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Das jüdische Echo · 1928-09-21 · 38 (21.9.1928) · p. Seite 605

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
38 (21.9.1928)
Date
1928-09-21
Page
Seite 605 (sequence 9)
Language
German
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Es werde Sache des neuen Vorstandes sein, zu zeigen, daß die Gemeinde in den Bahnen weitergeführt werden soll, die ihr die Rabbiner Hirsch und Breuer gewiesen haben. Der Vorstand der Gemeinde hat eine Erklärung veröffentlicht, wonach die Herren Dr. Simon Bamberger, Moritz Felsenstein, Emil Goldschmidt und Jakob Rosenhein zu ihrem Rundschreiben vom 6. September betreffs des Passus in dem Schreiben an Herrn Dajan Posen vom 30. August erklärt haben, daß sie sich selbst mit der geäußerten Meinung nicht identifizieren und daß sie die für die Verbreitung dieser Äußerung entstandene Auffassung, als hätten sie die religiöse Makellosigkeit des Herrn Distriktsrabbiner Dr. Raphael Breuer irgendwie im Zweifel ziehen wollen, aufs tiefste bedauern. Gleichzeitig hat die Gegenpartei meinem Schreiben erklärt, daß sie durch diese Äußerung der vier Herren den Frieden in* der Gemeinde als hergestellt betrachte. Esser zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt München, 14. September. Esser wurde zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. Er hatte als Abgeordneter des oberbayerischen Kreistages bei der Verpflichtung des inzwischen verstorbenen jüdischen Mitgliedes, des sozialdemokratischen Stadtrats, Rechtsanwalt N u ß b a u rn , den Zwischenruf gemacht „Judeneid“. Wegen der schweren Beschimpfung, die in dieser Anzweiflung der Glaubwürdigkeit des Verpflichteten, eines wegen seiner Lauterkeit auch von den Gegnern geachteten Mannes, lag, erhielt Esser die genannte Strafe, die nicht in eine Geldstrafe umgewandelt werden kann. Ein Freibrief für Hakenkreuzrowdies Düsseldorf, 11. September. (JTA.) Hier wurden vor einiger Zeit vier jüdische Damen und Herren von einer Horde von Hakenkreuzlern schwer mißhandelt. Die besondere Gemeinheit der Hakenkreuzler bestand darin, daß sie in einer Wirtschaft zunächst mit den Damen tanzten, dann aber über sie herfielen und sie verprügelten. Sie wollten „die Juden einmal das Laufen lehren“ und „einem Juden einmal die Fresse polieren“ — was sie so besorgten, daß das Gericht ihre Taten als „brutal, feige und gemein“ bezeichnete. Trotzdem wurden ihnen mildernde Umstände zugebilligt; sie kamen mit 200 RM. Geldstrafe davon. Die mildernden Umstände bestanden darin, daß das Gericht annahm, daß es sich um eine Tat aus politischen Motiven handle, die im Hinblick auf die Amnestie „in milderndem Lichte zu sehen“ sei. Dazu bemerkt der „Vorwärts“: „Das ist ein offenkundiger Mißbrauch der Amnestie, ein Freibrief für jede Gemeinheit und feige Brutalität. Dieses Gerichtsurteil kehrt den Sinn der Amnestie in sein Gegenteil. Sie soll einen Schlußstrich ziehen unter das, was gewesen ist, aber nicht für die Zukunft eine laxe Rechtsauffas$ung gegenüber dem politischen Banditentum einleiten. Es ist nötig, daß dieses Urteil und diese mildernden Umstände in zweiter Instanz nachgeprüft werden.“ Feierliche Einweihung eines neuen Judenfriedhofes in Wien Wien, 11. September. (JTA.) Hier fand die feierliche Einweihung eines neuen Judenfriedhofs statt. Die Zeremonienhalle stellt einen architektonisch monumentalen Prachtbau dar. Die Kosten betragen 20 Milliarden Kronen. Der Friedhof ist Eigentum der Wiener jüdischen Gemeinde. Der Einweihungszeremonie wohnten führende jüdische Persönlichkeiten sowie Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden bei. Bei der Feier sprachen der Präsident der Wiener Kultusgemeinde, Generaloberstabsarzt Professor Pick, Rabbiner Dr. Taglicht, zwei Vertreter der Bundesministerien und Vizebürgermeister Emmerling. Das Stadtkommando war durch eine Offiziers-Ehrenkompagnie vertreten. Unter den Gästen sah man auch den Bischof der altkatholischen Kirche, Dr. Tuechler. Die Kultusgemeindewahlen in Ostgalizien Lemberg, 11. September. (JTA.) Das endgültige Wahlresultat der am 9. September hier stattgehabten Wahlen zur jüdischen Kultusgemeinde ergab 11 Mandate für die Vereinigten Zionistischen Parteien, 8 für den mit den Assimilanten vereinigten Wirtschaftsblock, 5 für die Agudah und ein Mandat für die zusammengekoppelte Liste der Poale Zion und des „Bund“. Die jetzigen Wahlen fanden zum erstenmal unter dem neuen Wahlreglement statt, das an Stelle des bisherigen Kuriensystems Proportionswahlen vorsieht. Die Wahlen zur jüdischen Gemeinde in Zloczow ergaben 6 Zionisten, 4 Agudisten, 1 Handwerker und 1 Bundist. In Rawa-Ruska erhielt die national-jüdische Liste 7 Mandate und die Chassidim 5 Mandate. Zum Konflikt zwischen Oberrabbiner Jacob Meir und dem Waad Leumi Jerusalem, 12. September. (JTA.) Der Weltverband der sephardischen Juden, der den zwischen Oberrabbiner Jacob Meir und dem GENERALVERTRETUNG JolvHäusler Thierschstr. io -Tel:26482 u.296995

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