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Das jüdische Echo · 1928-10-19 · 42 (19.10.1928) · p. Seite 666

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
42 (19.10.1928)
Date
1928-10-19
Page
Seite 666 (sequence 6)
Language
German
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666 Das Jüdische Echo Nr. 42 Hierauf ergriff, stürmisch begrüßt, Col. Wedgwood das Wort. Er begann seine Rede in deutscher Sprache, die er gut beherrscht, und fuhr dann englisch fort. In temperamentvollen, vom Feuer echter Überzeugung durchglühten Worten legte er dar, was ihn zu einem leidenschaftlichen Verfechter der zionistischen Sache gemacht hat. Nach der mit stürmischem, langanhaltendem Beifall aufgenommenen Ansprache richtete Prof. Franz Oppenheimer einen warmen Appell an die Versammlung, auch den Geldbeutel für das Palästinawerk zu öffnen und den Wechsel einzulösen, den Theodor Herzl mit seinem Blut geschrieben hat. Nach einer Teepause hielt Chefredakteur Prof. Georg Bernhard seine Rede über „Die Bedeutung des P a 1 ä s t i n a a u f b a u e s für die JudenunddieWel t“, in der er sich in wärmsten Worten für die Förderung des Palästinawerkes und den Keren Hajessod einsetzte. Die Schlußansprache hielt Herr Willy D r e y f u ß , Mitglied des Präsidiums des Keren Hajessod. Der Vorsitzende, Herr Blumenfeld, teilt mit, daß neue Zeichnungen für den Keren Hajessod in der Höhe von zusammen 100 000 Mark abgegeben worden sind, darunter eine zu 20 000 und eine zu 10 000 Mark. Damit wurde der sehr gelungene Abend geschlossen. Die „neutrale“ Palästinakonferenz Vorverhandlnngen Weizmanns und Sachers mit Louis Marshall — Politische Besprechungen in London — Die unzulängliche Einwanderungsverordnung der Palästinaregierung London, Anfang Oktober. Die Zionistische Exekutive richtet gegenwärtig ihr Hauptaugenmerk auf die für den 20. und 21. Oktober in den Vereinigten Staaten festgesetzte „neutrale Konferenz zur Behandlung von Palästinafragen“, in der die Beschlüsse der Londoner Konferenz zur Erweiterung der Jewish- Agency einer realen Durchführung zugeführt werden sollen. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Weizmann, der in den letzten Tagen in Paris weilte, wo er mit jüdischen Persönlichkeiten Frankreichs über Fragen der Zusammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten im Palästinaaufbau konferierte, reiste am 10. Oktober nach Amerika, um noch vor der neutralen Palästinakonferenz mit der Marshallgruppe Fühlung zu nehmen. Zur Führung eingehender Vorverhandlungen ist das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Harry Sacher, bereits früher nach Amerika abgereist. Zur Vorbereitung der Newyorker Verhandlungen haben in London innerhalb der Exekutive eingehende Beratungen stattgefunden, in denen die Beschlüsse des 14. und 15. Kongresses sowie d i e Berliner Resolutionen des Zionistischen Aktionskomitees nochmals analysiert wurden. Es ist Herrn Sachers Aufgabe, vor allen Dingen die Bedeutung der Berliner Beschlüsse des Aktionskomitees in den jetzt beginnenden Besprechungen klarzulegen. Die Exekutive hat ihre Zustimmung dazu erteilt, daß alle Expertenberichte von wesentlicher Bedeutung im Druck veröffentlicht werden. Dr. Weizmann hat während seines gegenwärtigen Aufenthaltes in London im Kolonialamt hauptsächlich die Fragen der Immigration, des Haifaer Hafenbaues und die Vorgänge ah der Klagemauer sowie die allgemeine politische Haltung der Regierung' gegenüber dem Zionismus behandelt. Er und Dr. Brodetsky hatten auch Unterredungen mit dem neuen High Commissioner von Palästina, Sir Robert Chanceller. Während seines Aufenthaltes in Amerika wird Präsident Weizmann auch der vom United Palestine Appeal für den 11. und 12. November einberufenen amerikanischen Palästinakonferenz beiwohnen, an der (ebenso wie an der neutralen Konferenz mit den Nichtzionisten) auch Lord Melchett teilnehmen wird. Diese Konferenz wird darüber Beschluß zu fassen haben, in welcher Form die Aufbringung von Mitteln für das Palästinawerk unter den amerikanischen Zionisten weitergeführt werden soll. Ende November kehrt Präsident Weizmann voraussichtlich aus Amerika zurück und wird dann eine kurze Reise nach Belgien und Deutschland unternehmen. Er beabsichtigt, von Mitte Dezember bis Ende März einige durch Reisen nicht unterbrochene Monate intensivster Tätigkeit der politischen Arbeit in London und sodann anschließend in Jerusalem, wohin er Ende März reist, zu widmen. Die Zionistische Exekutive hat durch Eingabe vom 30. August 1928 die vom Aktionskomitee beschlossenen Resolutionen über Fragen der Einwanderung der Palästinaregierung unterbreitet. Die Eingabe an die Regierung fordert, in Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Aktionskomitees, die Ersetzung der Einwanderungsverordnung vom Jahre 1925 durch ein neues Gesetz und kündigt an, daß die Exekutive Vorschläge für diese Gesetzreform unterbreiten wird. Die Eingabe wendet sich auch gegen die von der Regierung beabsichtigte Heraufsetzung der Kapitalsgrenze für Einwanderer mit eigenen Mitteln. Es wird vorgeschlagen, daß die britischen Konsularbehörden in New York, Warschau, Bukarest und Paris bevollmächtigt werden, Visen an Einwanderer dieser Kategorie ohne die umständliche Prozedur der Rückfragen in Jerusalem zu erteilen, und daß für London entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Die Eingabe fordert ferner Einwanderungserleichterungen innerhalb der Kategorie der sogenannten Angehörigen, insbesondere für Verlobte und Großeltern. In einer besonderen Eingabe, die durch wiederholte mündliche Verhandlungen unterstützt wurde, hat die Exekutive der Regierung das Gesuch für die Gewährung von 1000 Zertifikaten für neue Ein- SimsoR-Supra Dixi KoRiet-Sch n ell-Lief er wag en 8/40u.12/60 PS 3/15 PS Die deutschen Qualitätswaren! Prospekte und Verkauf durch die Vertretung Josef Mayr, München, Thalkirchner Straße 66/70 Sf?«*

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