Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 37 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- Seite 585 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 585 lebensgefährliches Gedränge herrscht, zu erweitern. Die jüdischen Institutionen werden dringend aufgefordert, die die Klagemauer umgebenden Häuser anzukaufen und niederzureißen, um auf diese Weise die Stätte der Andacht zu erweitern. An die Regierung wird appelliert, eine Verordnung betreffend die zwangsweise Enteignung dieser Häuser und Grundstücke gegen entsprechende Entschädigung zu erlassen. Gründung einer Nathan-Straus-Kolonie in Palästina Jerusalem, 7. September. (JTA.) In der Nähe der Kolonie Herliah wurden 3000 Dunam Boden zur Gründung einer neuen Kolonie, die den Namen „Nathania“ nach dem großen jüdischamerikanischen Philantropen Nathan Straus führen soll, erworben. Es wird dies die erste jüdische Kolonie unmittelbar an der Meeresküste sein. Es wurden bereits 70 000 Pfund in der Kolonie investiert. In kurzem werden die ersten 50 jüdischen Bauern auf diesem Boden angesiedelt werden. Eine neue Pjca-Kolonie in Palästina Jerusalem, 5. September. (JTA.) Die Palestine Jewish Colonisation Association (PJCA) beschloß die Gründung einer neuen jüdischen Kolonie in Rabia in der Nähe von Chedra. 15 jüdische Kolonisten haben sich bereits zur Ansiedlung dort eingetragen. Defizit der Palästina-Regierung im ersten Halbjahr 1928 Jerusalem, 4. Sept. (JTA. ) Wie amtlich mitgeteilt wird, weist der Haushalt der Regierung Palästinas im ersten Halbjahr 1928 ein Defizit von 146 691 Pfund auf. Feuilleton Wandel der Zeiten Vier Testamente — vier aufei Von J. L Übersetzt von I I. Nachdem Reb Elieser, Ben Haikels Sohn, in die Ewigkeit eingegangen war, fand man unter seinem Kopfpolster einen Zettel folgenden Inhaltes: „Nach meinem Willen geschehe es, daß meine Kinder zu gleichen Teilen von dem mir gehörigen Walde Besitz ergreifen. Nach meinem Ableben sollen sie um den Friedhof herum ein Gitter aufstellen und das Dach des Tempels ausbessern lassen. Die heiligen Bücher vermache ich meinem' Sohn Benjamin, der noch unbeweibt ist, Gott schenke ihm ein langes Leben — die übrigen Söhne und Schwiegersöhne haben ihre Gebetbücher bereit,s erhalten als sie unter die Chuppe gingen. Mein Weib, Gott schenke ihr noch viele Tage, soll nach wie vor, von ihren Kindern unabhängig, weiter im Hause verbleiben; sie möge eine arme Waise zu sich nehmen, damit sie sich nicht einsam fühle. An den betreffenden Feiertagen möge sie die Broche über Wein und Brot machen. An Erbgut soll sie den anderen Erben gleichgestellt werden. Unabhängig davon ...“ Das Weitere war nicht zu entziffern. Augenscheinlich war der Zettel unter den Polster gesteckt worden, bevor die Tinte ausgetrocknet war, und dadurch hatten sich die Schriftzeichen verwischt. II. Reb Benjamin, Ben Eliesers Sohn, hatte schon ausführliche Weisungen hinterlassen: „Meine Stunde hat geschlagen, und in Bälde werde ich meine Seele dem, der sie mir einst verliehen, der Herr ist über alle Seelen, empfehlen.“ „Die Menschen erzittern vor Seinem heiligen Namen und vor Seinem Gericht, jedoch ich verlasse diese Welt, Gott behüte, ohne Furcht, erfüllt von einem tiefen Glauben in Seine Barmherzigkeit und erhoffe, daß Er mit mir nicht nach der ganzen Strenge des Gesetzes Moses verfahnanderfdlgender Generationen . P e r e z ^a ja Barber ren wird, sondern so, wie es Seine große Barmherzigkeit erheischt. Denn ich bin mir dessen bewußt, daß ich des vollen Vertrauens Gottes unwürdig bin, denn meine Seele ist während ihres Wandels auf Erden nicht unberührt und unbefleckt geblieben.“ Wir übergehen die nachfolgende Beichte und die Ermahnungen an seine Kinder und lesen dann weiter: „Meine Füße erkalten, mein Bewußtsein trübt sich immer mehr und gestern widerfuhr mir etwas ganz Ungewöhnliches: in das Lesen der Heiligen Schrift vertieft, schlummerte ich ein, und da träumte ich Seltsames durcheinander und das Buch entfiel meinen Händen. Da erwachte ich und begriff sogleich, daß das ein Fingerzeig Gottes war pnd daß ich abberufen werden sollte.. Über meine wahren Verdienste auf dieser Welt will ich vorläufig Schweigen bewahren, das wird mir unser Herrgott nach hundertzwanzig Jahren lohnen. DJe Früchte meiner Taten werde ich vor dem Antlitz Jehovas ernten. Sein Wille geschehe — amen!!... Niemals hielt ich für mein, was ich nicht mit mir herübernehme, und Gott sieht es, ich lasse alles ohne Bedauern zurück. Ich lasse auch gar keine Bestimmungen wegen der Erbteilung zurück, da ich davon überzeugt bin, daß meine Familie, Gott möge ihr noch ungezählte Tage schenken, in Frieden und Eintracht beisammen bleiben wird, andernfalls aber über das Erbe nach Gesetz und Recht verfügen und keiner den anderen, was Gott verhüten möge, übervorteilen wird. Ich verlange, daß meine Familie — mein Weib, meine Söhne und Schwiegersöhne, lang sollen sie leben — zwei Zehent ihrer Habe ausscheiden mögen. Sogleich nach meinem Ableben sol- Deutsche Neu was elier ei m.h.H. FELIX BBANDXEB » MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäschenur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage