Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 38 (21.9.1928)
- Date
- 1928-09-21
- Page
- Seite 602 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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602 Das Jüdische Echo Nr. 38 den nichtzionistischen Palästinafreunden bildet der Bericht der Joint Palestine Survey Commission einen großen Schritt vorwärts. Von einer höheren Warte aus gesehen, erscheint der historische Wert dieses Dokumentes in der von ihm bekundeten und durch die Kritik an Einzelheiten nur gesteigerten, uneingeschränkten Zustimmung zum Palästinawerk als solchem begründet. Das AC. hat in der Stellungnahme zu dem Bericht die wesentlichsten Prinzipien der zionistischen Aufbauarbeit und ihre Bedeutung für eine Kooperation mit anderen Kreisen noch einmal hervorgehoben und hat erneut in bestimmter Weise erklärt, daß die erforderlichen Schritte zur Erweiterung der Jewish Agency unverzüglich unternommen werden sollen. In dem Bewußtsein, einem großen Ziel entgegenzugehen, treten wir in das neue Arbeitsjahr ein. Die Lage in Palästina zeigt klare Anzeichen einer Wendung zum Guten. Die Unternehmungen des privaten Kapitals, ermöglicht durch die von der Zionistischen Organisation geschaffenen Bedingungen, bilden einen wesentlichen Teil des zionistischen Gesamtwerkes, sie haben auch in den letzten Jahren nicht aufgehört, das Land zu bereichern und den Arbeitsmarkt zu beleben. Es besteht berechtigte Hoffnung, daß diese Entwicklung in verstärktem Umfange anhalten wird. Die Wiederaufnahme der chaluzischen Alijah wird von der Exekutive in die Wege geleitet werden. An Bemühungen, durch Abschluß langfristiger Anleihen das Herannahen des Zeitpunktes zu beschleunigen, in dem das auf Volksmitteln und der hingebenden Opferfähigkeit unserer Pioniere aufgebaute Siedlungswerk durch neue kolonisatorische Maßnahmen erweitert werden kann, wird es die Exekutive nicht fehlen lassen. In allen Zweigen der Administration werden Verbesserungen angestrebt. So hoffen wir, daß von Palästina aus sich ein Geist wachsender Zuversicht der ganzen Bewegung mitteilen und die im Galuth dringend notwendige Neubelebung der Geister und der Begeisterung anregen wird. Die Organisation wird vor sich selbst und vor der Welt Zeugnis von ihrer Geschlossenheit ablegen müssen. Wir appellieren an die Freunde und Mitarbeiter in allen Parteien und Gruppen, sich dafür einzusetzen, daß der XVI. Zionistenkongreß die Große unserer Organisation würdig wiederspiegele. Hunderttausende von Juden sind bereit, zu uns zu kommen und den Schekel zu zahlen,' wenn wir uns nur entschließen, zu ihnen zu gehen und sie aufzufordern, es zu tun.“ Die Kundgebung schließt: „Zionisten! Unser Werk kann nur gelingen, wenn es vom Geiste gegenseitigen Vertrauens, vom Geiste der Einheit von Leitung und Organisation getragen ist. Die Exekutive tritt in das neue Arbeitsjahr ein, entschlossen, ihre Pflicht zu tun und die Weisungen des Kongresses und des Aktions-Komitees loyal auszuführen. Die Exekutive erbittet ebenso von allen Gruppen der Bewegung, ohne Ausnahme, Unterstützung durch Einsatz aller Kräfte für die Sicherung unseres Werkes in Palästina und im Galuth und durch willige Unterordnung unter die Beschlüsse der Organisation. Gesinnungsgenossen! Wir vertrauen auf Euch — wir erwarten, daß Ihr auf uns vertraut! Erfüllt vom Geiste der Einheit, wird unsere Arbeit im kommenden Jahre Früchte tragen.“ Sitzung des Landesvorstandes der deutschen Zionisten Berlin, 14. September. (JTA.) In der heutigen „Jüdischen Rundschau“ berichtet der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herr Kurt Blumenfeld, über die am 9. September in Berlin abgehaltene erste Sitzung des vom Breslauer Delegiertentag neugewählten Landesvorstandes der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Im Anschluß an die Beschlüsse der letzten Aktions-Komitee-Sitzung zur Frage der Jewish Agency wurde folgende Resolution gefaßt: „Der Landesvorstand erwartet, daß auf Grund der Beschlüsse des Aktions-Komitees alle Maßnahmen zur Erweiterung der Jewish Agency so schnell wie möglich durchgeführt werden. Der Landesvorstand beauftragt den geschäftsführenden Ausschuß, ihm, sobald der Stand der amerikanischen Verhandlung es gestattet, Vorschläge zu unterbreiten, die geeignet sind, die Konstituierung der deutschen Judenheit, soweit sie die für den Eintritt in die Jewish Agency erforderlichen Voraussetzungen anerkennt, als deutschen Zweig der Jewish Agency herbeizuführen.“ Durch diesen Beschluß hat der Landesvorstand deutlich erklärt, daß an der bindenden Kraft der über die Erweiterung der Jewish Agency gefaßten Beschlüsse kein Zweifel .bestehen könne. Die Nachmittagsaussprache befaßte sich auf Grund eines Referates von Dr. Landsberg mit den Richtlinien für die weitere zionistische Arbeit in Deutschland. Es wurden die Entwicklungstendenzen innerhalb der jüdischen Jugend in Deutschland und die Vorgänge in der letzten Zeit innerhalb der Organisation des deutschen Judentums besprochen. Einen gewissen Raum in der Debatte nahm die Stellung ZVfD. zur kürzlich in Berlin abgehaltenen Liberalen Weltkonferenz ein, wobei von mehreren Rednern kritisiert wurden, daß die Leitung der ZVfD. der Veranstaltung allzu große Aufmerksamkeit zugewandt habe. In erster Reihe ging diese Kritik von den Vertretern des Misrachi aus; so erklärte Dr. Wolfsberg, man täusche sich über den inneren Gehalt des jüdischen Liberalismus, der innerlich unwahr sei. Es gäbe keine religiöse Bewegung, die sich „Liberalismus“ nennen könne, was auch das Niveau der Konferenz bewiesen habe. Die überwiegende Mehrzahl der Landesvorstandsmitglieder drückte jedoch ihre Zufriedenheit mit der Sondernummer der „Jüdischen Rundschau“ aus und erklärte, daß es eine wichtige ADLERWERKE vorm. Heinrich Kleyer A.-G. Frankfurt a. M. Filiale München, Auaustenstraöe 40 10 PS STANDARD 6 ZYLINDER Weitere Typen: 6/25-11/50-18/80 PS der fUhrende deutsche Gebrauchswagen, sofort lieferbar Lieferwagen für 400 und 800 kg. S c h n e 11 - Lastwagen L 9 für 17, Tonnen