Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 39 (28.9.1928)
- Date
- 1928-09-28
- Page
- Seite 624 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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624 Das Jüdische Echo Nr. 39 Umfange vorhanden ist, als früher, so daß es im Interesse der Erhaltung einer gesunden Bevölkerung nötig ist, auf dem Wege der Versicherung gegen Krankheit wirtschaftliche Vorsorge zu treffen. Heranbildung jüdischer Volks- und Religionsschullehrer Berlin, 19. September. (JTA.) (Amtlich.) Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden unterhält bekanntlich seit dem 24. Oktober 1927 eine Vorbereitungsanstalt, in der junge Leute für die Reifeprüfung, und daran anschließend den Besuch der Pädagogischen Akademie in Frankfurt am Main herangebildet werden; sie sollen dadurch befähigt werden, den Beruf eines jüdischen Volks¬ oder Religionsschullehrers auszuüben. Die Anstalt besuchen zur Zeit 22 Schüler. Das Provinzialschulkollegium der Provinz Brandenburg und von Berlin hat unter dem 12. September d. J. auf Antrag des Landesverbandes dem Anstaltsleiter, Herrn Studiendirektor Dr. Gutmann, die Erlaubnisurkunde zur Einrichtung und Leitung dieser Vorbereitungsanstalt ausgefertigt. Die Schule unterliegt damit den gesetzlichen Vorschriften über die Privatschulen. Die Übersiedlung des Herzl-Wolffsohn-Museums nach Jerusalem Berlin, 21. September. (JTA.) Das Berliner Museum, das die persönlichen Erinnerungen an die ersten Führer der Zionistischen Organisation, Theodor Herzl und David Wolffsohn, enthält, ist nunmehr bestimmungsgemäß nach Jerusalem überführt worden, wo es in den Räumen der Hebräischen National-Bibliothek Aufstellung finden wird. Es handelt sich neben bedeutsamen brieflichen und anderem urkundlichen Material über die Anfänge der zionistischen Bewegung um einen großen Teil der Wohnungseinrichtung Theodor Herzls und Wolffsohns, namentlich um die Arbeitszimmer und die Bibliothek der beiden zionistischen Führer. Der Testamentsvollstrecker David Wolffsohns, Dr. Eduard Lescynsky (Berlin), hat die Übersiedlung in die Wege geleitet; die Aufstellung in den Räumen der National-Bibliothek, die ja bekanntlich auch aus den Mitteln der Wolffsohn- Stiftung, der Erbschaft David Wolffsohns, errichtet wird, hat bereits stattgefunden. Das Moskauer jüdisch-akademische Theater wieder in Berlin Berlin, 20. September. (JTA.) Alexander Granowsky, der in den nächsten Tagen in Staaken einen Film nach dem Manuskript Jules Romains zu drehen beginnt, wird mit dieses Autors „Trouadec“ sein neues Theatergastspiel im Theater des Westens beginnen. Auf eine Anfrage der ,,B. Z.“, ob das Gerücht wahr sei, daß die Sowjetregierung die sofortige Rückkehr Granowskys, wegen der Verluste, die seine europäische Gastspielreise angeblich gebracht hat, besteht, antwortete Granowsky: „Ich habe diesen angeblichen Befehl Moskaus nur aus den Zeitungen erfahren. Man kann weder von einer Rentabilität noch von Verlusten unserer Tournee sprechen, da wir bei allen unseren Gastspielen in Europa auf feste Gage verpflichtet worden sind. Es handelt sich nur um unsere Amerika-Tournee, zu welcher wir noch die Zustimmung der Moskauer Regierung erwarten. Ich hoffe, daß wir diese Amerika-Tournee Anfang Dezember antreten werden.“ Der Budapester Stadtausschuß gegen den Numerus Clausus Budapest, 20. September. (JTA.) In der letzten Sitzung des Gemeindeausschusses begann ein erfolgreicher Sturmlauf gegen den Numerus clausus. Der demokratische Stadtverordnete, Abgeordneter Pakots, stellte den Antrag, der Gemeindeausschuß möge an die Regierung mit dem Ersuchen herantreten, daß der Unterrichtsminister die Zahl der Hörer an der Universität derart festsetzen soll, tdaß alle Budapester Hörer ohne Unterschied der Konfession Aufnahme finden und die bei den letzten Einschreibungen Zurückgewiesenen nachträglich aufgenommen werden. Der Antrag wurde, nachdem die christliche Wolff-Partei den Saal verlassen hatte, einstimmig angenommen. Der Dekan und drei Professoren der Moskauer Veterinärschule wegen antisemitischer Propaganda ihrer Ämter enthoben Riga, 21. September. (JTA.) Aus Moskau wird berichtet, daß gemäß Verordnung des Volkskommissars für Bildung der Dekan des Veterinärinstitutes Arnoldow und die Professoren Manuilov, Winogradow und Malinsky wegen antisemitischer Agitation in der Hochschule ihrer Ämter enthoben worden sind. Die Lage der Juden in der Türkei Sofia, 17. September. (JTA.) Ein gut unterrichtetes Mitglied der jüdischen Gemeinde von Konstantinopel schilderte auf der Durchreise durch Sofia dem JTA-Vertreter die Lage der Juden in der Türkei. Es herrsche dort gegen die Juden ein Ausnahmsregime. Aus allen staatlichen Verwaltungsbehörden seien alle Juden entfernt worden. Die Türen der Regierungshochschulen seien ihnen verschlossen. An der türkischen Universität gäbe es keinen jüdischen Studenten. Weder in dem Parlament noch in den Munizipalräten seien die Juden vertreten. Die jüdischen Schulen erhalten keine Subventionen von der Regierung, man dränge ihnen vielmehr noch türkische Lehrer auf, die sie selbst zu honorieren haben, während den jüdischen Lehrern untersagt werde, die türkische Sprache in den jüdischen Schulen zu unterrichten. Bei dem geringsten Widerstande drohe man mit der Schließung der Schulen, 60. Geburtstag Isaak Neiditschs Der „Haolam“ vom 14. September bringt aus der Feder Moses Kleimanns eine Würdigung Isaak Neiditschs anläßlich seines 60. Geburtstages. Neiditsch, der vor dem Kriege eine führende Rolle im russischen Zionismus einnahm, hat seit seiner Übersiedlung nach Paris führend an den wichtigsten zionistischen Entscheidungen seit 1920 teilgenommen. Er war einer der Hauptstützen Weizmanns in dessen Kontroverse mit Brandeis, Vornehme Beleuchtungskörper Zuglampen Tisch- und Ständerlampen Alabasterschalen J.WINHART&Co. Marsstrasse 7 (am Hauptb.)