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Das jüdische Echo · 1928-10-05 · 40 (5.10.1928) · p. Seite 634

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
40 (5.10.1928)
Date
1928-10-05
Page
Seite 634 (sequence 6)
Language
German
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634 Das Jüdische Echo Nr. 39 anderer zu vermeiden hätten, endgültig den Garaus zu machen und dafür zu erreichen, daß wirtschaftlich und moralisch der Aufbau in jeder Hinsicht unterstützt wird. * * * Zweifellos wird es nun Leute geben, die triumphierend behaupten, daß es in Palästina, dem werdenden jüdischen Zentrum um die rechtliche Stellung der Juden nicht besser sei, sondern eher schlechter als in anderen zivilisierten Ländern. Oberflächlich und nur für den Augenblick betrachtet, mögen sie nicht gänzlich unrecht haben. Aber sie täuschen sich doch grundlegend. Während die Juden sonst überall gezwungen sind für immer als Minderheit unter den Völkern zu leben, ist dies in Palästina nicht der Fall. Wir wissen heute, daß der Aufbau Palästinas im wesentlichen eine Geldfrage ist und daß die Aufnahmefähigkeit Palästinas abhängt von den zur Verfügung stehenden Kapitalien. D. h. aber auch, daß Palästina in absehbarer Zeit eine jüdische Majorität haben kann — wenn nur die Juden selbst wollen. Jüdische Selbsthilfe — sie ist nötig in den Ländern des Galuth und in Palästina; während sie aber im Galuth die jüdische Position nur zu verteidigen, kaum zu erhalten, niemals grundsätzlich zu ändern vermag, kann sie in Palästina das jüdische Leben auf eine neue und unerschütterliche Basis stellen und das werden auch die einmal empfinden, die heute noch ihre Augen vor diesem Faktum verschließen. LE. Neuer Geist schafft neue Formen Zur Gründung der Schule der jüdischen Jugend in Berlin Es ist das Vorrecht einer jeden lebendigen Jugendgeneration, mit aller Kraft dem Wissen und überhaupt der kuturellen Bereicherung ihres Lebens zuzustreben. In der jüdischen Geschichte kann man dieses Streben nach Wissen, das sich im „Lernen“ ausdrückt, geradezu als eines der wichtigsten Erhaltungsmomente für das Judentum ansehen. Das jüdische Volk bei seiner ungeheuren geschichtlichen Ausdehnung und dem damit verbundenen hohen Volksalter hat sich in der Kette seiner Generationen immer wieder die Fähigkeit bewahrt, bzw. neu geschaffen, zu Wissen und Kultur auch in einem Lebensalter hinzustreben, in weichem die entsprechenden Geschlechter anderer Völker ihre Lehr- und Lernzeit bereits als abgeschlossen betrachten. Erst die jüdische Jugend des Westens in den I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostümstickereien Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975 letzten Generationen hat sich plötzlich in dieser Hinsicht fast vor ein Nichts gestellt gesehen. Mag ihr Wille zum Kennenlernen des Judentums auch noch so stark gewesen sein, so fehlten doch für dieses Ziel einfach die Mittel. Die alten Wege dieser Unterweisung waren für den jungen Menschen kaum mehr zugänglich, insbesondere erfüllte die Schule weder im Religionsunterricht noch in der Religionsschule diese Aufgaben. Die jüdische Jugend versuchte daher bereits seit langem immer wieder, in ihren eigenen Kreisen diesen Mangel dadurch auszugleichen, daß in den Jugendorganisationen, in den Bünden usw. eine gewisse Kulturarbeit durchgeführt wurde. Soviel Begeisterung aber auch von der Jugend selbst bei dieser Arbeit aufgewandt wurde, so gering waren doch anderseits, die Resultate, weil die Lehrenden selbst nicht über die genügenden Vorkenntnisse verfügten. Um diese Schwierigkeiten endlich einmal von Grund auf zu beheben, ist in der Berliner jüdischen Jugend ein Gedanke verwirklicht worden, der dazu geeignet erscheint, die Kenntnis vom Judentum in der Jugend wirklich zu verbreiten und ferner ein wichtiges Element jüdischer Gemeinschaftsarbeit zu bilden. Der Gedanke einer Lerngemeinschaft der gesamten jüdischen Jugend wurde zuerst in einem Vortrage von Rabbiner Dr. Prinz ausgesprochen, den er im Rahmen der Berliner Freien Jüdischen Volkshochschule über Fragender jüdischen Jugendbewegung hielt. Später legte er seinen Gedankengang in der Zeitschrift „Der junge Jude“ dar. Der Gedanke einer zentralen Schule der jüdischen Jugend wurde sogleich in allen Teilen der Berliner jüdischen Jugend mit großem Interesse aufgenommen, und bald fanden sich Vertreter aller Richtungen in der Jugend zusammen, um eine derartige Schule zu schaffen. Unorganisierte wie Organisierte, Kameraden und J. J. W. B.er, K. J. V.er und liberale Jugend usw. wirkten gemeinsam an diesem Werke mit, das jetzt so weit gediehen ist, daß bereits am 15. Oktober die Eröffnung der Schule erfolgen soll. Der Aufbau der Schule soll so durchgeführt werden, daß jeder junge jüdische Mensch in ihr die Stätte findet, in der er sein Judentum bereichern und vertiefen kann. Es sollen daher drei Stufen des Lernens in der Schule vertreten sein: Der neue AUSTRO'DAIMLER 6Cy'inder, 12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 MÜNCHEN Sonnenstr. 19

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