sagen, die vielleicht mehr einen persönlichen Charakter tragen und mehr auf die Tätigkeit des deutschen Komitees Pro-Palästina eingehen. Es liegt darin die Erklärung dafür, wie ich dazu gekommen bin, Präsident dieses Komitees zu werden, und es liegt darin auch eine Erklärung für das Bestehen des Pro-Palästina-Komitees, das ja eigentlich, wenn man diese Versammlung sieht und den Erfolg dieser Versammlung einer anderen Organisation, überflüssig erscheint. Ich war im letzten Jahr des Krieges Botschafter in Konstantinopel und habe dort für die deutsche Regierung die Verhandlungen geführt über die Gründung einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina. Wir wollten nämlich, wenn der Krieg anders ausgegangen wäre, das Gleiche tun, was heute von der * -'-SCHOKOLADE-PRALINEN-«' StoüwercK “■* GOLD *