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Das jüdische Echo · 1928-09-28 · 39 (28.9.1928) · p. Seite 623

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
39 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
Seite 623 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 39 Das jüdische Echo / Blätter für die jüdische Frau 623 Sprache des Gartens zu seiner Muttersprache wird. Der Kindergarten als einer der wichtigen Faktoren für die Renaissance unserer nationalen Sprache verlangt von uns dringend Einsatz all unserer Kräfte für seine Ziele. Eine der positivsten Aufgaben des Volkskindergartens ist die erhöhte Wachsamkeit über die Gesundheit seiner Zöglinge, die durch die fruchtbare und systematische ärztliche Hilfe der „Hadassah“ gewährleistet wird. Diese ärztliche Behandlung unserer Kinder, die im Kindergarten beginnt und in der Schule fortgesetzt wird, fand bisher nicht die gebührende Würdigung. Die Öffentlichkeit hat den großen Segen noch nicht erkannt, der in dieser Aktion besonders für die Pfleglinge des Kindergartens liegt, die an Kopf¬ oder Augenkrankheiten leiden. Man eröffne einen Kindergarten in einem Armenviertel, wo die Kleinen meistens sich selbst überlassen in den Straßen herumtreiben; schon nach kurzer Zeit, nachdem die Kinder unter dessen schützendes Dach kamen, sind sie kaum wiederzuerkennen; die Wunden sind geheilt, die Augen gewaschen und das Kind bildet nicht‘länger eine Gefahrenquelle für die Verbreitung verschiedener Krankheiten unter den Familienmitgliedern. Nicht immer ist es einer mittellosen Mutter möglich, für eine systematische Therapie ihres kranken Kindes zu sorgen. Denn dazu müßte sie ganze Tage in den Kliniken zubringen und ihre anderen Kinder tagelang ohne Aufsicht und Pflege lassen. Jeder Kindergarten, der die große Verantwortung auf sich nimmt, über die Gesundheit seiner Zöglinge zu wachen, bewahrt dadurch viele Kinder vor schweren und langwierigen Krankheiten und befreit zugleich die .werktätige Mutter von einer schweren Bürde. Noch eine sehr wichtige Aufgabe erfüllt unser Volkskindergarten, da er für die Einrichtung der Gemeinschaftsspeisung seiner Kinder sorgt. Mit Hilfe verschiedener Institutionen sind in den Volkskindergärten Küchen eröffnet, deren nahrhafte Mahlzeit häufig die einzige warme Speise des Kindes während des ganzen Tages ist. Diese rationelle Ernährung bildet einen Schutz gegen die körperliche Verkümmerung unserer Kleinen* dieses teuersten' Besitzes. Als die zionistische Organisation nach der Besetzung Palästinas durch die Engländer das Netz der Schulen im Lande weiter ausdehnte und die Sorge für die Erziehung des Jischuws auf sich nahm, richtete sie ihr Augenmerk auch auf die Kindergärten. Und im Laufe einiger Jahre war die Zahl der Gärten, die unter der Obhut des Erziehungsdepartements (Machlekat Hochiruch) standen, auf 119 gestiegen. Aber diese Glanzperiode blieb nicht lange bestehen. Die Kürzung im Budget der Erziehung traf hauptsächlich die Kindergärten. Im Jahre 1926 sank deren Zahl schon auf 66 und Ende 1927 auf 57. Es ist also festzustellen* daß in der gleichen Zeit, in der sich die Bevölkerung des Jischuws verdoppelte, 50 Prozent der Gärten des Erziehungsdepartements geschlossen wurden. Und für die Zukunft kann man mit Sicherheit annehmen, daß schon leichte Erschütterungen im Budget den Bestand der letzten Kindergärten der zionistischen Organisation gefährden können. Im Laufe der letzten Zeit sind allerdings viele Privatkindergärten entstanden — eine an sich sehr erfreuliche Erscheinung. Aber diese genügen nur den Bedürfnissen der vermögenden Kreise. Hunderte Kinder von Arbeitern wie von Arbeits- und Existenzlosen sind durch die Verminderung der Volkskindergärten ohne Erziehung, ohne systematische ärztliche Behandlung und ohne eine ausreichende gesunde Ernährung geblieben. In Jerusalem allein befinden sich ungefähr 300 bis 400 Kinder, eine große Anzahl derer auch in Haifa, ohne Gärten. Jaffa, Tiberias, Petach Tikwah, Akka bedürfen dringend Ergänzungsklassen. Es ist die unabweisbare Pflicht jeder Frau, die von der Erkenntnis der Wichtigkeit der nationalen und sozialen Aufgaben der Volkskindergärten in Erez Israel durchdrungen ist, ihre tiefste Aufmerksamkeit dieser wichtigen Frage des Jischuws zu widmen. Aus der jüdischen Welt Sitzung der Berliner Repräsentantenversammlung — Errichtung eines statistischen Büros der jüdischen Gemeinde Berlin, 21. September. (JTA.) In der letzten Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde vom 20. September wurde eine Anzahl bedeutsamer Beschlüsse gefaßt. Zunächst wurden für die Arbeiten des Verbandes ostjüdischer Organisationen in Deutschland, des Verbandes ORT, und des Büros für Schächtschutz größere Subventionen bewilligt. Annahme fand ferner ein liberaler Antrag auf Errichtung eines statistischen Büros der Jüdischen Gemeinde, dessen Arbeiten in erster Linie auch dem Kampf gegen Taufe und Mischehe zugute kommen sollen. Für die Erhaltung des historisch und architektonisch bedeutenden Jakob-Tempels an der Jakobsohnschule in Seesen wurde eine Beihilfe bewilligt. Ein liberaler Antrag betreffend die Einrichtung religiöser Feierstunden in den Gemeinde-Synagogen am Sonntag vormittag wurde nach eingehenden Darlegungen des Führers der Volkspartei, Dr. Klee, aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Gegen die Stimmen der Volkspartei wurde eine Vorstandsvorlage betreffend die Bewilligung eines Beitrages für die Jüdische Sonderschau auf der Kölner Pressa abgelehnt. Ein Antrag auf Errichtung einer Krankenkasse in der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 19. September. (JTA.) Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei hat in der Berliner Gemeinde die Schaffung einer gemeinnützigen Kranken-Versicherung für die jüdische Bevölkerung Berlins beantragt. Mit dieser Kranken-Versicherung soll entweder sofort die Schaffung einer Sterbekasse verbunden oder aber die Eingliederung einer solchen zu einem späteren Zeitpunkt vorbereitet werden. Die Fraktion begründet ihren Antrag damit, daß das Versicherungsbedürfnis in den Kreisen der jüdischen Bevölkerung, die durch Krieg und Inflation wesentliche Teile ihres Vermögens eingebüßt hat, heute in viel größerem Deutsche WeuWäscherei in. b. H. FEI,IX BRAXDNER . MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäschenur Kragen, Manschetten. Vorhemden «ind Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tape

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