Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 42 (19.10.1928)
- Date
- 1928-10-19
- Page
- Seite 668 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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668 Das Jüdische Echo Nr. 42 Masse der Berliner Juden, die im Norden, im Osten und im Zentrum der Stadt ansässig seien, eine derartige Institution dringendes Bedürfnis sei. Die neue deutsche Bibelausgabe der Berliner jüdischen Gemeinde Berlin, 12. Oktober. (JTA.) In der gestrigen Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner . jüdischen Gemeinde gab für den Vorstand Herr Goldschmidt Auskunft auf eine Anfrage von Moritz A. Loeb über den Stand der von der Berliner jüdischen Gemeinde veranstalteten neuen deutschen Übersetzung der Bibel. Die ersten vier Bücher des Pentateuch sowie die Bücher Josua, Könige, Jeremias u. a. m. liegen bereits fertig vor. Herr Professor Loewe ergänzte diese Mitteilungen durch eine Darlegung dej* wissenschaftlichen und technischen Momente dieses Übersetzungswerkes und führte aus, man müsse mit besonderer Sorgfalt zu Werke gehen, wo es gilt eine deutsche Ausgabe der Bibel herzustellen, die dem allgemeinen Verständnis entgegenkommen und zugleich höherer wissenschaftlicher Kritik standhalten soll. Kommerzienrat Hermann Bamberg gestorben Berlin, 4. Oktober. (JTA.) Heute Nacht ist in seiner Berliner Wohnung Kommerzienrat Hermann Bamberg, der hervorragende deutsche Wirtschaftsführer, gestorben. Er wurde 82 Jahre alt. Er war der Pionier des deutschen Textilexportgeschäftes und stellte seine großen organisatorischen Kenntnisse in den Dienst der Stadt Ber¬ P£r LZAAOD-ErN BAUCH SCHÄFFLERSTRASSE 3 lin. Er war Mitglied des Reichswirtschaftsrates und gehörte 30 Jahre lang der Berliner Handelskammer und der Berliner Stadtverordnetenversammlung an. Die Berliner Presse beklagt seinen Hingang und nennt ihn einen der besten Bürger Berlins. Er betätigte sich auch viel auf jüdischem, sozialem und philantropischem Gebiete. Das zweite Berliner Gastspiel des Moskauer jüdisch-akademischen Theaters Berlin, 10. Oktober. (JTA.) Nachdem die erste Premiere des zweiten Gastspiels des von Alexis Granowsky geleiteten Moskauer jüdisch-akademischen Theaters, die nach dem Französischen bearbeitete. Burleske „Trouadek“, von der Berliner Kritik eine respektvolle Ablehnung erfahren hat, hat die am Dienstag, dem 9. Oktober, im Theater des Westens stattgefundene zweite Premiere dieses Gastspiels „Nacht auf dem alten Markt“ nach J. L. Perez, Musik von Alexander Krein, bei Publikum und Kritik einen ungewöhnlichen Erfolg davongetragen. Zwei Palästina-Gesellschaftsreisen des Deutschen Keren Hajessod Berlin, 28. September. (JTA.) Der Deutsche Keren Hajessod, Jüdisches Palästinawerk e. V., veranstaltet im Frühjahr 1929 zwei Gesellschaftsreisen nach Palästina. Diese beiden Reisen werden sich von anderen ähnlichen Veranstaltungen dadurch unterscheiden, daß den Teilnehmern bei objektiver Führung ein lebendiger Eindruck des jüdischen Palästina vermittelt werden wird. Besonderer Nachdruck wird darauf gelegt werden, den Mitreisenden Gelegenheit zu geben, die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten Palästinas in Landwirtschaft, Industrie und Handel zu studieren. Anschließend an diese Reise ist Gelegenheit zu einem Aufenthalt in den Nachbarländern (Ägypten, Syrien usw.) gegeben. Die Durchführung der Reise ist dem Palestine Lloyd G. m. b. H., Berlin-Charlcttenburg 2, Joachimsthaler Straße 33, übertragen worden, der alle näheren Auskünfte erteilt. Amtliche Stellungnahme gegen Ritualmordhetze in Deutschland Berlin, 4. Oktober. (JTA.) In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen völkische Zeitschriften und rechtsstehende Blätter unaufgeklärte Mordfälle und vor allem Sexualverbrechen dazu benutzen, um Ritualmordgerüchte auszustreuen. Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat in den letzten Monaten in mehreren solchen Fällen eingreifen müssen. So auch anläßlich des Mordes an einem vierjährigen Mädchen Anfang September d. J. in Eiterfeld bei Hanau. Kurz nach Bekanntwerden dieses Mordes schrieb der völkische „Frankfurter Beobachter“ am 2. September 1928: „... Im Kreis Fulda liegen drei Ortschaften: Rhina, Burghaun und Eiterfeld, in denen fast die ganze Bevölkerung sich aus Juden zusammensetzt ... Was hat nun die jüdische Bevölkerung von Eiterfeld für ein Interesse daran, daß der Mord nicht aufgeklärt wird? Wir behaupten nicht, daß es sich hier um einen Ritualmord handelt. Aber die amtlichen Stellen sollten so was nicht als Märchen betrachten, sondern den Fall einmal von diesem Gesichtspunkt aus betrachten. Wer sind die, die da bei der Untersuchung Schwierigkeiten machen? Sind es Juden? ...“ Die Pressestelle des Oberstaatsanwalts in Hanau hat nun einer großen Anzahl von Zeitungen des dortigen Bezirkes folgende Berichtigung zugehen