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Das jüdische Echo · 1928-09-14 · 37 (14.9.1928) · p. Seite 586

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
15 (1928)
Issue
37 (14.9.1928)
Date
1928-09-14
Page
Seite 586 (sequence 10)
Language
German
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586 Nr. 37 Das Jüdische Ec len sie eine genaue Aufstellung über alles bewegliche als auch unbewegliche Gut, über die Wechsel und Schulden auf „Ehrenwort“ machen und ein Zehent davon an Arme, in meinem Namen, für mein Seelenheil, verteilen. Und nun sollen sie von dem, was ihnen geblieben, das zweite Zehent in ihrem Namen abheben und den Armen geben, so wie ich es immer gehalten, indem ich den Unbemittelten stets den zehnten Teil meines Gewinnes zukommen ließ. Und außerdem sollen von jedem Zehent noch drei Prozent darüber verteilt werden, denn es könnte sein, daß ihnen ein Irrtum unterlaufen wäre. Die bestimmten zwei Zehent sollen nur an fremde Unbemittel/te verteilt werden — unter gar keinen Umständen an Verwandte. Wieviel an arme Verwandte zu geben wäre, sollen sie selbst bestimmen, aber keinesfalls soll dazu von dem geerbten Gelde genommen werden, sondern sie müssen es aus Selbsterworbenem geben. Auf meinem Grabstein soll nur mein Name und der meines gottseligen Vaters stehen. Und meine Söhne und Schwiegersöhne bitte ich, sich nicht allzusehr mit irdischen Dingen zu befassen und vor allem nicht darnach streben, große Kaufleute zu werden, denn je reicher einer wird, desto eher hört er auf ein guter Jude zu sein — das gilt besonders für meinen Sohn Jehuda, bei dem ich einen ganz besonderen Hang zum Wohlleben bemerkte. Sehr viel Wert lege ich darauf, daß sie täg- Die hohe Aufgabe des Händlers ist es, aus der Vielheit der Erzeugnisse das auszuwählen, was den Wünschen seiner Käufer am meisten entspricht. Deshalb können Sie bei uns unter Instrumenten wählen, die wir selbst seit Jahren als gute und bewährte Marken erprobt haben. Flügel / Pianos Harmoniums Wir bieten Ihnen gern günstige Zahlungsbedingungen. Besuchen Sie uns bitte. Pianohaus Hirsch am Sendlingertorplaiz MÜNCHEN / Lindwurmstrabe 1 ( )pernausbildung AlineSanden Kammersängerin an der Münchener Staatsoper I Ausbildung bis zur Bühnenreife Für verbildete Stimmen besonderen Privatunterricht Anmeldung, Prospekt, Gernerstraße 15 München, Fernsprecher Nr. 63 7 00 lieh mindestens eine Seite aus dem Talmud lesen — und einmal im Jahre mögen sie einen Wunderrabbi aufsuchen. Auch die Frauen sollen am Freitagabend und am Schabbes ihre Gebetbücher zur Hand nehmen — am Jahrestag meines Todes sollen meine Kinder den ganzen Tag in der Heiligen Schrift lesen und die Frauen sollen Almosen verteilen, aber — was die Hauptsache ist — im stillen, ohne Aufsehen zu machen. III. Nachdem Moritz Benditsohn (der älteste Sohn Benjamins) das Zeitliche gesegnet hatte, fand man folgende in polnischer Sprache geschriebene Verfügungen vor: „Man sende nach Paris ein entsprechendes Telegramm und warte mit meiner Beerdigung bis zur Ankunft meines Sohnes. Zehntausend Rubel vermache ich dem Verein gegen Armut und Bettelei, jedoch die Prozente von diesem Kapital haben alljährlich an meinem Todestage an Unbemittelte verteilt zu werden. Zehntausend Rubel stifte ich für ein Spitalbett, jedoch mit der Bedingung, daß diese Stiftung meinen Namen tragen möge. Bei meiner Leichenfeier sollen viel Almosen verteilt werden. An alle Talmud-Thoraschulen sollen Spenden geschickt werden — und die Melameds mit den Schülern sollen meinem Sarge folgen. Man nehme einen frommen gelehrten Juden auf, der Kadisch nach mir sagen soll. Mein Grabstein soll im Auslande bestellt werden, und zwar nach der von mir selbst ausgewählten Musterzeichnung. Der Chewra Kadischa soll alljährlich eine bestimmte Summe ausgesetzt werden und dafür hat sie die Pflege meiner Grabstätte zu übernehmen. Die Firma soll fortan den Namen ,Benditsohn Sohn‘ führen. Was nun weiters ...“ Wir sparen uns die detaillierte Aufstellung des Nachlasses, der fälligen und nicht eingelösten Wechsel und der Weisungen, die die Fortführung des Geschäftes betreffen. IV. „Ich, Benditsohns Sohn, gehe aus dieser Welt weder vor Freude noch vor Kummer, sondern weil ich ihre Leere nicht mehr ertragen kann... Die Welt ist eine furchtbare Maschine. Jedes Rad erfüllt seine eigene Bestimmung und leistet daher die entsprechende Arbeit. Nützt sich ein Rad vorzeitig ab, oder hat es irgendwie Schaden genommen — so hört es auf, ein Bestandteil

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