Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 37 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- Seite 592 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156903--08776-9081490- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
592 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage Nr. 37 Bechstein- Flflgel überspielter, tadellos fast neu billig zu verkaufen auch gegen kleine Monatsraten pianot)du$ ALFRED SCHMID NACHF. München, Residenzstrabe 7 (gegenüber der Hauptpost) erzählung auf. Die Darstellung der Sintflut als Regensturz ist dem babylonischen Vorstellungskreis entnommen, während die im zweiten Monat ansteigenden Fluten, die eine große Überschwemmung veranstalteten, zeitrechnungsgemäß genau mit Beginn und Dauer der Überschwemmung des Nils während eines Jahres übereinstimmten, also in Ägypten entstanden sein müssen. Die ausführlichen Ergebnisse seiner Forschungen behandelt Yahuda in einem Buch über „Die Sprache des Pentateuch in ihren Beziehungen zum Ägyptischen“, das im Laufe des nächsten Monats in Berlin erscheinen wird. Dr. Julian Morgenstern, Präsident des Hebrew Union College in Cincinnati (Ohio) sprach über den Ursprung der Neilah (Torschluß-Gebet vor Ausgang des Jom Kippur) und der Psalme 24 und 118. Er behandelte das Motiv von den „Toren der Gerechtigkeit“ und die Traditionen, die sich an die östlichen Tempeltore, das „Goldene Tor“ knüpften und wies an Hand der christlichen Pilgrims- und der jüdischen rabbinischen Literatur nach, daß sich in das alte Tempel-Ritual Elemente der Sonnenverehrung einschlichen. Damit hing das Zeremoniell der Öffnung des östlichen Tempeltores im Frühjahr und im Herbst in den Tagen der Tages- und Nachtgleiche gegen Ende des Tages zusammen. In den jüdischen Kalendern vor dem babylonischen Exil fielen diese Tage mit den Passah- und den Rosch-Haschonoh- Tagen zusammen, später fiel einer dieser Tage auf Jom Kippur. Dies sei der Ursprung der Neilah und der Psalme 24 und 118. In der 7. Sektion hielt Prof. W. F. Albright ein Referat über „Die Eroberung Kanaans durch die Juden im Lichte der palästinischen Archäologie“. Die Ausgrabungen in Kirjatz-Sepher und in Beth- Schemesch, so führte er aus, setzen uns in die Lage, die Daten der Hauptphasen der jüdischen Okkupation Palästinas zu bestimmen. Sie erbringen den verläßlichen Beweis, daß die Eroberung durch Josua gegen Ende des letzten Bronze-Zeitalters, etwa 1200 v. Chr., vor sich gegangen ist. Es sind jedoch Anzeichen einer Teilokkupation durch die Hebräer in Zentralpalästina (Hare Ephraim) vorhanden, die etwa drei Jahrhunderte vor Josua, um 1500 v. Chr., geschah. Über „Ethik im alten Orient“ referierte gleichfalls in der 7. Sektion Dr. S. A. Cook. Er stellte fest, daß die Wertung Jerusalems als religiöser Metropole und der Begriff „Zedek“ (Gerechtigkeit) bis auf das Amarna-Zeitalter (14. Jahrhundert v. Chr.) zurückgehen. Die Gebiete von Juda und dem Toten Meer mit ihren Extremen an Fruchtbarkeit und Öde, die Salzlager mit ihren teils konservierenden teils zerstörenden Eigenschaften, haben den Religionen der Palästinavölker ihren Stempel aufgedrückt. Stätten der Wirtschaft und der Fruchtbarkeit werden bei primitiven Völkern gleichzeitig zu Stätten der religiösen Inbrunst. So wurde auch das Salz ein vertrautes Symbol. Der „Bund des Salzes“ galt als für die Dauer bindend, das „Salz der Erde“ sollte die Welt vor Verderben bewahren. Der Ideenkomplex, der Jerusalem und den Berg Zion zu der „Stadt der Gerechtigkeit“, dem Zentrum der Weltreligion, und Israel zum Volk der Priester für die Welt machte, geht auf sehr alte und primitive Denkformen aus der Zeit vor den großen Propheten und vor dem Aufstieg Jerusalems zurück. Das Mysterium der wertvollen Salz-Substanz, die Jerusalem und Judäa reich machte, gab reichlichen Anlaß zum Nachsinnen über Leben und Tod und die Mysterien der Existenz. In der gleichen Sitzung stellte P. L. 0. Guy, der Leiter der Ausgrabungen in Megiddo, fest, daß Megiddo eines der Streitwagenarsenale des Königs Salomo war und etwa 250 Pferde zu beherbergen pflegte. Ställe, Häuser und Straßen waren nach einem systematischen Plan angelegt, und zwar durch dieselben Arbeiter, die den ersten Tempel und den Palast Salomos erbauten. Eine Tafel erinnert an den Durchzug des Pharaonen Scheschak, einer der großen Mauersteine trägt das Davidschild. Aus der großen Zahl der weiter gehaltenen Referate sind noch hervorzuheben ein Vortrag über „Orakel in den prophetischen Büchern des Alten Testaments“ von Prof. T. H. Robinson, und schließlich ein Referat über „Das Buch Jesaja“, von Prof. A. Kaminha, dem Vorsitzenden des Maimonides-Instituts in Wien, in dem dieser die These verfocht, daß alle poetischen Teile der Bibel und die Psalmen aus der Zeit vor dem ersten Exil datieren. Bücher und Zeitschriften Walther Rathenau. Sein Leben und sein Werk. Von Harry Graf Keßler. Verlagsanstalt Hermann Klemm A.-G., Berlin. Hätte man es nicht schon gewußt: diese neueste, auf einer gründlichen Kenntnis aller Lebensumstände Rathenaus, auf einem umfassenden Studium seiner Werke, auf einer persönlichen Beobachtung seiner Entwicklung und vielen Mitteilungen aus seinem Freundeskreise beruhende Biographie würde es nun unwiderleglich gezeigt haben: Walter Rathenau, der deutsche Wirtschaftsführer, der deutsche Politiker, er ist nur zu begreifen als der Jude. Der Jude, der er nicht sein wollte, der unter seiner inneren Pariastellung litt, wie vielleicht kein anderer seiner Zeitgenossen und der er blieb aus Stolz, aus Trotz. Keßler spricht dies selbst einmal mit aller wünschenswerten Deutlichkeit aus, wenn er sagt, daß die systematische Einfühlung in die Wirklichkeit Rathenau, „der Zeit seines Lebens in Neigungen und Idealen ein Stockpreuße geblieben ist, ING. G. AIGNER’S * PRIVATE KRAFTFAHRKURSE gegründet 1913 Gabelsbergerstr. 62 # Telephon 51314 Straßenbahnhaltestelle : Kreuzung Augusten-Gabelsbergerstraße der Linien 2, 7, 17; — garantieren als alteingeführtes Unternehmen mit besten Referenzen für vollkommene Qualitäts-Ausbildung