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Das jüdische Echo · 1928-09-21 · 38 (21.9.1928) · p. Seite 607

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
38 (21.9.1928)
Date
1928-09-21
Page
Seite 607 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 38 607 Das Jüdische Echo Es ist wirklich wahr 3 Sie erhalten vom Verlag B. Heller postfrei nach Ihrem Wunsche eines der folgenden schönen und bedeutsamen Werke zugestellt, wenn Sie uns den Abonnementsbeitrag von RM. 8.— für 1929 bis spätestens 31. Dezember 1928 einsenden. „Das Ghettobuch" herausgegeben von A. Landsberger „Volk des Ghetto" herausgegeben von A. Landsberger „Und das Krumme wird gerade" von S. J. Agnon aus dem Hebräischen von Max Strauss, fünf Bilder von Budko „Theodor Herzl" von Leon Kellner „Lehrbuch der hebräischen Sprache" von Moses Rath Neu hinzutretende Abonnenten, die uns den Bezugspreis für das Jahr 1929 einsenden, erhalten ebenfalls eine dieser Prämien nach ihrem Wunsche und vom Zeitpunkt ihrer Einsendung ab das,Jüdische Echo" gratis bis zum 1. Januar 1929. Die Lieferung der gewünschten Bücher erfolgt nach Maßgabe des Eingangs der Geldsendungen und im Rahmen des vorhandenen Vorrats; es empfiehlt sich, also rasch von unserem Angebot Gebrauch zu machen. ii und hat sich darum abgewendet. Wer das Schwert ergreift, der soll durch das Schwert umkommen. Gewalt kann nie die Tore des Paradieses öffnen. Gewalt zeugt Haß, Rache, neue Gewalt und so in ewigem sinnlosen, mörderischen Kreislauf weiter, ohne Ziel und ohne Glückhaftigkeit. Kann ich’s ihm beweisen? Nein. Kann er’s mit dem Gegenteil? Auch nein. Wir häufen Beispiele gegeneinander auf — nützt nichts. Glauben, Charakter, Temperament ringen miteinander und verschlingen sich, anstatt klaren Sieg und klare Niederlage herbeizuzwingen. Wir geben’s auf und sprechen über Gleichgültigkeiten. Das zweitemal begegnete er mir auf englischem Boden. Ich erkannte bald, daß er einen schweren Kampf mit sich führte. Er durchschaute die Größe des Volkes, das er in seiner Heimat hassen gelernt hatte. Wie eine innere Tragik war es ihm, da sein Sohn am Wesen dieser Menschen Gefallen fand, kein Gefühl mehr für Massensehnsucht in sich trug, sondern jenes Herrenbewußtsein einsaugte, mit dem ein kleines Inselreich sich zur Königin des Meeres aufschwang. Er spürte, welche Kräfte zwischen den Polen dieser Nation strömen, die heute sich über ein Fußballspiel, morgen über Schanghai erregt, die heute Kinder kost und morgen den Feind niederboxt. Da ging ihm das Wesen nationaler Gebundenheiten mit niegeahnter Deutlichkeit auf. Welch eine Welt zwischen seinen Russen und diesen Menschen. So kamen wir auch auf seine jüdische Abstammung zu sprechen. Ich behauptete, daß ich mir eine Lösung der sozialen Frage für Juden nur im jüdischen Lande vorstellen „Das Jüdische Echo Verlag B. Heller München 2 C | Herzog-Max-Straße 4 Postscheck-Konto: Amt München 39 87 könnte. Darauf er: „Wollen Sie denn nicht mitmitwirken, die Welt schöner zu gestalten, hundert Millionen Menschen aus furchtbarstem Druck zu befreien, für Gerechtigkeit und Sklavenbefreiung einzutreten?“ Ich wagte zu erwidern: „An jenem Tag, da wirklich diese Freiheit errungen sein wird, da wird es Engländer, Russen, Franzosen, Tschechen, Kroaten geben. Und darum kämpfe ich, daß in jenen Tagen für das jüdische Volk ein Plätzchen bereitgehalten wird, auf das niemand mehr Anspruch hat als eine Gemeinschaft, die in ihrer bisherigen Wanderung durch die Geschichte mehr Knechtung als Freiheit erlebt hat.“ Er gab sich nicht geschlagen: „Was soll ich denn für das Judentum tun? Hier sitze ich, zermartere mein Gehirn und wenn ihm dann ein fruchtbarer Gedanke entspringt, werden Millionen glücklicher gemacht. Bei den Juden sind die Verhältnisse zu klein, eine Kehillah oder gar eine Kwuzah, lohnt es sich, für diese handvoll Menschen etwas zu schaffen? Können mir die Juden eine Stellung anbieten, deren Tätigkeit zu solch sichtbaren und weittragenden Konsequenzen. führt wie mein jetziges Arbeiten?“ Ich mußte ihm freilich zugeben, daß es bei uns noch viel provinzielles, kleinliches Denken gibt; aber sind die großen Entscheidungen der Weltgeschichte immer bloß von den starken Nationen herbeigeführt worden. Wer war Moses? Führer einer Helotenschar und doch wuchs aus ihr das Volk der Bibel. Und der Zimmermannsgeselle von Nazareth, zu dessen Lehre man stehen mag, wie man will; daß er geschichtsumwälzend gewirkt hat, wer leugnet es? Und Mohammed und alle die Helden kleiner Völker? Und hat nicht ein 4 99999995

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