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Das jüdische Echo · 1928-09-21 · 38 (21.9.1928) · p. Seite 603

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
38 (21.9.1928)
Date
1928-09-21
Page
Seite 603 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 603 zionistische Aufgabe sei, diesen Teil der Judenheit, der sich mit Recht oder Unrecht liberal nennt, davon zu überzeugen, daß eine wahre Entwicklung jüdischen Geistes, jüdischer Religion und jüdischen Lebens ohne Bejahung des jüdischen Nationalgedankens und ohne Schaffung eines echten jüdischen Lebens in Palästina unmöglich sei. Kurt Blumenfeld wies darauf hin, daß die erneut aufgenommene Auseinandersetzung über Liberalismus und Nationalismus weitergeführt werden sollte. Die Erkenntnis der Problematik unseres jüdischen Lebens allein führe nicht die jüdische Gesamtheit zu neuer Produktivität. Nur wo die Notwendigkeit der Gestaltung jüdischen Lebens besteht, wird im Laufe von Generationen eine Antwort auf die heute erörterten Lebensfragen erfolgen. Diese Erkenntnis stehe nicht im Gegensatz zu Gedankengängen, die von geistigen Führern des Liberalismus, wie Dr. Baeck und Dr. Wiener, innerhalb des liberalen Lagers wiederholt ausgesprochen worden sind, erscheinen vielmehr als konsequente Schlußfolgerung ihrer Gedanken. Bei der Besprechung der Stellung nichtzionistischer Gruppen zum Zionismus wurde von mehreren Rednern im Anschluß an die von der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland“ eröffnete Diskussion bedauert, daß der Eindruck entstanden sei, daß einzelne Zionisten auf eigene Faust mit dem Centralverein in politische Verhandlungen eintreten. Am Aufbau Palästinas könne mit den Zionisten jede jüdische Organisation und jeder Jude teilnehmen, wenn sie die im Mandat und in formulierten Vereinbarungen festgelegten Voraussetzungen anerkannt haben. Die Debatte hierüber soll auf der nächsten Sitzung des Landesverbandes zu Ende geführt werden. Oer 12. jüdische Turntag in Breslau Zur Eröffnung des 12. jüdischen Turntags in Breslau am Sonnabend, dem 1. September, hatten sich etwa 60 Delegierte, sowie neben den Breslauer Bar-Kochbanern und vielen Gästen 300 auswärtige sportliche Teilnehmer eingefunden. Sportlehrer Rosenthal von der hebräischen Realschule in Haifa begann mit einem Lichtbildervortrag über die Sportjugend in Erez-Jisrael. Nachdem verschiedene Begrüßungsreden gehalten worden waren, ergriff Herr Kurt Blumenfeld, der 1. Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, das Wort zu einer längeren mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache, in der er ausführte, daß der Makkabi mit seiner Quantität und Qualität die Basis der zionistischen Pyramide bilden müsse. Den Abschluß der Eröffnungssitzung bildete die Wahl des Turntag-Präsidiums und der verschiedenen Kommissionen. Der ganze Sonntag war der Durchführung des großen Programms sportlicher und turnerischer Wettkämpfe gewidmet, bei denen ein bemerkenswertes sportliches Niveau erreicht wurde. Am Abend fand eine Tanzfestlichkeit statt, die recht angeregt verlief. Die Abenteuer eines jüdischen Jungen, der von den Drusen in den Libanon entführt wurde, schildert die Erzählung „Abner“, die in Fortsetzungen im „Zelt“ erscheint. Auch Ihre Kinder möchten diese spannende Geschichte lesen! Die Montagtagung beschäftigte sich hauptsächlich mit der Jugendarbeit. Nach einem Rechenschaftsbericht hielt Herr K a m i n s k i einen Vortrag über die „Methoden der Arbeit“. Infolge des Versagens der anderen zionistischen Jugendorganisationen müsse der Makkabi zu der zionistischen Jugendbewegung ausgestaltet werden. Die nationale Erziehung müsse unter Umständen auch einmal auf Kosten der Sporterziehung betont werden. Auch Heinrich Kuhn (Berlin) wünscht eine Betonung der nationalen Erziehung, es müsse dem Bekenntnis die zionistische Erkenntnis vorangehen. Kurt Blumenfeld vertrat die Anschauung, daß es nicht genüge, die vorhandenen Probleme aufzuzeigen, der Makkabi müsse sich ganz real in zionistischem Sinn entscheiden und gewisse Mindestforderungen, wie Schekelzahlung usw., erfüllen. Nach dem Referat über die Nationalfonds- Arbeit von Dr. Meidner fand die Generaldebatte statt, die teilweise recht stürmisch verlief. Zwei Richtungen, eine Breslauer radikale und eine Berliner gemäßigte, traten gegeneinander auf. Zwar gelang es den Breslauern nicht, alle Forderungen durchzudrücken, allein die angenommenen Resolutionen, in denen zionistische Erziehung, Unterstützung der Keren-Hajessod-Arbeit verlangt und festgestellt wurde, daß die. Vereine zur Schekelzahlung erziehen sollen und Ehrenämter nur von Maserzahlern bekleidet werden dürfen, zeigen, daß sie doch im wesentlichen gesiegt hat. Der Berliner Makkabi zog daher seinen Vertreter aus dem Präsidium zurück. Das neugewählte Präsidium wurde jedoch verpflichtet, mit der Berliner Richtung Verhandlungen über die Kooptierung eines Berliners zu führen. Es ist zu hoffen, daß nach dieser Tagung in ganz Deutschland die Makkabi-Arbeit mit neuer Energie aufgenommen wird. Rftualmordhefze in Jugoslawien Belgrad, 12. September. (JTA.) Anläßlich des Baues des jüdischen Tempels in der jugoslawischen Banatstadt Zenta kam es dort zu einer Ritualmordhetze, die die Judenheit des gesamten Banats bedrohte. Unbekannte Agitatoren haben unter der christlichen Bevölkerung der großen Dörfer in der Umgebung von Zenta das Gerücht verbreitet, daß die Juden beim Bau der Synagoge das Blut von christlichen Kindern gebrauchen. Dies Gerücht drohte katastrophale Folgen nach sich zu ziehen, als zufällig ein 15jähriges christliches Dienstmädchen Margarete Takacs, das bei dem jüdischen Kaufmann Max Pollack im Groß- 3 -3 icctus fcfincr ♦ {Segt. 15Z4 ^L6fto£ung Hüel. 205 19 ^SleßSen^rfraße 14/15 ^Darrten in reicftfter ^usroaftl un& nacft ^taß

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